Seoul (dpa) - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes den Verteidigungsminister wegen Verrats hinrichten lassen.

Hyun Yong Chol sei Ende April von einem Erschießungskommando in Pjöngjang getötet worden. Der Geheimdienst habe Abgeordnete in Seoul am Mittwoch über den Vorgang im weitgehend isolierten Nachbarland informiert, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

Gerüchten zufolge ließ Kim Jong Un eine nahe Verwandte töten.

Hyun soll Befehle von Kim nicht befolgt haben. Außerdem soll er bei einer Veranstaltung eingeschlafen sein. Das berichtet unter anderem "Spiegel Online". Deshalb sei er wegen "Untreue und Respektlosigkeit" gegenüber Kim Jong Un zum Tode verurteilt worden.

Der Verteidigungsminister sei unter Flakfeuer hingerichtet worden. Diese Art der Exekution ist offenbar nur ranghohen Regierungsvertretern vorbehalten. Damit wolle die Führung ein Exempel statuieren, heißt es weiter. Wie "Spiegel Online" berichtet, hätten Hunderte nordkoreanische Regierungsvertreter am 30. April der Hinrichtung zugesehen.

Ende 2013 hatte Kim Jong Un seinen Onkel Jang Song Thaek im Zuge einer politischen Säuberungswelle hinrichten lassen. Dem einst zweitmächtigsten Mann hinter Kim wurde Hochverrat vorgeworfen.

Update vom 19.05.2015: Mittlerweile herrscht Verwirrung um den Wahrheitsgrad der Meldung des südkoreanischen Geheimdiensts. Näheres finden Sie hier.© dpa