• 20:51 Uhr: Selenskyj bei König Willem-Alexander und ukrainischen Soldaten
  • 20:20 Uhr: Ukrainische Hauptstadt Kiew von mehreren Explosionen erschüttert
  • 19:11 Uhr: Ukrainisches Militär: Schwere Kämpfe in Bachmut dauern an
  • 19:08 Uhr: Makeiev über mutmaßlichen Geheimnisverrat: "sehr unglücklich"
  • 18:33 Uhr: Ukraine nimmt Bürgermeister von Odessa wegen Korruptionsvorwürfen fest
  • 17:17 Uhr: ➤ Russland laut Moskau beispielloser ukrainischer "Sabotage"-Welle ausgesetzt
  • 16:19 Uhr: OSZE-Bericht: Verschleppung ukrainischer Kinder ist Kriegsverbrechen
  • 15:31 Uhr: Selenskyj: "Während des Krieges kommen wir nicht in die Nato"
  • 14:43 Uhr: Kreml: Entscheidung über Drohnen-Attacke wurde von USA getroffen – Weißes Haus dementiert
  • 12:49 Uhr: Selenskyj fordert Sondertribunal für russisches "Verbrechen der Aggression"
  • 12:17 Uhr: US-Institut: Angebliche Drohnenangriffe auf Kreml selbst inszeniert
  • 11:09 Uhr: Niederlande: Selenskyj besucht Weltstrafgericht
  • 10:10 Uhr: Russland: Wieder Großbrand in Tanklager – Bericht über Drohnenangriff
  • 09:05 Uhr: Selenskyj trifft überraschend zu Besuch in den Niederlanden ein
  • 08:13 Uhr: Neue nächtliche Drohnenangriffe Russlands gegen die Ukraine

Mehr News zum Krieg in der Ukraine

➤ Ukrainischer Botschafter Makeiev über mutmaßlichen Verrat: "Sehr unglücklich"

  • 19:16 Uhr

Der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev hat den mutmaßlichen Geheimnisverrat im Zusammenhang mit einem möglichen Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als «sehr unglücklich» bezeichnet. Die Sicherheit eines Staatsoberhauptes sei etwas sehr Ernstes, so etwas sollte nicht passieren, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Frankfurt (Oder). "Ich hoffe sehr, dass wir einen Ausweg finden." Mehr könne er dazu nicht sagen. Makeiev besuchte die Europa-Universität Viadrina in der Oderstadt und tauschte sich mit Studierenden aus.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die Berliner Polizei wegen des Verdachts auf Geheimnisverrat im Zusammenhang mit dem möglichen Besuch Selenskyjs ermittelt. "Hintergrund ist die gestrige Medienberichterstattung zu einem möglichen Besuch eines Staatspräsidenten", teilte die Behörde am Donnerstag mit. "Am Vormittag erschien in einer Berliner Tageszeitung ein Artikel, in welchem angeblich ein Angehöriger der Polizei Berlin zitiert wird. In dem Pressebericht werden vertrauliche Details zu einem in Planung befindlichen Einsatz wiedergegeben."

Selenskyj wird möglicherweise Mitte Mai zum ersten Mal seit dem russischen Angriff auf die Ukraine nach Berlin kommen. Die Berliner Polizei hatte am Mittwoch überraschend mitgeteilt, dass sie alle Sicherheitsvorkehrungen für einen solchen Besuch am 13. und 14. Mai treffe. Für den 14. Mai ist die Verleihung des Karlspreises an Selenskyj in Aachen geplant, zu der unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erwartet wird. Bisher wurde nicht bestätigt, dass der ukrainische Präsident persönlich dabei sein wird. (dpa)

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Die Lage im Überblick

Seit 24. Februar 2022 führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote. Wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu.

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat inzwischen mehr als 8,1 Millionen ukrainische Flüchtlinge in Europa registriert (Stand: 2. Mai). Die Flüchtenden sind vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land in den meisten Fällen nicht verlassen dürfen.

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Außerdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard hat die Ukraine aus Deutschland erhalten. (dpa)

Russlands Angriff auf die Ukraine © dpa-infografik GmbH

Die weiteren Nachrichten zum Krieg in der Ukraine vom 4. Mai

Selenskyj bei König Willem-Alexander und ukrainischen Soldaten

  • 20:51 Uhr

Im Rahmen seines Besuchs in den Niederlanden ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag von König Willem-Alexander empfangen worden. Selenskyj dankte dem niederländischen König "für die Unterstützung bei der Verteidigung unserer Freiheit", wie das Präsidialamt in Kiew am Abend mitteilte. "Seit den ersten Tagen des russischen Angriffs haben wir gespürt, dass die Niederlande und das gesamte niederländische Volk an der Seite der Ukraine stehen", wurde Selenskyj zitiert.

Anschließend besuchte Selenskyj zusammen mit dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte einen Luftwaffenstützpunkt und traf dort ukrainische Soldaten, die sich zur Ausbildung und Spezialisierung in den Niederlanden aufhalten. "Hier und jetzt sehen wir, was Hilfe ist und was Schutz des Lebens bedeutet", sagte Selenskyj demnach.

Selenskyj ließ sich die Waffen und Systeme zeigen, an denen die ukrainischen Soldaten ausgebildet werden. "All dies bringt den Sieg näher, unseren gemeinsamen Sieg. Wir werden das russische Böse besiegen und unsere Freiheit, unsere gemeinsame europäische Lebensweise schützen", sagte er dem Präsidialamt zufolge. (dpa)

Ukrainische Hauptstadt von mehreren Explosionen erschüttert

  • 20:20 Uhr

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist am Donnerstagabend von mehreren Explosionen erschüttert worden. AFP-Journalisten sahen eine Drohne, welche die ukrainische Luftabwehr abzuschießen versuchte. Die Militärverwaltung der Stadt erklärte, die Luftabwehr über Kiew sei im Einsatz.

Die Explosionen hörten nach etwa 15 bis 20 Minuten auf. Die Militärverwaltung teilte mit, der Luftalarm sei beendet. Über der Stadt hing eine schwarze Rauchwolke in der Luft.

"Die feindliche Drohne wurde abgeschossen", erklärte der Stabschef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von "Explosionen und Bränden" im Bezirk Solomjanskyj und warnte die Menschen vor etwaigen Drohnentrümmern.

Bereits in der Nacht zum Donnerstag hatte Russland ukrainischen Angaben zufolge bis zu 24 Kampfdrohnen gegen Ziele in der Ukraine eingesetzt, von denen 18 abgeschossen wurden. Der Leiter der Kiewer Militärverwaltung, Serhij Popko, sagte, die Hauptstadt habe seit Anfang des Jahres nicht mehr eine "solche Intensität von Angriffen" wie in den vergangenen Tagen erlebt. (afp)

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Ukrainisches Militär: Schwere Kämpfe in Bachmut dauern an

  • 19:11 Uhr

Die russischen Streitkräfte haben ihre Angriffe in der Ostukraine am Donnerstag fortgesetzt. Einmal mehr sei die Stadt Bachmut im Brennpunkt des Geschehens gewesen, berichtete der ukrainische Generalstab am Abend in seinem Lagebericht. Insgesamt seien bei Bachmut, Limansk und Marjinka rund 50 russische Angriffe zurückgeschlagen worden. "Die russischen Besatzungstruppen erleiden weiterhin schwere Verluste auf dem Schlachtfeld, und alle medizinischen Einrichtungen in den vorübergehend besetzten Gebieten sind mit verwundeten Besatzungssoldaten überfüllt", hieß es weiter. Die Angaben des Militärs konnten nicht unabhängig überprüft werden. (dpa)

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Ukraine nimmt Bürgermeister von Odessa wegen Korruptionsvorwürfen fest

  • 18:33 Uhr

Nach jahrelangen Korruptionsermittlungen ist der Bürgermeister der ukrainischen Hafenstadt Odessa festgenommen worden. Hennadij Truchanow wird beschuldigt, durch den geplanten Kauf einer bankrotten Firma zum "doppelten Preis" Haushaltsmittel von "mehr als 92 Millionen ukrainischen Hrywnja" (umgerechnet 2,2 Millionen Euro) veruntreut zu haben, wie die auf Korruptionsbekämpfung spezialisierte Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Der Bürgermeister wurde demnach in Untersuchungshaft genommen.

Die Ermittlungen gegen Truchanow hatten schon vor der russischen Invasion begonnen. Sie zogen sich über zwei Jahre hin und entwickelten sich zu einem der wichtigsten Korruptionsverfahren des Landes. Der Kampf gegen Korruption war eines der erklärten Ziele der Maidan-Revolution im Jahr 2014. Auch in Hinblick auf einen EU-Beitritt versucht die Ukraine seit Langem dieses Problem einzudämmen.

Truchanow war 2014 kurz nach den Protesten auf dem Maidan zum Bürgermeister der Hafenstadt am Schwarzen Meer gewählt worden. Er gehörte der Partei der Regionen des ehemaligen prorussischen Staatschefs Viktor Janukowitsch an und galt als höchst umstrittene politische Figur.

Odessa war bis zum Beginn des russischen Angriffskriegs der größte ukrainische Hafen und ein weltweites Drehkreuz für Schmuggler. Seit Kriegsbeginn wurde Odessa mehrfach angegriffen. (afp)

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Russland laut Moskau beispielloser ukrainischer "Sabotage"-Welle ausgesetzt

  • 17:17 Uhr

Russland ist derzeit nach Angaben des Außenministeriums in Moskau einer beispiellosen "Sabotage"-Welle der Ukraine ausgesetzt. "Die terroristischen Aktivitäten und die Sabotage durch die ukrainischen bewaffneten Kräfte erreichen ein beispielloses Ausmaß", erklärte das Ministerium am Donnerstag in Moskau. Russland behalte sich das Recht vor, Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen.

Am Vortag hatte Moskau den Abschuss zweier ukrainischer Drohnen bekannt gegeben, die angeblich den Kreml und Staatschef Wladimir Putin im Visier hatten. Der Kreml warf den USA vor, hinter diesem Drohnenangriff zu stecken. "Die Entscheidungen über solche Angriffe werden nicht in Kiew, sondern in Washington getroffen. Kiew setzt nur um, was von ihm verlangt wird", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. "Die Bemühungen Kiews und Washingtons, jegliche Verantwortung (für den Angriff) zu leugnen, sind völlig lächerlich."

Präsident Putin arbeite am Donnerstag in seinem Büro im Kreml, sagte Peskow weiter. Die Sicherheitsvorkehrungen würden auch mit Blick auf die Militärparade am 9. Mai nach dem Vorfall weiter verstärkt. "Natürlich wird das alles verstärkt werden und alles im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für die Parade wurde bereits verstärkt", sagte Peskow. Am 9. Mai feiert Russland den Sieg über Nazi-Deutschland, insbesondere mit einer Parade auf dem Roten Platz in Moskau.

Moskau liegt rund 500 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Der Kreml befindet sich in einem streng gesicherten Gebiet. Die russischen Berichte über einen angeblichen ukrainischen Drohnenangriff überraschte viele Beobachter. Kiew wies am Mittwoch jegliche Beteiligung an dem Vorfall zurück und beschuldigte Russland, diesen "inszeniert" zu haben. (dpa)

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OSZE-Bericht: Verschleppung ukrainischer Kinder ist Kriegsverbrechen

  • 16:19 Uhr

Russland hat laut einer Untersuchung im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) durch die Verschleppung von ukrainischen Kindern Kriegsverbrechen begangen. In dem Abschlussbericht, der am Donnerstag in Wien vorgestellt wurde, hieß es außerdem, dass Deportationen nach Russland und in russisch kontrollierte Gebiete möglicherweise auch als Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu werten seien.

Drei Rechtsexpertinnen aus Lettland, Norwegen und Tschechien waren von 45 der 57 OSZE-Mitgliedstaaten beauftragt worden, den Vorwürfen nachzugehen. "Die genauen Zahlen bleiben zwar unklar, doch die Verbringungen in großem Maßstab werden als Tatsache weder von der Ukraine noch von Russland bestritten", schrieben Elina Steinerte, Cecilie Hellestveit und Veronika Bilkova in ihrem Bericht. Das ukrainische Büro für Kriegsgefangene ging zuletzt von mehr als 19.000 betroffenen Kindern aus. Laut dem Bericht könnte diese Zahl aber auch Minderjährige enthalten, die mit ihren Eltern in Russland sind.

Kinder werden laut dem Bericht vorgeblich aus Sicherheitsgründen weggebracht, bei russischen Familien untergebracht oder in sogenannte "Erholungscamps" geschickt. Sie seien Umerziehung, Informationskampagnen und militärischer Ausbildung ausgesetzt. Moskau behindere die Rückkehr der Kinder und habe der Ukraine keine Liste der Betroffenen zur Verfügung gestellt, hieß es.

Die Expertinnen forderten Russland auf, die Deportationen "unverzüglich einzustellen" und wiesen darauf hin, dass der Internationale Strafgerichtshof bereits in dieser Sache ermittelt. Das Gericht in Den Haag hat im März einen Haftbefehl gegen Russlands Präsident Wladimir Putin erlassen.

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Selenskyj: "Während des Krieges kommen wir nicht in die Nato"

  • 15:31 Uhr

Für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist ein Nato-Beitritt seines Landes während des Krieges mit Russland unrealistisch. "Aber während des Krieges wollen wir eine sehr klare Botschaft, dass wir nach dem Krieg in der Nato sein werden", betonte der 45-Jährige auf einer Pressekonferenz in Den Haag am Donnerstag.

Dabei habe Kiew im Hinblick auf den Gipfel der Militärallianz in Vilnius im Juli "positive Botschaften" von einigen Ländern erhalten. Welche Staaten dem osteuropäischen Land mehr als nur eine "offene Tür" signalisieren wollen, sagte er nicht.

Der niederländische Premier Mark Rutte signalisierte Unterstützung. "Wir unterstützen die Nato-Ambitionen der Ukraine", sagte Rutte. Bislang hatte sich der Rechtsliberale ablehnend zu einem schnellen Nato-Beitritt der Ukraine geäußert. Die Ukraine wehrt seit über 14 Monaten eine russische Invasion ab. Moskau hatte diese auch unter dem Vorwand gestartet, einen Nato-Beitritt des Nachbarn zur eigenen Sicherheit verhindern zu müssen.

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Kreml: Entscheidung über Drohnen-Attacke wurde von USA getroffen – Weißes Haus dementiert

  • 14:43 Uhr

Russland hat den USA vorgeworfen, hinter dem angeblichen Drohnen-Anschlag auf den Kreml zu stecken. "Wir wissen, dass die Entscheidung über solche Handlungen und Terrorakte nicht in Kiew getroffen wird, sondern in Washington. Und Kiew führt aus, was ihnen gesagt wird", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge, ohne dafür irgendwelche Beweise vorzulegen.

Die USA haben die Vorwürfe Russlands als "lächerlich" zurückgewiesen und Moskau der Lüge bezichtigt. "Die Vereinigten Staaten hatten nichts damit zu tun. Wir wissen nicht einmal genau, was hier passiert ist", sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Donnerstag im US-Fernsehen. Mit Blick auf Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte Kirby: "Herr Peskow lügt."

Am Mittwoch hatte der Kreml über einen versuchten Anschlag mit zwei Drohnen berichtet, der angeblich Präsident Wladimir Putin gegolten habe. Verantwortlich für die Ausführung machte Moskau die Ukraine. Das Nachbarland, das sich seit mehr als 14 Monaten gegen eine russische Invasion verteidigt, wies diese Anschuldigung allerdings umgehend zurück. Auch internationale Militärexperten halten es für wahrscheinlich, dass der Vorfall vom Kreml selbst inszeniert sein könnte, um weitere Kriegshandlungen zu rechtfertigen.

Putin werde den Vorfall höchstwahrscheinlich an diesem Freitag bei einer planmäßigen Sitzung des nationalen Sicherheitsrats besprechen, sagte Kremlsprecher Peskow. Mit Blick auf vom Kreml bereits angekündigte Vergeltungsmaßnahmen sagte er lediglich, es werde sich um "durchdachte, ausgewogene Schritte" handeln, "die den Interessen unseres Landes entsprechen". (dpa/AFP/tas)

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Selenskyj fordert Sondertribunal für russisches "Verbrechen der Aggression"

  • 12:49 Uhr

Bei seinem Besuch beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Einrichtung eines Sondertribunals gefordert, um Russland für sein "Verbrechen der Aggression" zur Verantwortung zu ziehen. "Es muss eine Zuständigkeit für dieses Verbrechen geben. Das kann nur durch ein solches Gericht durchgesetzt werden", sagte Selenskyj am Donnerstag vor Diplomaten. Angesichts der russischen Invasion forderte er eine "groß angelegte" juristische Aufarbeitung.

Die Definition eines "Verbrechens der Aggression" wurde 2010 im Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs festgelegt und umfasst auch Angriffskriege. Allerdings kann der IStGH nicht von sich aus die Vorwürfe der Aggression untersuchen, weil Russland das Rom-Statut nicht ratifiziert hat.

Der IStGH ermittelt bereits zu Kriegsverbrechen im Ukraine-Krieg. Wegen der mutmaßlichen Verschleppung ukrainischer Kinder durch Russland hatte das Gericht im März einen Haftbefehl gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und die "Kinderrechtsbeauftragte" des Präsidenten, Maria Alexejewna Lwowa-Belowa, erlassen. Die Niederlande haben die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 finanziell wie militärisch unterstützt.

Selenskyj war am Mittwoch zu seinem ersten Besuch in den Niederlanden seit Beginn des Krieges eingetroffen. Auch ein Gespräch mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte stand auf dem Programm. (AFP)

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US-Institut: Angebliche Drohnenangriffe auf Kreml selbst inszeniert

  • 12:17 Uhr

Nach Einschätzung internationaler Militärexperten hat Russland zwei angebliche ukrainische Drohnenangriffe auf den Kreml wahrscheinlich selbst inszeniert. Damit sollten der russischen Öffentlichkeit der Krieg näher gebracht und die Voraussetzungen für eine breitere gesellschaftliche Mobilisierung geschaffen werden, schrieb das in Washington ansässige Institut für Kriegsstudien (ISW) in seinem Bericht am Mittwoch (Ortszeit). Mehrere Indizien deuteten darauf hin, dass der Angriff von innen geführt und gezielt inszeniert worden sei.

In der Nacht zu Mittwoch seien zwei Drohnen zum Absturz gebracht worden, die auf das Kreml-Gelände zugeflogen seien, hatte das russische Präsidialamt mitgeteilt. Russland warf der Ukraine daraufhin einen versuchten Anschlag auf Kremlchef Wladimir Putin vor und drohte mit Gegenmaßnahmen. Die Ukraine wies jede Beteiligung an dem Vorfall zurück.

Laut der US-Denkfabrik haben die russischen Behörden in letzter Zeit Schritte unternommen, um die Luftverteidigung zu verstärken, auch innerhalb Moskaus selbst. Geolokalisierte Bilder vom Januar 2023 zeigten demnach, dass die russischen Behörden Panzir-Luftabwehrsysteme in der Nähe von Moskau platziert haben, um Luftverteidigungskreise um die Stadt zu schaffen. Es sei daher äußerst unwahrscheinlich, dass zwei Drohnen mehrere Luftverteidigungsringe hätten durchdringen und direkt über dem Herzen des Kremls detoniert oder abgeschossen werden können – und das laut Bericht auf eine Art und Weise, die von einer Kamera gut eingefangen werden konnte, um spektakuläre Bilder zu liefern.

Laut ISW deutet die sofortige und koordinierte russische Reaktion auf den Vorfall darauf hin, dass der Angriff intern so vorbereitet wurde, dass seine beabsichtigten politischen Auswirkungen die Peinlichkeit überlagert, die ein Einschlag am Kreml bedeuten würde. Mit der Aktion kurz vor dem "Tag des Sieges" am 9. Mai solle der Krieg für das heimische Publikum als existenziell dargestellt werden. (dpa/tas)

Angriffe auf russische Ziele © dpa-infografik GmbH

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Niederlande: Selenskyj besucht Weltstrafgericht

  • 11:09 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag besucht. Der Präsident wurde am Donnerstag von Gerichtspräsident Piotr Hofmanski empfangen. Das Weltstrafgericht hatte im März einen internationalen Haftbefehl gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin erlassen wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in der Ukraine.

Selenskyj war am Vorabend überraschend in den Niederlanden eingetroffen. Er sollte am Donnerstag eine Rede halten zum Thema "Kein Frieden ohne Gerechtigkeit für Ukraine". Später waren auch Gespräche mit Premier Mark Rutte und Verteidigungsministerin Kajsa Ollongren geplant. Es ist der erste Besuch des Präsidenten in den Niederlanden.

Am Morgen war Selenskyj im Parlament empfangen worden. Er sprach auch mit Abgeordneten. Die Niederlande haben der Ukraine bisher militärische Hilfe in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro für ihren Kampf gegen den Angriffskrieg Russlands geliefert. (dpa)

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Russland: Wieder Großbrand in Tanklager – Bericht über Drohnenangriff

  • 10:10 Uhr

Im Süden Russlands ist zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit ein Großbrand in einem Tanklager nahe der Halbinsel Krim ausgebrochen. Das Feuer sei durch einen Drohnenangriff ausgelöst worden, berichtete die russische Staatsagentur Tass am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Rettungskräfte. Getroffen wurde demnach das Tanklager einer Ölraffinerie in der Ortschaft Ilski.

In der Nacht zuvor war es zu einem ähnlichen Vorfall in der rund 50 Kilometer entfernten Siedlung Wolna im Kreis Taman gekommen, der ebenfalls in der südrussischen Region Krasnodar liegt. Auch dort geriet ein Treibstoffreservoir in Brand, auch dort nannten russische Stellen einen Drohnenangriff als Ursache. Am Rande von Wolna liegt ein großes Umschlagterminal für Öl und Ölprodukte, die dann über das Schwarze Meer verschifft werden.

Zuletzt häuften sich in Russland, das einen Angriffskrieg gegen die benachbarte Ukraine führt, Anschläge auf strategische wichtige Infrastruktur. Am Wochenende wurde mit einer Drohne ein Treibstofflager auf der 2014 von Russland annektierten Krim in Brand gesetzt. In der westrussischen Region Brjansk entgleisten kurz nacheinander zwei Güterzüge nach Explosionen. Auch in diesen Fällen war die Rede von Drohnenangriffen.

Die betroffenen Regionen liegen alle in der Nähe zur Ukraine. Eine Gegenoffensive zur Befreiung der von Russland besetzten Gebiete wird in naher Zukunft erwartet. Die Anschläge könnten Teil der Vorbereitung sein. (dpa/tas)

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Selenskyj trifft überraschend zu Besuch in den Niederlanden ein

  • 09:05 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist überraschend zu einem Besuch in den Niederlanden eingetroffen. "Wir sind in Den Haag. Wir werden uns mit der Leitung des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) treffen", teilte ein Sprecher des ukrainischen Präsidenten der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag mit. Geplant sind laut der niederländischen Nachrichtenagentur ANP zudem Gespräche mit dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte sowie Parlamentsabgeordneten.

Selenskyj landete ANP zufolge am späten Mittwochabend auf dem Flughafen Schiphol in Amsterdam. Er wurde laut dem öffentlich-rechtlichen Sender NOS mit einem niederländischen Regierungsflieger aus der finnischen Hauptstadt Helsinki abgeholt, die der Staatschef am Mittwoch besucht hatte. In Helsinki hatte Selenskyj an einem Treffen mit den Regierungschefs der Schwedens, Norwegens, Dänemarks und Islands teilgenommen.

Bei seinem Niederlande-Besuch soll Selenskyj NOS zufolge vor dem IStGH in Den Haag eine Rede mit dem Titel "Kein Frieden ohne Gerechtigkeit für die Ukraine halten. Der IStGH hatte wegen der mutmaßlichen Verschleppung ukrainischer Kinder durch Russland im März einen Haftbefehl gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und die "Kinderrechtsbeauftragte" des Präsidenten, Maria Alexejewna Lwowa-Belowa, erlassen.

Die Niederlande haben die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 finanziell wie militärisch unterstützt. Im April kündigten die Niederlande den gemeinsam mit Dänemark zu bestreitenden Kauf von 14 Leopard-2-Panzern an, die an Kiew geliefert werden sollen. (AFP)

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Abschuss zweier Drohnen über Moskau: Kreml beschuldigt Kiew, Putin unversehrt

Nach eigenen Angaben soll Russland zwei ukrainische Drohnen mit dem Ziel Kreml abgeschossen haben. Der Kreml erklärte, dass es keine Schäden oder Opfer gegeben habe und nannte keine weiteren Einzelheiten. Präsident Wladimir Putin sei in Sicherheit und habe seine Arbeit unverändert fortsetzen können. © ProSiebenSat.1

Neue nächtliche Drohnenangriffe Russlands gegen die Ukraine

  • 08:13 Uhr

Russland hat bei neuen schweren Drohnenangriffen gegen die Ukraine in der Nacht vornehmlich die Hafenstadt Odessa ins Visier genommen. "Der Feind hat in der Nacht 15 Shahed-131/136 (iranisches unbemanntes Luftfahrzeug) auf Odessa gelenkt", teilte der Kommandostab Süd der ukrainischen Streitkräfte am Donnerstag mit. Zwölf Drohnen seien abgeschossen worden, drei hätten in einem Wohnheim einen Brand ausgelöst, der aber schnell und ohne Opfer gelöscht werden konnte, hieß es. Insgesamt sind nach Angaben der Luftstreitkräfte 18 von 24 auf die Ukraine gelenkten Drohnen abgeschossen worden.

Wie in der Nacht zuvor wurden die Drohnen ukrainischen Angaben zufolge vom westrussischen Gebiet Brjansk und vom Ostufer des Asowschen Meeres gestartet. Neben Odessa meldete auch die Hauptstadt Kiew Drohnenangriffe. Nach Angaben der Militärverwaltung sind dort aber alle Flugobjekte noch beim Anflug zerstört worden. Drohnentrümmer seien zwar in einzelne Wohngebiete gestürzt, hätten dort aber keine Schäden angerichtet, teilte der Leiter der Militärverwaltung, Serhij Popko, am Donnerstag mit.

In der Nacht zuvor wurde durch russische Drohnen ein Öllager in der Industrieregion Kirowohrad getroffen. Nächtliche Angriffe mit Raketen und Drohnen nutzt Russland in seinem vor gut 14 Monaten begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine verstärkt seit vergangenem Herbst. Zunächst zielten die russischen Attacken auf die Energieversorgung des Nachbarn, um die Ukrainer während des Winters in Dunkelheit und Kälte zu stürzen und sie kriegsmüde zu machen. Trotz gewaltiger Schäden und längerer Stromausfälle ist es den Ukrainern aber gelungen, ihr Netz intakt zu halten.

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Russisches Schiff wohl vor Nord-Stream-Explosion nahe Tatort

Noch immer ist unklar, wer für die Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines Ende September verantwortlich ist. Nun gibt es eine neue Spur.
Mit Material von dpa und AFP

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