• Kylian Mbappé überragt für PSG nicht nur gegen den FC Bayern und will mit Paris endlich die Champions League gewinnen.
  • Lothar Matthäus sieht im jungen Franzosen den künftigen Weltfußballer.
  • Schon bald wird es richtig spannend um Mbappé.

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"Im Oans gegen Oans ist er fast net zum Aufhoidn!" Andreas Herzog bemühte geschmeidigen Wiener Schmäh, um die Qualitäten von Kylian Mbappé zu beschreiben: "Der ist die Zukunft im Weltfußball", sagte der einstige Bundesliga-Profi des FC Bayern und von Werder Bremen dann doch in allgemein verständlicherem Hochdeutsch.

Geschmeidig wie der österreichische Dialekt des einstigen Münchners ist die Spielweise von PSG-Superstar Mbappé. Er soll Paris Saint-Germain am Mittwochabend (21 Uhr) zum Sieg im Halbfinal-Hinspiel der Champions League führen - und im zweiten Schritt ins zweite CL-Finale in Folge.

Kylian Mbappé besiegte den FC Bayern beinahe allein

Folgt dann schon bald der Abschied aus der französischen Hauptstadt? "Für mich ist er ein Spieler für Real Madrid. Für keinen anderen Verein. Real Madrid ist der größte Verein. Und es brechen Spieler weg bei Real", sagte der deutsche Rekordnationalspieler Lothar Matthäus in derselben Sky-Sendung mit Herzog - und stellte die These auf: "Er könnte der neue Ronaldo bei Real Madrid werden."

Es war der späte Mittwochabend, 7. April, im Sky-Studio in Unterföhring nördlich von München. Nur ein paar Kilometer weiter nordwestlich hatte Mbappé die Bayern gerade in deren Arena beim 3:2-Sieg von PSG beinahe im Alleingang bezwungen. Zwei Chancen brauchte der 22 Jahre alte Stürmer für zwei Treffer im Viertelfinal-Hinspiel gegen den deutschen Rekordmeister. Ein Beleg für seine unnachahmliche Effizienz vor dem Tor.

"Er will Weltfußballer werden. Das ist in der französischen Liga sehr schwierig. Er braucht den Glanz des Vereins, die Größe des Vereins", referierte Matthäus weiter: "Und da ist Real Madrid ganz oben."

Real Madrid wirbt seit Jahren um den PSG-Angreifer

Sie, die Königlichen, wollen den Ausnahmefußballer schon seit vier Jahren. Doch 2017 schnappte PSG den Madrilenen den damals 18 Jahre alten Teenager weg, als dieser für eine kolportierte Ablöse von 180 Millionen Euro in seine Heimat zurückkehrte.

In Paris geboren, wuchs der Sohn der algerischstämmigen Ex-Profi-Handballerin Fayza Lamari und des Kameruners Wilfrid Mbappé in der Kleinstadt Bondy am Rande der französischen Metropole auf.

PSG erkannte das Talent des Jugendlichen mit dem nimmermüden Grinsen zunächst nicht, weswegen Mbappé mit nur 14 Jahren an die französische Riviera zog, um fortan das Trikot der AS Monaco zu tragen. Mit sechs Toren führte der Youngster die Monegassen in seiner letzten Saison an der Mittelmeerküste bis ins Halbfinale der Champions League. Plötzlich war er ein Begriff unter Fußball-Fans. Das Finale entschied in besagter Saison Real Madrid für sich, unter Mbappés französischem Landsmann Zinédine Zidane.

Schließlich hatte Mbappé 2018 bei der Fußball-WM in Russland mit vier Toren maßgeblichen Anteil daran, dass Frankreich erstmals seit 1998 wieder Weltmeister wurde.

Es soll keinen Spieler geben, um den der dreimalige Weltfußballer (1998, 2000, 2003) und Real-Coach Zidane mehr wirbt, heißt es. Doch ist Real für Mbappé überhaupt Thema? Mitte April 2019 sagte er dem französischen Sender "Canal Plus" noch: "Es ist gut für Real, wenn Zizou (Zinédine Zidane, Anm. d. Red.) da ist, aber ich werde mir das nur als Bewunderer anschauen." Und mit Blick auf PSG: "Ich bin hier, ich bin Teil des Projekts."

Bei PSG soll Kylian Mbappé 42 Millionen US-Dollar verdienen

Besagtes Projekt könnte durch einen Champions-League-Sieg aber abgeschlossen sein. So wird es in den nächsten Wochen richtig spannend um den 1,78 Meter großen Angreifer, dessen Zielstrebigkeit an der Box und die Explosivität im Umschaltspiel (bis zu 37 km/h) bestechen. Gepaart mit einer hohen Auffassungsgabe sowie einem präzisen und satten Schuss im Abschluss. In der Ligue 1 steht er aktuell bei 25 Saison-Toren, in der Königsklasse sogar bei acht in neun Spielen.

Wie das internationale Fußball-Portal "Goal" berichtet, lehnte er bereits drei Angebote zur Vertragsverlängerung (aktuell bis 2022) ab. Obwohl sein Arbeitgeber ihm pro Jahr laut brandaktueller "Forbes"-Liste 42 Millionen US-Dollar überweist. Sein Wunsch sei es dennoch, für die Königlichen aufzulaufen, heißt es bei "Goal" weiter. In dem Bericht, der vom spanischen Ableger der Nachrichtenseite stammt, wird aus dem Umfeld Real Madrids zitiert: "Es wird darauf ankommen, ob er im Goldenen Käfig sitzen möchte oder in Madrid Erfolg haben will." Als zentrale Figur.

Bald Weltfußballer wie Messi und Cristiano Ronaldo?

Real-Kapitän Sergio Ramos (35), Spielmacher Luka Modric (35), Stürmer Karim Benzema (33), Außenspieler Marcelo (32) und Deutschlands Weltmeister Toni Kroos (31) sind allesamt im fortgeschrittenen Fußballeralter, bereits 2018 hat Superstar Cristiano Ronaldo (36, CR7) den Klub verlassen. In Madrid steht also ein großer Umbruch an.

Auf Instagram schrieb Mbappé einst zu einem Foto mit CR7: "Idol." Jetzt, drei Jahre später, soll er den Platz des Portugiesen im "weißen Ballett" einnehmen.

"Er kann die Nachfolge eines Messi oder Ronaldo antreten", sagte Matthäus nach der Show des Hochbegabten in München im Hinblick auf die Weltfußballer-Wahl. "Über kurz oder lang wird Mbappé bei Real Madrid spielen." Vielleicht ja schon sehr bald.

Verwendete Quellen:

  • transfermarkt.de: Spielerprofil von Kylian Mbappé
  • Sport Bild: Wechsel zu Real? Klartext von Mbappé
  • goal.com: PSG: Kylian Mbappe lässt Zukunft weiter offen – Real Madrid optimistisch bezüglich eines Transfers
  • sport.sky.de: Matthäus sicher: Zu diesem Klub wird Mbappe wechseln

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