• 21:41 Uhr: ➤ Orkantief fordert erste Todesopfer - Berliner Feuerwehr ruft Ausnahmezustand aus
  • 19:23 Uhr: Drei Tote durch heftigen Sturm in Niederlanden
  • 17:41 Uhr: Allein für "Ylenia": So hoch schätzen Experten den Schaden für Deutschland
  • 16:44 Uhr: Ast im Stromabnehmer: Wuppertaler Schwebebahn steht still
  • 15:55 Uhr: Vor schwerer Sturmflut in Norddeutschland: So schätzen Fachleute die Lage ein
  • 15:47 Uhr: Berlin: Zoo und Tierpark wegen Sturmwarnung geschlossen
  • 14:43 Uhr: VW stoppt wegen herannahenden Orkantiefs Produktion im Werk Emden

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➤ Orkantief fordert erste Todesopfer in Europa - Berliner Feuerwehr ruft Ausnahmezustand aus

Ein neues Orkantief hat am Freitag in den Niederlanden, Großbritannien und in Irland erste Todesopfer gefordert. Allein in Amsterdam starben drei Menschen durch umstürzende Bäume, darunter ein Radfahrer. In Deutschland sollte Orkan "Zeynep" erst am späten Abend voll wüten.

Der Sturm mit orkanartigen Böen legte in den Niederlanden das öffentliche Leben in großen Teilen des Landes lahm. Der Zug- und öffentliche Nahverkehr wurden eingestellt, der Flugverkehr war beeinträchtigt. In Großbritannien starb eine Frau, als ein Baum auf ihr Auto stürzte. Im Nordwesten Englands kam der Polizei zufolge ein Mann ums Leben, als Trümmerteile auf die Windschutzscheibe seines Fahrzeugs fielen. Auch Irland meldete ein Todesopfer.

In Großbritannien wütete das Sturmtief früher und richtete schwere Zerstörungen an, unter anderem an einem Kraftwerk nahe der Stadt Rochester. In London wurde erstmals die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. Auf Videos, die im Internet kursierten, war zu sehen, wie die Bespannung des Millennium-Domes im Londoner Stadtteil Greenwich teilweise fortgerissen wurde. Unter der zur Jahrtausendwende errichteten zeltartigen Konstruktion befindet sich die O2-Arena, in der es oft Musik- und Sportveranstaltungen gibt.

In Deutschland hat wegen des Sturms "Zeynep" die Berliner Feuerwehr am Freitagabend erneut den Ausnahmezustand ausgerufen. Nach Angaben eines Sprechers gab es seit 20.00 Uhr 68 Einsätze. "Viele Dinge, die nicht gesichert sind, fliegen jetzt durch die Gegend, etwa an Baustellen", hieß es. Ausnahmezustand bedeutet in diesem Fall, dass so viele Alarmrufe eingehen, dass sie nicht mehr - wie sonst üblich - nacheinander abgearbeitet werden können, sondern andere Prioritäten gesetzt werden. Das kommt häufiger vor.

Für den Abend und die Nacht warnte der DWD vor extremen Orkanböen der Stärke 12 an der Nordsee mit bis zu 160 Kilometern pro Stunde. Hamburg und Schleswig-Holstein bereiteten sich außer auf den Orkan auch auf eine Sturmflut vor.

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Sturmtief "Ylenia" fegt über Deutschland: Die Folgen in Bildern

Das Sturmtief "Ylenia" fegt seit Mittwochnacht über Deutschland. Besonders betroffen ist die Nordhälfte. Der Bahnverkehr wurde in vielen Bundesländern eingestellt, Flüge annulliert. Die eindrücklichsten Bilder.

Die weiteren Unwetter-News des Tages:

Zugausfälle und umgestürzte Bäume in NRW

21:50 Uhr: Orkantief "Zeynep" ist am Freitag mit Kraft über Nordrhein-Westfalen gebraust und hat bis zum Abend etliche Spuren hinterlassen. Bäume, Bauzäune und Straßenschilder fielen um. Im Zugverkehr gab es starke Beeinträchtigungen. Am Freitagnachmittag stellte die Deutsche Bahn erst den Regionalverkehr in dem Bundesland komplett ein, wie ein Sprecher sagte. Später wurde auch der Fernverkehr im ganzen Land eingestellt, wie die Bahn auf Twitter mitteilte.

In Solingen wurde ein Mensch durch herabfallende Dachziegel verletzt, wie ein Stadt-Sprecher sagte. In Mülheim stürzten nach Angaben der Feuerwehr mehrere 25 Meter hohe Buchen aus einem Waldstück quer über die Straße und landeten auf Hausdächern. Die Bewohner mussten die Gebäude verlassen.

"In NRW ist die Kaltfront durchgezogen", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Abend. Auf dem Kahlen Asten im Sauerland habe der Sturm eine Spitzengeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern erreicht. In Gütersloh seien Windgeschwindigkeiten von 119, in Köln von 115 Stundenkilometern gemessen worden. Im Laufe der Nacht werde die Lage sich in Nordrhein-Westfalen langsam entspannen.

Baukran droht umzukippen - Häuser in Aurich evakuiert

21:18 Uhr: Weil ein Baukran in Aurich in Ostfriesland umzukippen drohte, sind dort am Freitagabend zwei Einfamilienhäuser evakuiert worden. "Er drehte und neigte sich erheblich, wir mussten auch die Baufirma hinzuziehen", sagte ein Feuerwehrsprecher. Details zur Lage vor Ort nannte er zunächst nicht.

Wegen des heftigen Sturms seien bis zum Abend im Kreis Aurich rund 70 Einsätze zu verzeichnen gewesen. Im Kreis Leer gab es mehr als 100 Einsätze, wie es hieß.

Bäume seien auf Häuser gestürzt. Eine Eiche krachte in Aurich in ein Haus. Carports und Dächer mussten von den Einsatzkräften gesichert werden, sie drohten abzuwehen. Beim Technischen Hilfswerk (THW) in der Region im Nordwesten Niedersachsens herrschte Voralarm wegen des Orkans "Zeynep".

Rund 130.000 Haushalte in Nordfrankreich nach Sturm ohne Strom

20:36 Uhr: Nach heftigem Sturmwetter waren in Nordfrankreich am Freitagabend rund 130 000 Haushalte ohne Strom. Wie der Netzbetreiber Enedis mitteilte, rückten rund 700 Techniker mit schweren Fahrzeugen aus, um die Stromversorgung wieder herzustellen und Schäden am Leitungsnetz zu beheben. Der Wetterdienst hob unterdessen die Unwetterwarnung für fünf Departements im Norden wieder auf. Tagsüber war vor Windgeschwindigkeiten bis zu 140 Kilometern pro Stunde und bis zu vier Meter hohe Wellen an der Küste gewarnt worden. In der Nacht wurde aber weiter mit heftigem Niederschlag an der Küste und sehr starkem Wind gerechnet.

Für vom Sturm betroffene Gebiete kündigte Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin das Ausrufen des Katastrophenfalls an, um Entschädigungen zu erleichtern. Wie die Zeitung "Le Parisien" berichtete, kam es zu erheblichen Schäden. Drei Menschen wurden schwer und acht weitere leicht verletzt, hieß es unter Verweis auf die Präfektur.

Großer Baum begräbt zwei Autos unter sich - Kind leicht verletzt

18:48 Uhr: Ein Baum ist in Hamburg im Sturm auf zwei parkende Autos gestürzt und hat ein Kind leicht verletzt. Es war mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, als der Baum umfiel, wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte. Die Umgebung wurde gesperrt, Baum und Äste bedeckten eine Fläche von rund 200 Quadratmetern.

Allein für "Ylenia": So hoch schätzen Experten den Schaden für Deutschland

17:41 Uhr: Der Wintersturm "Ylenia" könnte Deutschlands Versicherer eine halbe Milliarde Euro kosten. Das schätzt die auf Versicherungsmathematik spezialisierte Unternehmensberatung Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) in Köln. Nahezu alle Regionen Deutschlands seien von dem Sturm getroffen worden, teilten die Experten am Freitag mit. Eine Schadensumme dieser Größe komme alle ein bis zwei Jahre vor.

"Weitere Länder wie Großbritannien, Dänemark und Polen sind zwar auch betroffen, die überwiegende Schadensumme in Europa dürfte aber aus Deutschland kommen", sagte Geschäftsführer Onnen Siems. "Wir schätzen den versicherten Schaden in Deutschland auf 500 Millionen Euro." Das bedeutet, dass der Gesamtschaden noch erheblich höher liegen könnte, da bei Unwettern in aller Regel nicht alle Schäden versichert sind.

Ast im Stromabnehmer: Wuppertaler Schwebebahn steht still

16:44 Uhr: In Wuppertal hat der Sturm am Freitagnachmittag vorübergehend das Wahrzeichen der Stadt, die berühmte Schwebebahn lahmgelegt. Ein Ast sei auf eine Bahn gefallen und habe sich im Stromabnehmer verklemmt, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Stadtwerke (WSW). Die Fahrzeuge stehen den Angaben zufolge in den Stationen. Alle Fahrgäste hätten aussteigen können. Sobald der Ast beseitigt sei, solle der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Vor schwerer Sturmflut in Norddeutschland: So schätzen Fachleute die Lage ein

15:55 Uhr: An der Nordseeküste wird es eine Sturmflut geben, in Hamburg nach der Prognose des Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) eine schwere Sturmflut mit Wasserständen von drei Metern über dem normalen Hochwasser in der Nacht zu Samstag. Der höchste Wasserstand werde wahrscheinlich zwischen 5.00 Uhr und 6.00 Uhr am Samstagmorgen erreicht, sagte Bernd Brügge vom BSH.

Für Schutzeinrichtungen und Deiche werde das aber nicht zum Problem. Brügge erinnerte an die Sturmflut von 1976, die 4,64 Meter über dem mittleren Hochwasser in der Hansestadt erreicht hatte. Für Schleswig-Holstein rechnet das BSH in Büsum mit 2,5 Metern über dem normalen Hochwasser, am Eidersperrwerk mit 3,0 Metern.

Wetterexperte Frank Böttcher schätzt den heranziehenden Sturm an der oberen Grenze dessen ein, was meteorologisch an der Küste möglich sei. Er könne historische Dimensionen erreichen. Dass dennoch keine höhere Sturmflut erwartet wird, liegt nach Brügges Angaben unter anderem am zeitlichen Ablauf. Das stärkste Windfeld und das Hochwasser fielen zeitlich nicht zusammen. Zu einer sehr schweren Sturmflut, die bei 3,5 Metern über dem normalen Hochwasser beginnt, werde es wahrscheinlich nicht kommen. "Das sehen wir zur Zeit noch nicht", sagte Brügge.

Der stellvertretende Direktor des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz, Michael Kruse, sagte: "Die Küsten und Deiche sind sicher." Drei Meter über dem mittleren Hochwasser seien nicht besorgniserregend. Die Entwicklung werde aufmerksam beobachtet. In Husum sei ein kleiner Stab des LKN zusammengezogen worden.

Berlin: Zoo und Tierpark wegen Sturmwarnung geschlossen

15:47 Uhr: Nach einer erneuten Sturmwarnung des Deutschen Wetterdienstes werden sowohl der Zoo als auch der Tierpark Berlin am Samstag schließen. Sofern keine gravierenden Sturmschäden auftreten und sich die Unwetterlage beruhigt habe, planen Zoo und Tierpark am Sonntag wieder zu öffnen. Das Aquarium Berlin bleibe geöffnet, teilte eine Zoosprecherin am Freitag mit.

Bereits am Donnerstag wurden die Pforten aufgrund der Gefahr durch herabfallende Äste geschlossen. Mehr als 20 Bäume und diverse Bauzäune seien in Folge des Sturms umgekippt. Glücklicherweise hätten alle Tiere und Mitarbeiter den Sturm gut überstanden und seien nicht zu Schaden gekommen, teilte Zoo- und Tierpark-Direktor Andreas Knieriem mit.

VW stoppt wegen herannahenden Orkantiefs Produktion im Werk Emden

14:43 Uhr: Wegen des herannahenden Orkantiefs "Zeynep" setzt Volkswagen die Produktion in seinem Emder Werk vorerst aus. Eine VW-Sprecherin bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Emder Zeitung" am Freitagmittag.

Demnach fielen die Spät- und die Nachtschicht am Freitag aus. Die Beschäftigten wurden aufgerufen, zuhause zu bleiben. Dies passiere aus Vorsicht, sagte die VW-Sprecherin. Es gehe darum, die Beschäftigten von ihrem Weg von und zum Werk vor dem Unwetter zu schützen.

Am Samstag sollte zudem die Frühschicht mit der Arbeit etwas später beginnen. Wie viele Arbeiterinnen und Arbeiter betroffen sind, war nicht bekannt. Bei VW in Emden arbeiten insgesamt rund 9.000 Menschen.

Bereits ab dem Freitagnachmittag soll der Wind in Ostfriesland spürbar auffrischen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet den Orkan ab den Abendstunden an der Nordseeküste - dann können dort extreme Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern erreicht werden.

Sturmtief "Ylenia" sorgt für Windstrom-Rekord

13:44 Uhr: Sturmtief "Ylenia" hat nach einer Analyse des Energiekonzerns Eon für einen Windstrom-Rekordwert gesorgt. Am Mittwoch sei mit 47,12 Gigawatt in der Spitze so viel Windstrom in das deutsche Stromnetz eingespeist worden wie nie zuvor, teilt Eon nach Auswertung von Daten der Bundesnetzagentur mit. Erreicht worden sei der neue Höchstwert am Mittwochabend.

Der Windstrom-Rekord ist den Angaben zufolge die Spitze mehrerer windreicher Wochen zu Beginn des Jahres: Allein bis zum 17. Februar erzeugten die deutschen Windräder an Land und auf See mehr als 28 Milliarden Kilowattstunden Strom. Im Vorjahr waren bis zu diesem Tag erst rund 18,5 Milliarden Kilowattstunden zusammengekommen.

Die Eon-Analysten schätzen mit Blick auf die Wettervorhersage, dass im Januar und Februar in Deutschland insgesamt mehr als 37 Milliarden Kilowattstunden Windstrom erzeugt werden könnten. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2021 haben die Anlagen in Deutschland rund 118 Milliarden Kilowattstunden Windstrom erzeugt.

Den in diesem Jahr bisher größten Windstrom-Anteil am Stromverbrauch registrierte Eon am 6. Februar, einem Sonntag, an dem der Stromverbrauch im Vergleich zu Werktagen geringer ist. Der Durchschnittswert für Januar lag bei gut 36 Prozent. Im Februar liegt der Schnitt bislang bei über 50 Prozent Windstrom-Anteil.

Bahn stellt auch Fernverkehr in Norddeutschland ein

13:20 Uhr: Die Deutsche Bahn stellt auch den Fernverkehr in Norddeutschland wegen des Sturmtiefs ab sofort schrittweise ein. Für den Rest des Tages führen dann keine Fernzüge mehr nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Es hatte zuvor schon angekündigt, dass im Tagesverlauf der Regionalverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Teilen von NRW eingestellt werde. Auf den Verbindungen von Amsterdam mit Berlin und Frankfurt fuhren ganztägig keine Fernzüge.

Deutscher Wetterdienst warnt vor extremen Orkanböen an der Nordsee

12:49 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor extremen Orkanböen an der Nordsee mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometer pro Stunde ab Freitagnachmittag. In den Frühstunden des Samstags soll der Sturm wieder nachlassen.

Der DWD warnt vor Lebensgefahr durch Sturmschäden wie umstürzende Bäume und herabstürzende Gegenstände. Türen und Fester sollen geschlossen und Gegenstände im Freien gesichert werden.

Menschen sollen den Aufenthalt im Freien meiden und auf jeden Fall Abstand zu Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen halten. Der DWD rät, Autofahrten zu vermeiden und Fahrzeuge nach Möglichkeit in Garagen abzustellen.

Bahn stellt Regionalverkehr im Norden und NRW nach und nach ein

11:35 Uhr: Die Deutsche Bahn stellt den Regionalverkehr in Teilen Norddeutschlands und Nordrhein-Westfalens wegen des angekündigten Sturms nach und nach ein. Das kündigte das Unternehmen am Freitag für den Tagesverlauf in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Teilen von NRW an. Der Schutz der Reisenden und der Beschäftigten habe Vorrang, hieß es. Der Deutsche Wetterdienst warne insbesondere für die nördlichen Landesteile und für die Mitte Deutschlands ab dem Nachmittag vor Unwetter mit extremen Orkanböen und orkanartigen Böen.

Sturmtief "Zeynep": Deutsche Bahn rät, Reisen am Freitag vorzuverlegen

11:23 Uhr: Angesichts des bevorstehenden Sturmtiefs rät die Deutsche Bahn Fahrgästen, ihre für den späten Freitagnachmittag geplanten Reisen möglichst vorzuziehen. "Es ist ab den Nachmittagsstunden mit erheblichen Beeinträchtigungen des Bahnbetriebs zu rechnen", teilte das Unternehmen am Freitag in Berlin mit. Dann erreiche die nächste Sturmfront Deutschland. Ob, wann und wo der Betrieb gegebenenfalls eingestellt wird, wurde noch nicht bekannt gegeben.

Bei dem neuen Sturmtief sei mit teilweise deutlich höheren Windgeschwindigkeiten zu rechnen als am Donnerstag bei Orkantief "Ylenia", hieß es. Während des Sturms hatte die Bahn am Donnerstagmorgen den Betrieb in Norddeutschland vorübergehend eingestellt. Inzwischen fahren nach Unternehmensangaben vier Fünftel der Fernverkehrszüge, 80 Prozent der Halte seien pünktlich.

Fahrgäste können ihre für den Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag gebuchten Fahrkarten bis zum 27. Februar flexibel nutzen oder kostenfrei stornieren, wenn sie Reisen wegen des Sturms verschieben.

Wetterdienst warnt wegen Sturmtief "Zeynep": "Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien!"

10:30 Uhr: Der DWD hat eine amtliche Unwetterwarnung vor extremen Orkanböen herausgegeben. Diese gilt ab Freitagnachmittag um 16:00 Uhr bis Samstagmorgen.

Besonders betroffen ist die Nordseeküste und der Brocken. Demnach treten extreme Orkanböen mit Geschwindigkeiten zwischen 120 km/h und 140 km/h auf. In Schauernähe sowie in exponierten Lagen sei mit extremen Orkanböen bis 160 km/h zu rechnen.

Auf der Website des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe veröffentlichte der DWD einen Hinweis auf mögliche Gefahren: "Es sind unter anderem verbreitet schwere Schäden an Gebäuden möglich. Bäume können zum Beispiel entwurzelt werden und Dachziegel, Äste oder Gegenstände herabstürzen."

In einer Handlungsempfehlung rät der DWD: "Schließen Sie alle Fenster und Türen!" Zudem wird gewarnt, man solle Gegenstände im Freien sichern und insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen halten.

"Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien! Verlassen Sie nicht das Haus und suchen Sie sichere Räume auf! Stellen Sie Fahrzeuge nach Möglichkeit in die Garage!", heißt es weiter.

Lebensgefahr durch Sturm: Höchste Wetterwarnung in London ausgerufen

09:12 Uhr: Das Eintreffen des Sturmtiefs "Zeynep" bereitet auch Großbritannien Sorgen. Dort wurde es "Eunice" getauft. Millionen Menschen in London, dem Süden Englands sowie in Wales sind am Freitag wegen stürmischem Wetters dazu aufgerufen, zuhause zu bleiben. Wie der britische Wetterdienst Met Office mitteilte, droht wegen umherfliegender Trümmerteile bei Sturmgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern Lebensgefahr. Zu rechnen sei mit abgedeckten Dächern, entwurzelten Bäumen und Störungen im Zug- und Schiffsverkehr. Menschen an der Küste wurden vor großen Wellen und Überschwemmungen gewarnt.

Der BBC zufolge könnte es sich um einen der schwersten Stürme in dem Land seit Jahrzehnten handeln. In Irland hatten heftige Winde in der Nacht bereits zu Stromausfällen bei Tausenden Haushalten geführt.

Großteil der Bahnstrecken nach Sturm wieder befahrbar

08:50 Uhr: Nach dem Sturm "Ylenia" ist der Großteil der Strecken im Bahnverkehr wieder befahrbar. Insbesondere zwischen Berlin und Hamburg sowie zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen seien wieder Fernverkehrszüge unterwegs, teilte die Bahn am Freitagmorgen mit. Dennoch komme es weiterhin aufgrund von gesperrten Streckenabschnitten im Fernverkehr zu Einschränkungen. Auf der Strecke nördlich von Berlin Richtung Ostseeküste und nördlich von Hamburg und Münster sowie den internationalen Verbindungen von Frankfurt/Main und Berlin nach Amsterdam würden noch keine ICE und Intercity-Züge fahren. Es komme zu Zugausfällen und Verspätungen.

Im Regionalverkehr habe sich der Verkehr weitgehend wieder normalisiert. Beeinträchtigungen seien noch auf einzelnen Verbindungen in den besonders von dem Sturmtief betroffenen Gebieten, wie Teile Niedersachsens, möglich.

Hamburger Fischmarkt erneut unter Wasser - schwere Sturmflut erwartet

08:40 Uhr: Nach dem Sturm am Donnerstag wurde am frühen Freitagmorgen erneut der Fischmarkt im Hamburger Stadtteil Altona überspült. Am Messpunkt St. Pauli erreichte der Wasserstand laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) 1,49 Meter über dem mittleren Hochwasser - einen Zentimeter unter der Grenze für Sturmfluten.

Elbfähre frontal von Welle getroffen - Innenraum geflutet

Das Orkantief "Ylenia" sorgt für Hunderte Einsätze von Polizei und Feuerwehren. Zwei Autofahrer sterben. In Hamburg erwischt es eine Hafenfähre. Für Freitagmittag wird schon das nächste Orkantief - "Zeynep" genannt - erwartet.

Wird Sturmtief "Zeynep" noch heftiger als "Ylenia"? Höchste Warnstufe am Brocken und der Nordseeküste

08:25 Uhr: Vielerorts sind die Aufräumarbeiten nach Sturm "Ylenia" noch im Gange. Zugleich geht der Blick nach vorne: Schon am Freitagnachmittag droht der nächste schwere Sturm in Deutschland. "Zeynep" könnte sogar noch heftiger werden als Tief "Ylenia", das am Donnerstag zu Zugausfällen und tödlichen Unfällen geführt hatte.

Schwerpunkt der neuen Sturm- beziehungsweise sogar Orkanlage sei bis Samstagfrüh die Nordhälfte Deutschlands, sagen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) voraus. Betroffen seien Teile der Länder Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Sachsen.

Für die Nordseeküste und den Brocken warnt der DWD ab Freitagnachmittag vor extremen Orkanböen. Dort gilt die höchste Warnstufe vier.

Zwischen Nordsee und Hochrhein soll der Wind am Freitagvormittag zunehmen, vom Nachmittag an beginnt dann die nächste schwere Sturmlage - von West nach Ost ausgreifend. Für die Nordhälfte Deutschlands rechnet der DWD mit orkanartigen Böen und Orkanböen von 100 bis 140 km/h bis ins Flachland. In der Nacht zum Samstag könne der Wind an der Nordsee und in einigen Hochlagen wahrscheinlich sogar noch heftiger sein.

Mancherorts dürfte auch am Freitag - wie teils schon am Donnerstag - wieder der Schulunterricht beeinträchtigt sein oder ganz ausfallen. So teilte der Landkreis Goslar in Niedersachsen mit, dass die Schüler und Schülerinnen nicht überall befördert werden könnten. Deshalb wurde dort der Präsenzunterricht in allen allgemein- und berufsbildenden Schulen abgesagt. Aus Hamburg hieß es, Sorgeberechtigte könnten selbstständig entscheiden, ob ihr Kind zu Hause bleibt, sie sollten dann aber unbedingt die Schule informieren.

Für die deutsche Nordseeküste wird auch für Freitag wieder vor Sturmflut-Gefahr gewarnt. Sturmfluten an sich seien durchaus normal, in der Häufigkeit wie im Moment jedoch ungewöhnlich, hatte ein Sprecher des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gesagt. An der Nordseeküste spricht man von einer Sturmflut, wenn das Hochwasser mindestens 1,5 Meter höher als normal aufläuft. Von einer schweren oder sehr schweren Sturmflut wird erst ab Werten von 2,5 beziehungsweise 3,5 Meter gesprochen.

Sturm "Zeynep": Das rät die Feuerwehr

07:20 Uhr: Um Schäden und Unfälle durch den herannahenden Sturm "Zeynep" zu vermeiden, sollten Bürgerinnen und Bürger entsprechende Vorbereitungen treffen. "Alles, was auf der Terrasse ist, was nicht niet- und nagelfest ist, am besten reinholen, in die Garage stellen", sagte Christopher Rehnert, Leiter der Feuerwehr Lüdenscheid, am Freitagmorgen im ARD-"Morgenmagazin". Blumenkästen oder andere Gegenstände sollten von Balkonen entfernt werden.

Von Spaziergängen rät Rehnert derzeit ab. Vor allem sollte man nach einem heftigen Sturm Ausflüge in den Wald meiden, da dort abgebrochene Äste herunterfallen könnten. "Die Stunden und die Tage danach können immer noch gefährlich sein."

Hagelschauer auf A26: Autos fahren ineinander, mehrere Verletzte

07:00 Uhr: Während eines Hagelschauers auf der Autobahn 26 zwischen Dollern und Stade (Niedersachsen) sind am Donnerstagnachmittag vier Fahrzeuge zusammengestoßen. Vor ihnen hatte eine Fahrerin die Kontrolle über ihr Auto verloren und war auf der glatten Fahrbahn in die Leitplanke geprallt, wie die Polizei mitteilte. Die Fahrzeuge wurden zum Teil schwer beschädigt. In einem Wagen wurde eine Fahrerin eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Eine Frau wurde schwer verletzt, vier weitere Autoinsassen leicht.

Kurze Zeit später kam auf der Gegenfahrbahn etwa 500 Meter vor der Ausfahrt Dollern ein Autofahrer ins Schleudern und prallte in die Leitplanke. Er blieb unverletzt.

Die Autobahn war in Fahrtrichtung Stade noch am Abend voll gesperrt. Der Verkehr wurde über die Bundesstraße 73 umgeleitet. Der bei den Unfällen entstandene Sachschaden wird auf mehrere Zehntausend Euro geschätzt. Zeugen beschrieben, dass bei dem Hagelschauer binnen weniger Minuten mehrere Zentimeter Eis und Schnee auf der Fahrbahn lagen.

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Mit Material von dpa und AFP
Teaserbild: © dpa / Lars-Josef Klemmer/dpa