• 21:07 Uhr: ➤ Ukrainische Kamikaze-Drohne mit 17 Kilo Sprengstoff sollte offenbar Putin töten
  • 17:10 Uhr: London liefert Uran-Munition an Kiew – Moskau warnt
  • 16:46 Uhr: Ukraine und Russland tauschen erneut Kriegsgefangene aus
  • 16:37 Uhr: Selenskyj wirft Russland "Erpressung" durch Besetzung von Atomkraftwerken vor
  • 15:52 Uhr: Malteser zur Ukraine: Massiver Bedarf an psychologischer Hilfe
  • 15:23 Uhr: Chinas Präsident Xi spricht mit Selenskyj – und schickt Sondergesandten

Mehr News zum Krieg in der Ukraine

➤ Ukrainische Kamikaze-Drohne mit 17 Kilo Sprengstoff sollte offenbar Putin töten

  • 21:07 Uhr

Der ukrainische Geheimdienst hat am vergangenen Sonntag offenbar den Versuch unternommen, Wladimir Putin zu töten. Das berichtet die "Bild" und zitiert einen ukrainischen Aktivisten, der offenbar enge Kontakte zu den Nachrichtendiensten pflegt.

"Letzte Woche erhielten unsere Geheimdienstmitarbeiter Informationen über Putins Reise in den Industriepark in Rudnewo", schrieb Juri Romanenko bei Twitter. Der Ort liegt etwa 20 Kilometer von Moskau entfernt.

Der Kremlchef sollte den Park besichtigen. Putins persönlicher Korrespondent Pawel Zarubin erklärte lediglich, dass der Präsident einen Besuch plane. Unklar ist allerdings, ob er sich tatsächlich am Sonntag dort befand oder erst am Montag dorthin reisen wollte.

Jedenfalls startete Romanenko zufolge am Sonntagnachmittag eine Drohne vom Typ UJ-22, eine Kamikaze-Drohne, in Richtung der 500 Kilometer entfernten russischen Hauptstadt, "die durch alle Luftverteidigungen der Russischen Föderation flog und unweit des Industrieparks abstürzte", schrieb er weiter.

Am nächsten Morgen berichteten private russische Medien von einem Drohnen-Absturz nahe des Dorfes Woroskogo, rund 20 Kilometer entfernt vom Industriepark. An Bord sollen sich Medienberichten zufolge 17 Kilogramm Sprengstoff befunden haben.

Putins Sprecher Dmitri Peskow zufolge war der Kremlchef bislang nicht in dem Industriepark. Er arbeite im Kreml und plane keine öffentlichen Großveranstaltungen, sagte er am Montag.

Von offizieller Seite gab es keine Reaktionen hinsichtlich eines möglicherweise gescheiterten Attentats. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass russische Behörden dies lieber geheim halten wollen.

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Die Lage im Überblick

Seit 24. Februar 2022 führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote. Wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu.

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat inzwischen mehr als 8,1 Millionen ukrainische Flüchtlinge in Europa registriert (Stand: 18. April). Die Flüchtenden sind vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land in den meisten Fällen nicht verlassen dürfen.

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Außerdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard hat die Ukraine aus Deutschland erhalten. (dpa)

Die weiteren Nachrichten zum Krieg in der Ukraine vom 26. April

Nato-Generalsekretär Stoltenberg will schnelleren Ausbau der Rüstungsproduktion

  • 20:14 Uhr

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die Mitgliedstaaten des Verteidigungsbündnisses zu mehr Tempo beim Ausbau der Produktionskapazitäten für Waffen und Munition aufgefordert. Es gehe darum, weitreichender und rascher zu handeln, sagte der Norweger zum Auftakt einer zweitägigen Konferenz nationaler Rüstungsdirektoren in der Nato-Zentrale in Brüssel.

Es müssten die von dem Bündnis benötigten militärischen Fähigkeiten beschafft werden, und man müsse dafür gemeinsam und mit der Industrie zusammenzuarbeiten. In einer Pressemitteilung der Nato hieß es, dies werde die Abschreckung und Verteidigung des Bündnisses verbessern und die weitere Unterstützung der von Russland angegriffenen Ukraine ermöglichen. (dpa)

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London liefert Uran-Munition an Kiew – Moskau warnt

  • 17:10 Uhr

Russland hat Großbritannien vorgeworfen, mit der Lieferung von panzerbrechender Uran-Munition an die Ukraine "nicht wiedergutzumachende Schäden" in Kauf zu nehmen. "Die Briten sollten wissen, dass sie dafür die Verantwortung werden tragen müssen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow zu Nachrichten aus London über die bereits gelieferten Geschosse. Peskow meinte, dass nach dem Einsatz solcher Munition Krebs und andere Erkrankungen zunähmen. Das zeigten etwa Daten nach der Bombardierung Jugoslawiens.

Zuvor hatte in London Verteidigungs-Staatssekretär James Heappey mitgeteilt, dass Großbritannien Tausende Schuss Munition für die britischen Kampfpanzer vom Typ Challenger 2 geliefert habe, die bereits in der Ukraine im Einsatz sind. Darunter sei auch panzerbrechende Munition mit abgereichertem Uran. "Aus Sicherheitsgründen werden wir nicht kommentieren, wie viele Schuss die Ukraine bereits genutzt hat", betonte Heappey auf eine schriftliche Anfrage im Parlament.

Moskau empörte sich schon im März über die damals erst geplante Lieferung von Uran-Munition aus Großbritannien an die Ukraine. Kremlchef Wladimir Putin warnte vor ihrem Einsatz. Uranmunition gehöre "zu den schädlichsten und gefährlichsten für den Menschen", da der Uran-Kern radioaktiven Staub verursache und die Böden verseuche.

Russlands Angriff auf die Ukraine © dpa-infografik GmbH

Die britische Armee verwendet nach eigenen Angaben seit Jahrzehnten abgereichertes Uran in ihren panzerbrechenden Geschossen. Das Verteidigungsministerium in London warf Putin Falschinformation vor, nachdem er von einer "nuklearen Komponente" gesprochen hatte. Putin wisse, dass dies nichts mit nuklearen Waffen oder Fähigkeiten zu tun habe, hieß es. (dpa/tas)

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Ukraine und Russland tauschen erneut Kriegsgefangene aus

  • 16:46 Uhr

Die Ukraine und Russland haben erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. "Uns ist es gelungen, 44 unserer Leute nach Hause zu holen", schrieb der Chef des Präsidentenbüros in Kiew, Andrij Jermak, am Mittwoch bei Telegram. Es seien 36 Soldaten und sechs Offiziere, die unter anderem die südostukrainische Hafenstadt Mariupol verteidigt hätten. Zudem seien zwei Zivilisten frei gekommen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, 40 eigene Soldaten ausgetauscht zu haben. Die Männer seien bereits mit dem Flugzeug nach Moskau zur nötigen Behandlung und Rehabilitation gebracht worden.

Seit dem russischen Einmarsch vor über 14 Monaten sind nach Angaben aus Kiew rund 2.300 Ukrainer aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt. (dpa)

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Borodjanka in der Ukraine

Vom Krieg zerstört: Ukraine will sechs Orte neu aufbauen

Der Krieg dauert zwar noch an, doch die Planungen für den Wiederaufbau in der Ukraine laufen. Die Regierung hat nun angekündigt, sechs zerstörte Ortschaften in einem Pilotprojekt nach "neuen Prinzipien" wieder errichten zu wollen.

Selenskyj wirft Russland "Erpressung" durch Besetzung von Atomkraftwerken vor

  • 16:37 Uhr

Anlässlich des Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland vorgeworfen, Atomkraftwerke zu nutzen, um die Welt zu "erpressen". Im vergangenen Jahr sei die "Besatzungsmacht" nicht nur auf das Gelände in Tschernobyl eingedrungen, sie habe auch "die Welt erneut in Gefahr gebracht", schrieb Selenskyj am Mittwoch im Nachrichtendienst Telegram.

"Wir müssen alles dafür tun, den terroristischen Staat davon abzuhalten, Atomkraftwerke dazu zu nutzen, die Ukraine und die Welt zu erpressen", schrieb Selenskyj weiter. Am ersten Tag des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hatten russische Truppen das seit 2000 abgeschaltete Atomkraftwerk in Tschernobyl übernommen und einen Monat lang besetzt.

In der Südukraine übernahmen die russischen Streitkräfte auch die Kontrolle über Europas größtes Atomkraftwerk Saporischschja. Es lief zunächst unter russischer Kontrolle weiter, im September wurde der Betrieb aber eingestellt.

Am 26. April 1986 war in Tschernobyl etwa 100 Kilometer nördlich von Kiew ein Reaktor explodiert. Der Vorfall gilt als weltweit größte Atomkatastrophe und verseuchte weite Teile der Ukraine, von Belarus und von Russland. Auch ein Großteil Westeuropas litt unter den Folgen der radioaktiven Strahlung. (AFP)

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Malteser zur Ukraine: Massiver Bedarf an psychologischer Hilfe

  • 15:52 Uhr

In der Ukraine besteht aus Sicht von Hilfsorganisationen ein massiver Bedarf an psychologischer Hilfe. Die humanitäre Lage im Westen des Landes sei im Vergleich zu den Kriegsgebieten im Osten relativ normal, sagte der Leiter des Malteser Hilfsdienstes in der Ukraine, Pavlo Titko, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Dennoch sei der Krieg präsent, weil die Menschen oftmals mit Verwandten oder Bekannten in Kontakt stünden, die in den Kriegsgebieten seien.

"Jeder hat eine Beziehung zu diesem Krieg", betonte Titko. "Und viele haben schon traumatische Erlebnisse." Vor allem Kinder litten darunter, denn es gebe keine "normale Schule". Die Kinder gingen jeden Tag zur Schule, doch jeden Tag gebe es auch Evakuierungen. Viele Kinder kämen krank nach Hause, weil sie sich beispielsweise in nassen Kellern verstecken müssten.

Mit Blick auf die Geflüchteten aus der Ukraine, die in Deutschland untergebracht sind, sagte Titko: "Man kann mit den Menschen dann richtig arbeiten, wenn die sich sicher fühlen." Dabei meine er nicht nur die ausbleibenden Raketenangriffe, sondern auch, dass man Menschen und vor allem Kindern eine Perspektive geben müsse.

Nach Angaben des Präsidenten der Malteser International Europa, Douglas Graf von Saurma-Jeltsch, seien dem Hilfsdienst rund 8.000 Ziviltote in der Ukraine bestätigt worden. Etwa fünf Millionen Menschen seien Binnenflüchtlinge innerhalb des Landes. (dpa)

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Chinas Präsident Xi spricht mit Selenskyj – und schickt Sondergesandten

  • 15:23 Uhr

Erstmals seit der russischen Invasion in die Ukraine vor mehr als einem Jahr hat Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. In dem Gespräch am Mittwoch kündigte Chinas Präsident an, einen Sonderbeauftragten nach Kiew und in andere Länder schicken zu wollen, um sich mit allen Parteien über eine politische Lösung auszutauschen. Wie chinesische Staatsmedien berichteten, warnte Xi Jinping in dem Telefonat auch eindringlich vor einer atomaren Eskalation des Konflikts und mahnte alle Parteien zur Besonnenheit.

"Es gibt keine Gewinner in einem Atomkrieg", sagte Xi Jinping. Im Umgang mit der Atomfrage sollten sich alle Beteiligten ruhig verhalten und Zurückhaltung zeigen, sich auf ihre Zukunft und ihr Schicksal und das der ganzen Menschheit konzentrieren und gemeinsam mit der Krise umgehen. Rationales Denken nehme bei allen Parteien zu, deswegen sollte die Gelegenheit ergriffen werden, um günstige Bedingungen für eine politische Lösung der Krise zu schaffen.

"Ich hatte ein langes und bedeutsames Telefongespräch mit Präsident Xi Jinping", teilte Selenskyj anschließend im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Der 45-Jährige hofft, dass dieser Kontakt den bilateralen Beziehungen einen "starken Impuls" verleihen wird. Kiew hatte dieses Telefonat bereits vor Wochen unmittelbar nach dem Besuch von Xi in Moskau erwartet. (dpa/tas)

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Kreml-Kritiker Roisman erklärt sich zu Prozessbeginn für nicht schuldig

  • 14:50 Uhr

Der prominente Kreml-Kritiker Jewgeni Roisman hat zu Beginn eines Prozesses wegen "Diskreditierung" der russischen Armee seine Unschuld erklärt. Auf die Frage des Richters, ob er seine Schuld eingestehe, antwortete Roisman am Mittwoch in Jekaterinburg "Nein", wie Live-Aufnahmen des Prozesses auf der Videoplattform YouTube zeigten. Der 60-jährige ehemalige Bürgermeister Jekaterinburgs kündigte für den weiteren Verlauf des Prozesses eine ausführliche Darstellung seiner Sichtweise an.

Roisman ist einer der letzten bekannten Oppositionellen in Russland, die derzeit nicht im Gefängnis sitzen. Alle anderen sind entweder inhaftiert oder im Exil. Roisman war im August wegen Äußerungen über Moskaus Militärintervention in der Ukraine festgenommen worden. Er hatte im Juli ein Video veröffentlicht, in dem er die russische Offensive kritisierte. Ihm drohen mindestens drei Jahre Gefängnis.

Roisman war fünf Jahre lang Bürgermeister von Jekatarinburg im Uralgebirge. Er verurteilt offen Präsident Wladimir Putin und dessen Offensive in der Ukraine. Er ist ein Freund des inhaftierten Oppositionsführers Alexej Nawalny und erfreut sich in Jekaterinburg nach wie vor großer Beliebtheit.

Der Kreml-Kritiker ist bekannt für seine ungehobelte Ausdrucksweise und beschimpft im Onlinedienst Twitter gerne Regierungs- und Behördenvertreter mit Kraftausdrücken – sehr zur Freude seiner Anhänger. (AFP)

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Britische Geheimdienste: Ukraine kämpft um Kontrolle über Versorgungsroute für Bachmut

  • 14:27 Uhr

Die ukrainischen Verteidiger der Stadt Bachmut im Osten des Landes wehren sich nach britischer Einschätzung weiter erbittert gegen eine Einkesselung durch russische Truppen. Die Ukraine versuche, die Kontrolle über die wichtigste Versorgungsroute der Truppen in Bachmut, die Straße 0506, zu behalten, teilte das Verteidigungsministerium in London am Mittwoch unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit.

Dabei gebe es Gefechte vor allem in der Nähe des Dorfs Chromowe westlich der Stadt. "Die anderen Nachschuboptionen der Ukraine nach Bachmut werden wahrscheinlich durch schlammige Bedingungen auf unbefestigten Strecken erschwert." Im Westen der Stadt, die seit mehr als elf Monaten von russischen Kräften attackiert werde, tobe weiterhin ein erbitterter Nahkampf, hieß es weiter.

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine veröffentlicht das britische Verteidigungsministerium täglich Updates zum Kriegsverlauf, die sich auf Geheimdienstinformationen berufen. Damit will die britische Regierung sowohl russischen Darstellungen entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor. (dpa)

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Kiew hält Nato "fehlenden Willen" für Beitritt der Ukraine vor

  • 13:31 Uhr

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat der Nato "fehlenden politischen Willen" für einen schnellen Beitritt seines Landes zu dem Verteidigungsbündnis vorgeworfen. "Alles ist möglich, wenn es einen politischen Willen gibt", sagte der 42-Jährige in einem Interview mit dem US-Sender CNN in der Nacht zum Mittwoch. Der Diplomat verwies dabei auf den jüngsten Beitritt von Finnland, der vor kurzem noch unvorstellbar gewesen sei. "Solange die Ukraine außerhalb der Nato ist, wird es das Risiko einer wiederholten russischen Aggression gegen die Ukraine geben", unterstrich Kuleba.

Er erinnerte an den Nato-Gipfel von 2008 in Bukarest, auf welchem der Ukraine bereits eine Beitrittsperspektive eingeräumt wurde. Kiew erwartet beim kommenden Nato-Gipfel in Litauens Hauptstadt Vilnius im Juli konkrete Beitrittszusagen vom Militärbündnis. Eine genaue zeitliche Perspektive für einen Beitritt der Ukraine gibt es bislang aber nicht – und ein solcher Schritt vor Kriegsende gilt als sehr unwahrscheinlich. Moskau hatte seinen Einmarsch in die Ukraine vor etwas mehr als 14 Monaten auch mit einer Verhinderung eines Nato-Beitritts des Nachbarn begründet. (dpa)

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Russische Streitkräfte: Belarussen absolvieren Ausbildung an taktischen Atomwaffen

  • 11:36 Uhr

Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben Soldaten aus dem Nachbarland Belarus vor der dort geplanten Stationierung taktischer Atomwaffen an den Raketen ausgebildet. Sie hätten gute Ergebnisse gezeigt, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Mittwoch mit. Das Ministerium veröffentlichte auch ein Video, das das Training auf einem russischen Truppenübungsplatz im Süden des Landes zeigen soll. Zu sehen war demnach der Raketenkomplex vom Typ Iskander-M. Die Raketen können mit konventionellen, aber auch mit Atomsprengköpfen bestückt werden.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die Stationierung taktischer Atomwaffen in Belarus vor dem Hintergrund der Spannungen mit den Nato-Staaten im Zuge des von ihm begonnenen Krieges gegen die Ukraine angekündigt. Nach den russischen Ministeriumsangaben lief die Ausbildung an den Waffen gemäß Putins Ankündigung seit dem 3. April. Die belarussischen Soldaten hätten im Detail die Aufbewahrung und Anwendung der taktischen Sprengsätze für die Raketen studiert. Auch einen Teststart einer Rakete gab es, wie auf dem Video zu sehen war.

Kremlchef Putin begründete die Stationierung Ende März auch damit, dass die USA seit Jahren Atomwaffen in Europa, darunter auch in Deutschland, vorhielten. Belarus erhält nach der freiwilligen Abgabe seiner Atomwaffen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nun erstmals seit den 1990ern Jahren wieder nukleare Raketen. Dazu hatte Machthaber Alexander Lukaschenko auch die Verfassung ändern lassen, in der nun kein atomwaffenfreier Status mehr festgeschrieben ist. Die Bunker für die Lagerung der Atomsprengköpfe sollen am 1. Juli fertig gebaut sein. Russland behält nach eigenen Angaben die Kontrolle darüber. Die Waffen sollen an der Grenze zu Polen stationiert werden. (dpa/tas)

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Luftwaffe fängt über Ostsee russische Militärmaschinen ab – Flugzeuge flogen ohne Transponder-Kennung

  • 09:38 Uhr

Die deutsche Luftwaffe hat nach eigenen Angaben drei russische Militärflugzeuge über der Ostsee abgefangen. Die drei Aufklärungsflugzeuge seien ohne Transponder-Kennung unterwegs gewesen, schrieb die Luftwaffe am Mittwoch auf Twitter. Es habe sich um zwei Maschinen des Typs SU-27 und ein Flugzeug des Typs IL-20 gehandelt, hieß es weiter.

An der Aktion waren demnach deutsche sowie auch britische Kampfflugzeuge des Typs Eurofighter beteiligt. Deutschland beteiligt sich im Rahmen der Nato an der Luftraumüberwachung auch über den baltischen Staaten, die über keine eigenen Kampfflugzeuge verfügen. In der Vergangenheit hatte es bereits wiederholt Zwischenfälle mit russischen Militärjets im Ostseeraum gegeben. (AFP)

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Ukrainischer Kommandeur in Bachmut: Lage "tatsächlich schwierig"

  • 08:13 Uhr

Der Kommandeur der ukrainischen Sondereinsatzkräfte, Viktor Horenko, hat bei einem Frontbesuch in der umkämpften Stadt Bachmut die Lage als "tatsächlich schwierig" bezeichnet. Trotzdem wüssten die Truppen, wie sie gegen die Überzahl der russischen Eindringlinge zu agieren hätten, sagte Horenko einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung zufolge. "Eure Arbeit hier zeigt einmal mehr, dass bei den Sondereinsatzkräften der Vorteil vor allem darin besteht, dass Qualität vor Quantität geht", sagte er. Veröffentlicht wurden auch Fotos von Horenko mit Soldaten.

Trotz der Überzahl der russischen Angreifer gelinge es, den Gegner an Schlüsselstellen zu treffen und Eindringlinge zu vernichten, sagte Horenko. Damit würden ein Vorstoß der russischen Truppen und eine Einnahme der Stadt verhindert. Dagegen melden das russische Verteidigungsministerium und die Privatarmee Wagner seit Tagen, sie hätten mehr als 80 Prozent der Stadt, die einmal 70.000 Einwohner hatte, eingenommen. Bachmut ist weitgehend zerstört durch die bisher verlustreichste Schlacht dieses seit 14 Monaten andauernden Kriegs.

Die Ukraine will die seit dem Spätsommer umkämpfte östliche Stadt nicht aufgeben, um einen Durchbruch der russischen Truppen weiter ins Landesinnere zu verhindern. Die Stadt ist der Hauptteil der nach der russischen Eroberung von Sjewjerodonezk und Lyssytschansk etablierten Verteidigungslinie zwischen den Städten Siwersk und Bachmut im Donezker Gebiet. Falls die Stadt fallen sollte, würde sich für die russischen Truppen der Weg zu den Großstädten Slowjansk und Kramatorsk eröffnen. Damit würde eine von Russland geplante vollständige Eroberung des Donezker Gebiets näher rücken. (dpa)

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Jewgeni Prigoschin

Wagner-Chef Prigoschin: "Werden einfach alle auf dem Schlachtfeld vernichten"

Weil die ukrainischen Soldaten angeblich das Völkerrecht verletzen und planen, Verletzte der Söldner-Gruppe Wagner zu erschießen, plant der Wagner-Chef künftig keine ukrainischen Gefangenen zu nehmen.

Kreml setzt staatliche Aufsicht bei russischer Uniper-Tochter ein

  • 07:08 Uhr

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die russischen Töchter der Energieversorger Uniper aus Deutschland und Fortum Oyj aus Finnland unter staatliche Aufsicht gestellt. Dies sei eine notwendige Reaktion auf die drohende Verstaatlichung russischer Vermögenswerte im Ausland, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Dekret dazu. Uniper hatte seine Anteile an der russischen Tochter allerdings bereits vor der Zwangsmaßnahme abgeschrieben.

Das Einfrieren russischer Vermögenswerte im Westen als Reaktion auf den Angriffskrieg gegen die Ukraine bezeichnet Moskau als "unfreundlichen und gegen internationales Recht verstoßenden Akt". Sollten der russische Staat, russische Firmen oder Privatpersonen im Ausland enteignet werden, oder auch nur in entsprechende Gefahr geraten, so werde Moskau daraufhin die Kontrolle bei Firmen übernehmen, die aus dem entsprechenden Ausland stammen, heißt es in dem Dekret.

Im Fall Uniper geht es um die Beteiligung von 83,73 Prozent an der russischen Tochterfirma Unipro. Uniper hat lange Zeit mit Erdgaslieferungen von Russland nach Deutschland Geld verdient. Nach dem Wegfall der Lieferungen im vergangenen Jahr geriet das Unternehmen in Schieflage und wurde verstaatlicht. Sein Russlandgeschäft wollte der Konzern allerdings schon vor dem Krieg abstoßen. Ein Käufer wurde zwar gefunden, die russischen Behörden haben den Verkauf allerdings bis heute nicht genehmigt. Den Verlust in Höhe von 4,4 Milliarden Euro hat der Konzern schon abgeschrieben.

Nun übernimmt der staatliche Vermögensfonds Rosimuschestwo die Kontrolle bei Unipro. "Das Dekret betrifft nicht die Frage des Eigentums und entzieht den Besitz auch dessen Eigentümern nicht", heißt es in einer Stellungnahme von Rosimuschestwo. Die Behörde übernehme allerdings die Managemententscheidungen, um den weiteren Betrieb der in Russland tätigen Unternehmen sicherzustellen. Bei der Insolvenzverwaltung handle es sich um eine befristete Maßnahme, so Rosimuschestwo. (dpa)

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Mit Material von dpa und AFP

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