• 21:52 Uhr: ➤ Netanjahu bedankt sich bei Scholz für Ablehnung von Genozid-Vorwurf
  • 17:22 Uhr: Erdogan kritisiert Militärschlag gegen Huthi als "unverhältnismäßig"
  • 16:58 Uhr: USA suchen trotz Angriffen auf Huthis "nicht den Konflikt mit dem Iran"
  • 15:26 Uhr: Huthi: "Amerikanisch-britische Interessen" sind legitimes Ziel
  • 13:38 Uhr: EU plant eigenen Militäreinsatz im Roten Meer
  • 12:48 Uhr: UN-Nothilfebüro: Zu viele Hilfskonvois für Gazastreifen scheitern

Mehr News zum Krieg in Nahost

➤ Netanjahu bedankt sich bei Scholz für Ablehnung von Genozid-Vorwurf

  • 21:52 Uhr

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich bei Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dafür bedankt, dass Deutschland die Völkermord-Klage Südafrikas gegen Israel entschieden zurückgewiesen hat. Alle Israelis seien zutiefst bewegt, dass sich der Bundeskanzler und Deutschland "auf die Seite der Wahrheit gestellt" haben, sagte Netanjahu in einem Telefonat mit Scholz, wie das israelische Ministerpräsidentenamt am Freitagabend mitteilte.

Israel muss sich seit Donnerstag erstmals wegen des Vorwurfs des Völkermords vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag verantworten. Südafrika hatte Israel Ende 2023 verklagt, weil es in der militärischen Gewalt gegen die Zivilbevölkerung im Gazastreifen einen Verstoß gegen die UN-Völkermordkonvention sieht. Israel weist den Vorwurf entschieden zurück. Nach einem Überfall der Terrororganisation Hamas am 7. Oktober auf Gebiete in Südisrael mit 1200 Toten hat Israel das Küstengebiet militärisch massiv angegriffen, um die Hamas niederzuschlagen.

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Hebestreit hatte den Genozid-Vorwurf gegen Israel am Freitag ausdrücklich und entschieden zurückgewiesen. "Dieser Vorwurf entbehrt jeder Grundlage", sagte er.(dpa)

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© dpa-infografik GmbH

Die weiteren Nachrichten zum Krieg in Nahost vom 12. Januar:

Erdogan kritisiert Militärschlag gegen Huthi als "unverhältnismäßig"

  • 17:22 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Militärschlag der USA und ihrer Verbündeten gegen die Huthi-Rebellen im Jemen als "unverhältnismäßige Gewaltanwendung" kritisiert. Die USA und Großbritannien seien bestrebt, "das Rote Meer in ein regelrechtes Blutbad zu verwandeln", sagte Erdogan am Freitag in Istanbul. Man höre jedoch von "verschiedensten Seiten, dass die Huthi erfolgreich reagieren".

Die USA und Großbritannien hatten die Stellungen der vom Iran unterstützten Huthi in der Nacht zum Freitag angegriffen. Der Militärschlag sei eine Reaktion auf Angriffe der Huthi auf die internationale Schifffahrt im Roten Meer, teilte US-Präsident Joe Biden in einer Stellungnahme mit. Ziel sei es gewesen, die Huthi zu schwächen, nicht aber, die Situation zu eskalieren, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter in Washington. (dpa/lag)

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USA suchen trotz Angriffen auf Huthis "nicht den Konflikt mit dem Iran"

  • 16:58 Uhr

Nach ihren Bombardements von Stellungen der jemenitischen Huthi-Rebellen haben die USA versichert, dass sie nicht auf einen bewaffneten Konflikt mit dem Iran zusteuern wollten. "Wir suchen nicht den Konflikt mit dem Iran", sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats im Weißen Haus, John Kirby, am Freitag dem Fernsehsender MSNBC.

Die schiitischen Huthi-Rebellen, die eine Serie von Angriffen auf Handelsschiffe im Roten Meer geführt haben, werden von Teheran unterstützt. (dpa)

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Huthi: "Amerikanisch-britische Interessen" sind legitimes Ziel

  • 15:26 Uhr

Als Reaktion auf den Militärschlag der USA, Großbritanniens und weiterer Staaten gegen Huthi-Stellungen im Jemen haben die Rebellen "amerikanisch-britische Interessen" zu Zielen erklärt. Das berichtete die von den Huthi geführte Nachrichtenagentur Saba unter Berufung auf eine Erklärung des obersten politischen Rates der Rebellen. "Die Amerikaner und Briten sollten nicht glauben, dass sie der Strafe unserer tapferen Streitkräfte entgehen können", hieß es.

Seit Ausbruch des Gaza-Krieges zwischen Israel und der islamistischen Hamas greifen die Huthi Schiffe mit angeblich israelischer Verbindung im Roten Meer an.

Die USA und Großbritannien hatten daraufhin in der Nacht zum Freitag mit Unterstützung der Niederlande, Kanadas, Australiens und Bahrains Stellungen der Huthi attackiert. (dpa/lag)

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EU plant eigenen Militäreinsatz im Roten Meer

  • 13:38 Uhr

Die Außenminister der EU-Staaten sollen bei einem Treffen am 22. Januar über eine mögliche Beteiligung der EU an der US-Initiative zur Sicherung der Handelsschifffahrt im Roten Meer beraten.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat der Auswärtige Dienst der EU erste Vorschläge für den Start eines neuen gemeinsamen europäischen Militäreinsatzes erarbeitet. Sie sehen unter anderem die Entsendung von Kriegsschiffen und luftgestützten Frühwarnsystemen in das Konfliktgebiet vor. Letztere könnten zum Beispiel Aufklärungsflugzeuge sein.

Ob bei dem Außenministertreffen bereits eine politische Grundsatzentscheidung für den Einsatz getroffen werden kann, war am Freitag unklar. In der kommenden Woche sind nach Angaben von EU-Diplomaten weitere Vorgespräche geplant. Die formelle Entscheidung zum Start der Militäroperation könnte dann beim Februar-Treffen der EU-Außenminister getroffen werden.

Die von den USA ins Leben gerufene Operation "Prosperity Guardian" (etwa: Hüterin des Wohlstands) sieht vor, die internationale Militärpräsenz im Roten Meer deutlich zu verstärken und Angriffe auf Schiffe zu verhindern. (dpa/lag)

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UN-Nothilfebüro: Zu viele Hilfskonvois für Gazastreifen scheitern

  • 12:48 Uhr

Im Norden des Gazastreifens konnten in den ersten elf Tagen dieses Jahres nach Angaben des UN-Nothilfebüro OCHA nur fünf von 24 geplanten humanitären Lieferungen durchgeführt werden. Die israelischen Behörden hätten mehrere geplante Lieferungen zur Aufstockung des Medikamenten- und Materiallagers in der Stadt Gaza verweigert, berichtete OCHA am Freitag. Andere Konvois seien gescheitert, weil sie zu lange an den israelischen Kontrollstellen aufgehalten wurden oder vereinbarte Routen nicht befahrbar waren.

Die Krankenhäuser im Norden hätten deshalb nicht genügend Material zur Versorgung von Kranken und Verletzten, so OCHA. Andere Konvois sollten den Menschen neben Medikamenten auch Nahrungsmittel, Trinkwasser und andere lebenswichtigen Gütern liefern. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben im Norden noch 300.000 bis 400.000 Menschen. "Jeder Tag, an dem die Hilfe ausbleibt, führt zu Todesfällen und bedeutet für Hunderttausende von Menschen im nördlichen Gazastreifen Leid", teilte OCHA mit. (dpa)

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Hamas droht: Angriffe auf Huthi-Miliz werden "Auswirkungen auf regionale Sicherheit" haben

  • 12:12 Uhr

Die Angriffe der USA und Großbritanniens auf Stellungen der Huthi-Miliz im Jemen werden nach Angaben der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas "Auswirkungen auf die regionale Sicherheit" haben. "Wir verurteilen den ungeheuerlichen amerikanisch-britischen Angriff auf den Jemen aufs Schärfste", erklärte die im Gazastreifen herrschende Hamas am Freitag im Onlinedienst Telegram. "Wir machen sie für die Auswirkungen auf die regionale Sicherheit verantwortlich."

Die USA und Großbritannien hatten in der Nacht zum Freitag als Reaktion auf die Attacken der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen auf Handelsschiffe im Roten Meer Ziele der Miliz im Jemen bombardiert. Ein Huthi-Sprecher erklärte, dabei seien fünf Menschen getötet und sechs verletzt worden. Er fuhr fort, diese "Aggression" werde "nicht unbeantwortet bleiben".

Die Huthi-Rebellen haben seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas am 7. Oktober zahlreiche Drohnen- und Raketenangriffe auf Schiffe im Roten Meer ausgeführt. Die Huthis, die weite Teile des Jemen kontrollieren, sehen sich als Teil der gegen Israel gerichteten selbsternannten "Achse des Widerstands". Dazu gehört neben der Hamas auch die schiitisch-islamistische Hisbollah-Miliz im Libanon. (AFP/lag)

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Baerbock: Bundesregierung stützt Militärschlag gegen Huthi-Rebellen

  • 11:29 Uhr

Die Bundesregierung steht nach Angaben von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hinter dem Militärschlag der USA, Großbritanniens und weiterer Verbündeter gegen die Huthi-Rebellen im Jemen. "Die Reaktion hat unsere politische Unterstützung", sagte die Grünen-Politikerin am Freitag nach einem Treffen mit dem Außenminister von Malaysia, Mohamad Hasan, in der Hauptstadt Kuala Lumpur.

Die USA und weitere Partner seien gezielt begrenzt militärisch gegen die für die Angriffe auf die Schifffahrt im Roten Meer genutzte Infrastruktur der Huthi vorgegangen - "im Einklang mit dem individuellen und dem kollektiven Recht auf Selbstverteidigung der Charta der Vereinten Nationen", ergänzte die Bundesaußenministerin.

Auf die Frage, wie sich die Bundesregierung an der Sicherung der Schifffahrt im Roten Meer beteiligen wolle und wann darüber entschieden werde, sagte Baerbock, die Europäische Union (EU) prüfe derzeit mit Hochdruck, "wie wir die Stabilisierung im Roten Meer auch selbst stärken und zu dieser Stabilisierung beitragen können". Dies müsse im europäischen Rahmen gemeinsam beschlossen werden.

Baerbock kritisierte, die Huthi gefährdeten durch ihre Angriffe die Sicherheit der zivilen internationalen Schifffahrt, bedrohten den Welthandel und gefährdeten rücksichtslos Menschenleben. "Sie tragen damit zur Destabilisierung einer schon angespannten regionalen Lage bei". Die Außenministerin forderte, die Huthi "müssen diese Angriffe unverzüglich einstellen". (dpa)

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Huthi vermelden: Fünf Rebellen bei Militärschlag im Jemen getötet

  • 10:40 Uhr

Bei den Angriffen gegen Stellungen der Huthi im Jemen sind nach Angaben der Rebellen fünf ihrer Mitglieder getötet worden. Sechs weitere seien verletzt worden, teilten die vom Iran unterstützen Huthi am Freitag mit.

Die Angriffe der USA, Großbritanniens und weiterer Verbündeter trafen demnach die Hauptstadt Sanaa sowie die Provinzen Hudaida, Tais, Hajjah und Saada. Der Militärschlag werde nicht "unbeantwortet und ungestraft bleiben", drohten die Rebellen. (dpa)

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Russisches Außenministerium verurteilt Luftangriffe auf Huthi

  • 10:11 Uhr

Das russische Außenministerium hat die Luftangriffe der USA und anderer Länder auf die Huthi-Rebellen im Jemen verurteilt. Sie seien eine völlige Missachtung internationalen Rechts, schrieb Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa am Freitag auf Telegram. Die angelsächsischen Länder ließen die Lage in der Region eskalieren "um ihrer zerstörerischen Ziele willen".

Russland beantragte wegen der Angriffe für Freitag eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Die Sitzung solle um 15.00 Uhr Ortszeit in New York (21.00 Uhr MEZ) beginnen, schrieb die russische Vertretung auf ihrem Telegram-Kanal.

Die USA und Großbritannien haben in der Nacht zum Freitag mit Unterstützung der Niederlande, Kanadas und Bahrains Stellungen der Huthi im Jemen angegriffen. Ziel ist, deren Attacken auf die Schifffahrt im Roten Meer zu unterbinden. (dpa)

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Huthi-Rebellen: Schiffe im Roten Meer bleiben Ziel

  • 08:45 Uhr

Die Huthi-Rebellen wollen auch nach dem Militärschlag der USA und Verbündeter gegen ihre Stellungen im Jemen weiter Schiffe mit angeblich israelischer Verbindung im Roten Meer ins Visier nehmen. "Es gibt absolut keine Rechtfertigung für die Aggression gegen den Jemen, da es keine Bedrohung für die internationale Schifffahrt im Roten Meer und im Arabischen Meer gab", sagte ein Sprecher der Rebellen dem Huthi-Fernsehsender Al Massirah am Freitag. Ziel seien weiter "israelische Schiffe oder solche, die die Häfen des besetzten Palästinas anlaufen".

Die USA und Großbritannien hatten in der Nacht zum Freitag mit Unterstützung der Niederlande, Kanadas und Bahrains Stellungen der Huthi attackiert. Der Militärschlag sei eine Reaktion auf die "illegalen, gefährlichen und destabilisierenden" Angriffe der Huthi auf Schiffe im Roten Meer und beruhe auf dem Recht der Selbstverteidigung, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die auch von der Bundesregierung mitgetragen wird. Ein Vertreter der vom Iran unterstützten Huthi drohte daraufhin laut Al Massirah Vergeltung an.

Seit Ausbruch des Gaza-Krieges zwischen Israel und der islamistischen Hamas greifen die jemenitischen Huthi-Rebellen immer wieder Schiffe mit angeblich israelischer Verbindung im Roten Meer an. Die Huthi greifen auch Israel immer wieder direkt mit Drohnen und Raketen an. (dpa)

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USA und Großbritannien bombardieren Huthi-Stellungen im Jemen - Miliz droht mit Vergeltung

  • 07:26 Uhr

Die Folgen des Gaza-Krieges haben mit einem Militärschlag der USA und Alliierter gegen die mit Israel verfeindeten Huthi-Rebellen im Jemen einen neuen Höhepunkt erreicht. Die in der Nacht geflogenen Angriffe auf Stellungen der mit dem Iran verbündeten Rebellen seien "erfolgreich" gewesen, teilte das Weiße Haus in einer schriftlichen Stellungnahme von Joe Biden mit.

Laut US-Präsident seien die Angriffe eine "direkte Antwort" auf die "beispiellosen" Attacken der Huthi auf Handelsschiffe - und eine "klare Botschaft", dass die USA und ihre Partner solche Angriffe "nicht tolerieren" würden. Nach Angaben von US-Verteidigungsminister Lloyd Austin zielten die Angriffe auf Drohnen- und Raketenanlagen der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen sowie auf Radaranlagen zur Überwachung der Küste und des Luftraums ab.

Der britische Premierminister Rishi Sunak bezeichnete die Luftangriffe auf die Huthi-Stellungen als "begrenzt, notwendig und angemessen" - und als Akt der "Selbstverteidigung". Die vom Iran unterstützten Huthis hätten "trotz wiederholter Warnungen der internationalen Gemeinschaft" ihre Attacken im Roten Meer fortgesetzt.

Die Huthi, die immer wieder Schiffe mit angeblich israelischer Verbindung im Roten Meer angegriffen hatten, kündigten indes Rache an. "Amerika und Großbritannien müssen sich darauf vorbereiten, einen hohen Preis zu zahlen und die schwerwiegenden Konsequenzen dieser Aggression zu tragen", sagte der stellvertretende Huthi-Außenminister Hussein Al-Essis am Freitag nach Angaben offizieller Medien der Miliz. "Unser Land wurde einem massiven aggressiven Angriff durch amerikanische und britische Schiffe, U-Boote und Kriegsflugzeuge ausgesetzt."

Die USA und Großbritannien erhielten bei ihrem militärischen Vorgehen Unterstützung von Deutschland, Australien, Bahrain, Kanada, Dänemark, Neuseeland, Südkorea und den Niederlanden. Mit den Angriffen hätten die Möglichkeiten der Huthi-Miliz, den Welthandel und das Leben internationaler Seeleute auf einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt zu bedrohen, gestört und geschwächt werden sollen, hieß es in einer Erklärung der insgesamt zehn Länder. Das Ziel bleibe die "Deeskalation der Spannungen" im Roten Meer. (AFP/dpa/lag)

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Mit Material der dpa und AFP

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