Auch am Mittwoch ist die Zahl der Neuinfektionen und der Toten in Deutschland gestiegen, doch auch die Zahl der Genesenen nimmt deutlich zu - und auch von Boris Johnson gibt es gute Nachrichten. Alle News zum Coronavirus im Live-Ticker.

Live-Ticker zum Coronavirus hier aktualisieren

  • 20:38 Uhr: Mehr als 108 000 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 2000 Tote
  • 19:07 Uhr: Johnsons Zustand verbessert sich
  • 18:38 Uhr: Italien meldet weniger als 600 Tote an einem Tag
  • 17:10 Uhr: EU-Kommission für Verlängerung des Einreisestopps bis 15. Mai
  • 15:38 Uhr: Bund erwartet diese Woche 40 Millionen neue Schutzmasken
  • 13:12 Uhr: Mehr als 10.000 Corona-Fälle in Afrika
  • 11:20 Uhr: Rund 103.100 Corona-Nachweise in Deutschland - 1.819 Tote
  • 08:46 Uhr: Tui: Weg für staatlichen Milliardenkredit ist frei


Mehr als 108.000 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 2.000 Tote

20:38 Uhr: In Deutschland sind bis Mittwochabend mindestens 108.193 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 103 036 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 2.071 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1.815). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 33.300 Menschen die Infektion überstanden. Die Bundesregierung geht sogar von 46.000 Genesenen aus. Das habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch gesagt, hieß es von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) auf Facebook.

Britischer Schatzkanzler: Johnsons Zustand verbessert sich

19:07 Uhr: Der Gesundheitszustand des britischen Premierministers Boris Johnson hat sich nach Angaben von Finanzminister Rishi Sunak gebessert. «Der Premierminister bleibt in Intensivbehandlung, wo sich sein Zustand verbessert», sagte Sunak in einer Pressekonferenz am Mittwochabend in London. Außerdem habe sich Johnson im Bett aufsetzen können und habe «positiv» mit dem medizinischen Team interagiert.

Zuvor hatte der Regierungssitz Downing Street mitgeteilt, Johnson sei «klinisch stabil» und die Behandlung schlage an. Er werde weiterhin auf der Intensivstation des St. Thomas's Hospital in London behandelt und sei gut gelaunt.

Bei einem Pressebriefing am Mittag hatte ein Regierungssprecher gesagt, Johnson erhalte eine reguläre Sauerstoffbehandlung, könne aber selbstständig atmen. Er arbeite nicht, sei aber in der Lage, die für ihn notwendigen Kontakte zu pflegen.

Johnson war am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem die Symptome seiner Covid-19-Erkrankung nach zehn Tagen nicht abgeklungen waren. Am Montag ging es ihm dann schlechter und er musste auf die Intensivstation verlegt werden. Seitdem stabilisierte sich sein Gesundheitszustand aber.

Die Zahl der Todesfälle durch die Coronavirus-Pandemie in Großbritannien stieg unterdessen weiter dramatisch an. Bis Dienstagabend wurden dort 938 neue Todesfälle verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium in London mitteilte. Insgesamt stieg die Zahl der Toten damit auf mehr als 7000.

Italien meldet weniger als 600 Tote an einem Tag

18:38 Uhr: In Italien ist der tägliche Anstieg der Zahl von Todesopfern in der Corona-Krise auf unter 600 gefallen. Am Mittwoch kamen 542 Tote dazu, insgesamt sind es nun 17 669, wie der Zivilschutz in Rom mitteilte. Das ist der zweitniedrigste Anstieg in fast drei Wochen.

Insgesamt stieg die Zahl der Ansteckungen um 2,8 Prozent auf 139 422, Experten gehen jedoch von einer großen Dunkelziffer aus. Die Zahl der Patienten auf der Intensivstation nahm weiter ab. Italien ist weltweit das Land mit den meisten Toten in der Corona-Krise.

EU-Kommission für Verlängerung des Einreisestopps bis 15. Mai

17:10 Uhr: Der weitgehende Stopp der Einreisen in die Europäische Union soll nach Ansicht der EU-Kommission bis zum 15. Mai verlängert werden. Dies schlug die Brüsseler Behörde am Mittwoch vor. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst für 30 Tage einzuschränken.

Damit waren sie einem Vorschlag von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen gefolgt. Die Regel sieht Ausnahmen etwa für Ärzte, Pflegekräfte, Diplomaten und Heimkehrer vor. Die Entscheidung über solche Einreisebeschränkungen kann jedes Land für sich treffen.

Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Maßnahme mehr als 30 Tage brauche, um wirksam zu sein, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung der EU-Kommission. Die Behörde rief die Staaten zu einem abgestimmten Vorgehen bei der Verlängerung auf. Maßnahmen an den Außengrenzen seien nur dann effektiv, wenn sie einheitlich seien.

Welthandelsorganisation fürchtet "schlimmste Rezession zu Lebzeiten"

16:43 Uhr: Die Welthandelsorganisation (WTO) fürchtet wegen der Coronavirus-Pandemie die "schlimmste Rezession zu Lebzeiten" weltweit. Die Zahlen seien "hässlich", wie WTO-Chef Roberto Azevêdo am Mittwoch in Genf bekannt gab. Der weltweite Handel könnte nach WTO-Prognosen um bis zu einem Drittel einbrechen.

Es wird erwartet, dass "der Welthandel im Jahr 2020 zwischen 13 Prozent und 32 Prozent zurückgehen wird, da die COVID-19-Pandemie die normale Wirtschaftstätigkeit und das Leben auf der ganzen Welt stört", hieß es in der Erklärung. Die unvermeidlichen Rückgänge im Handel und in der Produktion werden "schmerzhafte Folgen für Haushalte und Unternehmen haben, zusätzlich zu dem menschlichen Leid, das durch die Krankheit selbst verursacht wird", sagte Azevêdo.

"Da wir vor der vielleicht schlimmsten wirtschaftlichen Rezession zu unseren Lebzeiten stehen, sollten wir bestrebt sein, das Beste aus allen potenziellen Kräften eines nachhaltigen Wachstums zu machen, um diese Situation umzukehren", fügte der WTO-Chef hinzu.

Bereits vor der Corona-Pandemie hatte sich der Handel im Jahr 2019 verlangsamt. Die Gesundheitskrise führt nun zu einem dramatischen Abschwung.

Ermittlungen gegen Anwältin nach Aufruf zu "Widerstand" gegen Corona-Maßnahmen

16:28 Uhr: Im Baden-Württemberg ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft nach einem öffentlichen Aufruf zum "Widerstand" gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen gegen eine Rechtsanwältin aus Heidelberg. Die Juristin soll über ihre Internetseite zu einer rechtswidrigen Tat aufgerufen und darüber hinaus für Karsamstag zu einer bundesweiten Demonstration aufgerufen haben, wie die Ermittler am Mittwoch in Heidelberg und Mannheim mitteilten. Die Ermittlungen in dem Fall liefen.

Es stehe jedoch kein Staatsschutzdelikt im juristischen Sinn im Raum, hieß es weiter. Dazu gehören etwa Spionage und Terrorismus. Die Polizei mahnte etwaige Teilnehmer der von der Rechtsanwältin geplanten Demonstration zur Vorsicht. Ein Besuch könne angesichts der Beschränkungen eine Ordnungswidrigkeit oder gar Straftat sein.

Die Heidelberger Anwältin hatte auf ihrer Homepage am Dienstag ein 19-seitiges Dokument veröffentlicht, in dem sie sämtliche Corona-Beschränkungen für verfassungswidrig und unwirksam erklärte. Niemand müsse sie befolgen, sofern er nicht infiziert sei. Jeder dürfe sein Geschäft öffnen und reisen, Verstöße dürften nicht bestraft werden.

Dabei führte Frau unter anderem auch das sogenannte Widerstandsrecht in Artikel 20 des Grundgesetzes als Begründung an. Ferner rief sie "alle 83 Millionen Mitbürgerinnen und Mitbürger" auf, am Samstag Demonstrationen zu organisieren. Diese sollten unter dem Motto "Coronoia 2020 – Nie wieder mit uns. Wir stehen heute auf" stehen.

Kirche in Warschau bietet wegen Corona-Pandemie Drive-In-Beichte an

16:05 Uhr: In Warschau können Katholiken ihre traditionelle Beichte vor Ostern wegen der Coronavirus-Pandemie auf einem Kirchenparkplatz ablegen. Der Tempel der Göttlichen Vorsehung, eine riesige Kirche im Süden der polnischen Hauptstadt, bietet den Gläubigen eine Drive-In-Beichte an. Der Priester sitzt auf einem Stuhl - zum Schutz vor der Sonne trägt er einen Sonnenhut und eine Sonnenbrille, zum Schutz vor Ansteckung eine Maske.

Die Autofahrer warten geduldig in einer Schlange, manche Gläubige kommen aber auch zu Fuß. Sie setzen sich dann auf einen Stuhl neben dem Priester - um die Hygieneregeln einzuhalten, wenden sie ihm aber nicht das Gesicht zu. Einige Gläubige tragen auch Schutzmasken.

"Die Beichte ist nicht an einen Ort gebunden, sie ist ein Sakrament", sagt der 44-jährige Marcin. Er selbst habe in seinem Leben schon an ganz unterschiedlichen Orten gebeichtet: stehend, laufend oder eben kniend in einem Beichtstuhl. Die gut 40-jährige Karolina fühlt sich zwar ein bisschen "komisch", findet das Angebot aber ebenfalls gut.

Die Mehrheit der Polen ist katholisch, vor Ostern gehen viele Gläubige traditionell zur Beichte. Angesichts der Coronavirus-Pandemie hatte die polnische Bischofskonferenz erklärt, eine Beichte per Telefon oder über das Internet sei nicht zulässig. Sie könne aber an einem Ort außerhalb der Kirche oder des Beichtstuhls abgenommen werden.

Söder: Oktoberfest wenn überhaupt nur unter völlig anderen Voraussetzungen

15:50 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich skeptisch darüber geäußert, ob das Münchner Oktoberfest angesichts der Coronakrise wie gewohnt stattfinden kann. Da Reisen und Grenzöffnungen sehr unwahrscheinlich seien, sei es eine andere Situation, sagte Söder am Mittwoch der "Bild"-Zeitung über das eigentlich Ende September stattfindende Volksfest. "Die Wiesn ist das internationalste Fest, in dem die halbe Welt zu Besuch kommt." Deshalb gelte, dass "wenn überhaupt" das Oktoberfest nur unter völlig anderen Voraussetzungen stattfinden könne.

Die Entscheidung über das Oktoberfest soll nach den bisherigen Plänen im Juni fallen. Üblicherweise besuchen mehr als sechs Millionen Menschen das größte Volksfest der Welt. Dieses ist neben dem großen Bierausschank im Münchner Volksmund für eine eigene Krankheit bekannt - die "Wiesn-Grippe". Damit wird beschrieben, dass jedes Jahr nach dem Besuch des Oktoberfests sich vermehrt Menschen mit Erkältungskrankheiten krank melden.

SPD-Fraktion will auf Diätenerhöhung im Bundestag verzichten

15:41 Uhr: Wegen der enormen Kosten für die Coronakrise will die SPD-Fraktion auf das übliche Diäten-Plus im Bundestag verzichten. "Die SPD-Fraktion strebt einen Verzicht auf die Erhöhung der Diäten in diesem Jahr an", erklärte Fraktionschef Rolf Mützenich am Mittwoch. Es habe bereits in der vergangenen Woche Gespräche unter den Fraktionen gegeben. "Ich bin zuversichtlich, dass wir hier in Kürze eine gemeinsame Lösung finden werden", sagte Mützenich.

Nach einem Bericht des ARD-Hauptstadtstudios vom Dienstag haben auch Linke, FDP und Grüne Zustimmung für die Pläne signalisiert, die Union sei noch zurückhaltend, aber gesprächsbereit, hieß es. Die Abgeordneten-Entschädigung orientiert sich an den Einkommen von Bundesrichtern und wird jährlich automatisch an die Lohnentwicklung des Vorjahres angepasst.

Bund erwartet diese Woche 40 Millionen neue Schutzmasken

15:38 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie erwartet die Bundesregierung weiteren Nachschub an Schutzausstattung für das medizinische Personal. Diese Woche sollen 40 Millionen Schutzmasken nach Deutschland kommen, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Das sei so viel wie in den beiden vorangegangenen Wochen zusammen. Hintergrund ist auch eine Kooperation mit der Lufthansa in einer Art "Luftbrücke" (siehe Eintrag um 04:15 Uhr) für regelmäßige Transportflüge nach China. Masken und andere Schutzausstattung sind derzeit weltweit knapp.

Ergänzend zu den Flügen der Lufthansa nach Shanghai könnte bei Bedarf auch das Verteidigungsministerium Transportkapazitäten bereitstellen, wie ein Sprecher erläuterte. Wenn dies durch kommerzielle Angebote nicht abzudecken sei, könnten vom 23. bis 28. April auch vertraglich gesicherte Flüge von Großraum-Frachtflugzeugen vom Typ Antonow zur Verfügung gestellt werden.

Serbien verhängt fürs Wochenende 60-Stunden-Ausgangssperre

15:09 Uhr: Die serbische Regierung hat wegen der Corona-Pandemie für das kommende Wochenende eine durchgehende Ausgangssperre von 60 Stunden verhängt. Ohne Sondererlaubnis darf von Freitag 17 Uhr bis Montag 5 Uhr früh niemand sein Haus oder seine Wohnung verlassen; das teilten die Behörden am Mittwoch in Belgrad mit.

Bisher galt eine 40-stündige Wochenend-Ausgangssperre von Samstag 13 Uhr bis Montag 5 Uhr. Weiter in Kraft bleibt die Ausgangssperre an Werktagen, die sich von 17 Uhr bis 5 Uhr am nächsten Tag erstreckt.

Serbien versucht mit rigorosen Maßnahmen die Ausbreitung des Virus einzudämmen, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Für Menschen, die älter sind als 65 Jahre - in Landgemeinden 70 Jahre - gilt ein grundsätzliches Ausgangsverbot. Seit Dienstag müssen sich Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet werden und keine oder nur leichte Symptome aufweisen, in improvisierten Massenlazaretten unterbringen lassen.

Bis Mittwoch hatten sich in Serbien 2.447 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Toten wurde mit 61 angegeben.

Haftstrafe für Diebstahl von drei Schutzmasken aus Londoner Krankenhaus

15:04 Uhr: In Großbritannien muss ein Mann für drei Monate in Haft, weil er mitten in der Coronakrise drei Schutzmasken in einem Londoner Krankenhaus mitgehen ließ. Der 34-Jährige räumte am Dienstag vor einem Amtsrichter in der britischen Hauptstadt ein, die Masken am Sonntag im King's College Hospital gestohlen zu haben. Weil er neben dem Diebstahl auch gegen eine gerichtliche Anordnung verstoßen hatte, muss er nun für drei Monate in Haft.

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie klagen Kliniken und Arztpraxen immer wieder über den Diebstahl von Schutzmasken, die im Gesundheitssystem derzeit dringend benötigt werden. Einer Arztpraxis im englischen Kidderminster wurde gerade sogar ihre letzte Packung Schutzmasken gestohlen. Die Praxis appellierte am Mittwoch an die Diebe, die Packung zurückzubringen. Die Polizei bestätigte Ermittlungen wegen Diebstahls.

Weltweiter Absatz von Mercedes wegen Coronakrise um 15 Prozent eingebrochen

14:59 Uhr: Der Autobauer Daimler hat wegen der Corona-Pandemie im ersten Quartal weltweit deutliche Absatz-Einbußen hinnehmen müssen. Insgesamt seien von Januar bis März dieses Jahres rund 477.400 Pkw der Marken Mercedes und Smart verkauft worden, das entspreche einem Rückgang von 14,9 Prozent, teilte der Konzern am Mittwoch in Stuttgart mit. Bei den gewerblichen Vans wurden demnach insgesamt 64.600 Fahrzeuge (minus 14,9 Prozent) ausgeliefert.

Weltweit wurden Autobauer durch die Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie schwer getroffen. Viele Konzerne setzten ihre Produktion aus und meldeten Kurzarbeit an, auch Daimler schickte einen Großteil seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Allerdings sieht der Stuttgarter Autobauer auch Anzeichen einer Erholung auf den Weltmärkten. "In China und Südkorea haben unsere Handelsbetriebe komplett geöffnet und wir sehen dort einen deutlichen Anstieg der Nachfrage. Das stimmt uns zuversichtlich", erklärte Mercedes-Benz-Vertriebschefin Britta Seeger.

Italienisches Dorf verbietet Männern und Frauen Einkaufen an denselben Tagen

14:56 Uhr: Um die Coronavirus-Pandemie weiter einzudämmen, greift eine kleine italienische Gemeinde zu extremen Maßnahmen: Männer und Frauen dürfen in Canonica d'Adda in der Lombardei künftig nicht mehr an denselben Tagen Lebensmittel einkaufen. Frauen sind dienstags, donnerstags und samstags dran, Männer an den anderen Tagen. Wer die Regel bricht, muss bis zu 400 Euro Strafe zahlen.

Es gehe um den "Schutz der öffentlichen Gesundheit", verteidigte Bürgermeister Gianmaria Ceria seinen Beschluss. "Ich muss die öffentliche Sicherheit garantieren, auch wenn mir das Kritik einbringt." Ziel sei es, die Zahl der Menschen in den Supermärkten zu reduzieren. Seinen Angaben zufolge starben in dem 4.400-Einwohner-Dorf nahe der schwer getroffenen Stadt Bergamo bislang 20 Menschen an Covid-19.

Rentnerin Cinzia Invernizzi sagte, sie habe kein Problem mit den neuen Einkaufsvorschriften. Die 62-Jährige fügte aber hinzu: "Ich verstehe bloß nicht, warum Männer einen Tag mehr kriegen, obwohl die Lebensmitteleinkäufe zu 80 Prozent von Frauen und nicht von Männern erledigt werden."

Behandlung bei Boris Johnson schlägt an

14:33 Uhr: Die Behandlung des mit dem Coronavirus infizierten britischen Premierministers Boris Johnson zeigt Wirkung. Das teilte der Regierungssitz Downing Street am Mittwoch mit. "Der Premierminister ist klinisch stabil und die Behandlung schlägt an", hieß es in der Mitteilung. Er werde weiterhin auf der Intensivstation des St. Thomas's Hospital in London behandelt und sei gut gelaunt.

Ein Regierungssprecher sagte Journalisten zudem, Johnson erhalte eine reguläre Sauerstoffbehandlung, könne aber selbstständig atmen. Er arbeite nicht, sei aber in der Lage, die für ihn notwendigen Kontakte zu pflegen.

Johnson war am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem die Symptome seiner Covid-19-Erkrankung nach zehn Tagen nicht abgeklungen waren. Am Montag ging es ihm dann schlechter und er musste auf die Intensivstation verlegt werden. Seitdem stabilisierte sich sein Gesundheitszustand aber.

Vertreten wird Johnson inzwischen teilweise von Außenminister Dominic Raab. Die Regelungen, wer im schlimmsten Fall die Amtsgeschäfte des Regierungschefs auch über eine längere Zeit übernehmen könnte, sind unklar. Großbritannien hat keine geschriebene Verfassung.

Mehr als 750.000 Corona-Infektionen in Europa

14:28 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Infektionen ist in Europa auf mehr als 750.000 gestiegen. Das ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Behördenangaben vom Mittwoch. Europa ist damit weltweit am schwersten von der Pandemie betroffen: Mehr als die Hälfte aller Infektionen wurden in Europa verzeichnet. Allerdings stellen die offiziellen Daten vermutlich nur einen Bruchteil der tatsächlichen Infektionszahlen dar.

Bis Mittwoch lag die Zahl der weltweiten Fälle bei über 1,4 Millionen. Rund um den Globus starben mehr als 82.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus. Mit über 17.000 Toten ist Italien das am stärksten betroffene Land. Dort wurden zudem rund 135.000 Infektionen registriert. In Spanien starben von rund 146.000 Infizierten mehr als 14.000 Menschen.

USA: Demokraten wollen Konjunkturpaket um 500 Milliarden Dollar aufstocken

14:22 Uhr: Die Führung der Demokraten im US-Kongress will das jüngst beschlossene riesige Corona-Konjunkturpaket um 500 Milliarden US-Dollar (460 Milliarden Euro) aufstocken. Die Regierung schlägt bislang eine Erhöhung um 250 Milliarden Dollar vor, um damit ein Kreditprogramm für kleinere und mittlere Unternehmen auszubauen.

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, und der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, erklärten am Mittwoch, zusätzlich brauche es noch 100 Milliarden Dollar zur Stärkung des Gesundheitswesens und 150 Milliarden Dollar, um Kommunen und Bundesstaaten angesichts drastischer Einnahmeausfälle zu helfen.

"Die Menschen in Amerika müssen wissen, dass ihre Regierung in Zeiten großer Not für sie da ist", erklärten Pelosi und Schumer. Das Ende März beschlossene große Konjunkturpaket hatte bereits ein Volumen von rund 2,2 Billionen Dollar. Damit soll die von der Corona-Epidemie ausgelöste Wirtschaftskrise abgefedert werden.

In den USA gab es bis Montagmorgen rund 400.000 bekannte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Rund 13.000 Menschen sind infolge der vom Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, wie Daten der Universität Johns Hopkins zeigten. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind seit Mitte März in die Höhe geschnellt, die Wirtschaft befindet sich im Sinkflug.

Hilfsorganisation: Corona-Folgen könnten 30 Millionen Kinder treffen

13:54 Uhr: Durch die Coronakrise könnten laut einer Hilfsorganisation 30 Millionen Kinder in ärmeren Ländern und Konfliktgebieten von Krankheit und Tod bedroht sein. "Derzeit werden Lebensmittel an vielen Orten bereits teurer, Märkte werden geschlossen und Verteilungen sowie Zugänge zu Gesundheitsvorsorge erschwert", teilte World Vision Deutschland mit.

"Es wäre völlig falsch, Covid-19 nicht als gefährlich für Kinder anzusehen", hieß es in einer Mitteilung der christlichen Organisation. Risikofaktoren seien besonders fehlende Impfungen und eine Ausweitung der Unterernährung. Viele Kinder könnten außerdem Malaria zum Opfer fallen, weil sie keinen Zugang mehr zu Behandlungen bekämen.

Auch Frankreich arbeitet an freiwilliger Corona-Warn-App

13:30 Uhr: Auch Frankreich spricht sich für die Entwicklung und freiwillige Nutzung einer Warn-App im Kampf gegen das Coronavirus aus. "Die Regierung hat beschlossen, das StopCovid-Projekt zu starten, um eine Anwendung zu entwickeln, die die Verbreitung des Virus durch die Identifizierung von Übertragungsketten begrenzen könnte", sagte der Staatssekretär für Digitales, Cédric O, im Interview mit der Tageszeitung "Le Monde" am Mittwoch.

Ziel der App sei es, möglichst viele Kontaktpersonen von Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, rasch und anonym über ihr Risiko zu informieren. Auch Deutschland arbeitet derzeit an einer solchen App.

RKI veröffentlicht App: Soll Aufschluss über Verbreitung des Virus geben

Das Robert-Koch-Institutes (RKI) stellt die "Corona-Datenspende"-App kostenlos zum Download zur Verfügung. Mithilfe der App soll die Verbreitung von bestimmten Symptomen erfasst werden. Diese übermittelt zwar Vitaldaten, aber keinerlei persönliche Daten, wie Name oder Adresse des Nutzers.

Mehr als 10.000 Corona-Fälle in Afrika

13:12 Uhr: Das Coronavirus breitet sich zunehmend auch in Afrika aus. Die Zahl der bestätigten Infektionen in Afrika sei auf mehr als 10.000 angestiegen, mehr als 500 Menschen seien gestorben, gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch in einer Erklärung bekannt.

Nachdem das Virus Sars-CoV-2 den Kontinent im Vergleich zu anderen Weltregionen erst sehr spät durch Reisende aus Europa, den USA und Asien erreicht hat, breite es sich nun sehr schnell aus.

Hilfsorganisationen wie World Vision oder Save the Children warnen bereits vor einer drohenden Katastrophe schwersten Ausmaßes, die auch die Zukunftschancen der Kinder beeinträchtige.

In Afrika, wo ein Leben auf Distanz in vielen Armensiedlungen nicht möglich ist und auch die Hygienebedingungen nicht immer optimal sind, befürchten Experten eine hohe Dunkelziffer bei der Zahl der Infizierten.

"Covid-19 hat das Potenzial, nicht nur Tausende Tote zu verursachen, sondern auch eine ökonomische und soziale Verwüstung auszulösen", warnte WHO-Regionadirektor Matshidiso Moeti mit Hinweis auf eine in vielen Ländern nur schwach ausgeprägte medizinische Infrastruktur.

Der Kontinent habe aber noch die Chance, die Übertragung des Virus deutlich zu reduzieren und zu verlangsamen. Als offiziell unbetroffen von Covid-19 gelten in Afrika nur das Bergkönigreich Lesotho sowie die Inselgruppen der Komoren und Sao Tomé und Principe.

Spanien in "Phase der Corona-Abschwächung" - aber weiter viele Tote

12:39 Uhr: In Spanien hat sich die Zuwachsrate bei den Corona-Neuinfektionen weiter stabilisiert. Innerhalb von 24 Stunden stieg die Zahl der registrierten Fälle erneut um nur vier Prozent auf knapp 146.700. Seit Tagen ist die Rate damit gleichbleibend niedrig. Gleichzeitig kletterte die Zahl der Todesopfer wieder leicht: Seit Dienstag kamen 757 Menschen in Verbindung mit Covid-19 ums Leben. Insgesamt lag die Zahl der Toten damit bei 14.500. Die gute Nachricht: 48.000 Patienten sind bereits wieder gesund, elf Prozent mehr als am Vortag.

Die strengen Ausgangsbeschränkungen in dem besonders schwer von der Krise betroffenen Spanien, die bereits seit Mitte März gelten, zeigen somit schrittweise Wirkung. Die Ansteckungskurve habe sich stabilisiert, "sie flacht ab und wir sind in der Phase der Abschwächung", sagte Gesundheitsminister Salvador Illa.

Der Druck auf die Intensivstationen gehe langsam zurück. Mittlerweile kämen täglich etwa drei Prozent Intensivpatienten hinzu, vor einer Woche seien es sechs Prozent gewesen, vor zwei Wochen sogar noch 16 Prozent, rechnete Illa vor.

Die Regierung will den Alarmzustand samt Ausgehsperre ein zweites Mal bis Mitternacht des 25. April verlängern. Das Parlament muss dem Vorhaben aber am Donnerstag noch zustimmen. Ab Ende April soll es dann nach und nach Lockerungen für die Bevölkerung geben.

ADAC verzeichnet verändertes Mobilitätsverhalten durch Coronakrise

12:24 Uhr: Während der Coronakrise verzeichnet der ADAC ein teilweise verändertes Mobilitätsverhalten der Deutschen. Einer Umfrage zufolge sind mehr Menschen zu Fuß unterwegs, dafür sank die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, des Autos und des Fahrrads, wie der Automobilklub am Mittwoch mitteilte. Langfristige Auswirkungen auf das Verhalten nach der Krise sieht der ADAC aber noch nicht.

Nur noch 32 Prozent der Befragten gaben an, fünfmal pro Woche zur Arbeit und zurück zu fahren. Normalerweise sind es 66 Prozent. 39 Prozent legen gar keine Wege zur Arbeit oder zum Ausbildungsplatz zurück. Wer noch regelmäßig pendeln muss, verzichtet häufiger auf den öffentlichen Nahverkehr. Statt 19 Prozent nutzen nun nur noch sieben Prozent der Pendler Busse und Bahnen.

Durch die Corona-Einschränkungen sind auch weniger Menschen mit dem Auto unterwegs. Rund ein Viertel der Befragten fährt weniger damit oder gar nicht mehr. Nur 15 Prozent gaben an, häufiger mit dem Auto zu fahren. Auch das Rad wird durch das Wegfallen der Arbeitswege etwas weniger genutzt. Die Zahl der Fußgänger nahm allerdings deutlich zu

Wie sich das Mobilitätsverhalten nach der Krise entwickeln wird, ist laut ADAC noch unklar. Die Mehrheit der Befragten geht davon aus, die einzelnen Verkehrsmittel wie gewohnt wieder zu nutzen. Dennoch will jeder Vierte auch künftig häufiger zu Fuß unterwegs sein. Jeder Fünfte möchte laut Umfrage häufiger das Fahrrad nutzen.

Ausgehverbot missachtet - Gehaltskürzung für Ministerin in Südafrika

11:56 Uhr: Ein geselliges Mittagessen bei einem Freund hat Südafrikas Digitalministerin Stella Ndabeni-Abrahams eine einmonatige Gehaltssperre und einen schweren Rüffel eingebracht. Präsident Cyril Ramaphosa verbannte sie für insgesamt zwei Monate aus dem Amt, will ihr aber einen Monat weiter das Gehalt zahlen, teilte sein Büro am Mittwoch mit.

Vorausgegangen war eine öffentliche Empörung in den sozialen Medien des Kapstaates über das Beisammensein, das gegen das im Lande geltende strikte Ausgehverbot verstieß. Das Handeln der Ministerin untergrabe die Anstrengungen des Landes im Kampf gegen das Coronavirus, so Ramaphosa in seiner Erklärung.

Er habe die von der Ministerin vorgebrachten mildernden Umstände nicht akzeptiert und sie nach einem Tadel auch zu einer öffentlichen Entschuldigung aufgefordert, hieß es weiter. Niemand - auch kein Regierungsvertreter - dürfe sich über das strikte Ausgehverbot hinwegsetzen.

Südafrika hat im Kampf gegen das Coronavirus vor knapp zwei Wochen eine der weltweit strengsten Ausgangssperren verhängt. Die von Polizei und Armee kontrollierte Beschränkung sieht ein Verlassen der Wohnung nur bei medizinischen Notfällen oder dringenden Versorgungsgängen vor.

Das Land hat mit 1.749 bestätigten Fällen und 13 Covid-19-Toten die höchste Zahl an Fällen in Afrika. Zugleich führte es bisher aber auch mit rund 50.000 Tests die höchste Testreihe des Kontinents durch.

Scholz hofft noch vor Ostern auf EU-Einigung zu Corona-Finanzhilfen

11:39 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die EU-Staaten ihren Streit über Finanzhilfen in der Coronakrise noch in dieser Woche beilegen können. Er hoffe, "dass wir noch vor Ostern die entsprechenden Erleuchtungen haben werden und das auch miteinander hinbekommen", sagte Scholz am Mittwoch nach vorerst erfolglosen Verhandlungen der EU-Finanzminister. Er lehnte dabei Forderungen der Niederlande nach harten Auflagen für Hilfskredite des Euro-Rettungsfonds ESM ab.

In ihren 16-stündigen Verhandlungen seit Dienstagnachmittag seien sich die Finanzminister "sehr weit einig geworden, aber noch nicht ganz", sagte Scholz in Berlin. Keine Probleme gibt es demnach mehr bei zusätzlichen Kredithilfen der Europäischen Investitionsbank EIB in Höhe von 200 Milliarden Euro und einem von der EU-Kommission vorgeschlagenen Programm für Kurzarbeit über 100 Milliarden Euro.

Bei den geplanten mehr als 200 Milliarden Euro Krediten des Euro-Rettungsfonds ESM sei noch die Frage der Bedingungen offen, sagte der Minister.

Die EU-Finanzminister wollen ihre Gespräche nun am Donnerstag fortsetzen. Der Streit um von Italien geforderte gemeinsame Corona-Bonds für langfristige Unterstützung gegen die wirtschaftlichen Folgen der Krise wurde dabei offenbar vorerst zurückgestellt. Scholz machte aber deutlich, dass er dieses Instrument weiter ablehnt.

Der Minister sagte, es sei "absolut klar", dass die EU-Staaten auch den Wiederaufbau "zusammen organisieren" müssten. Aus seiner Sicht sei das aber "innerhalb des Rahmens möglich, den wir bereits haben". Scholz nannte dabei den mehrjährigen EU-Haushalt, der dieses Jahr ohnehin für den Zeitraum von 2021 bis 2027 neu ausgehandelt werden muss.

Spanien plant ab Ende April schrittweise Rückkehr zur Normalität

11:35 Uhr: Das besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene Spanien könnte nach Auffassung der Regierung Ende April Schritt für Schritt zu einer gewissen Normalität zurückkehren. Kurz vor der offiziellen Verlängerung der strikten Ausgangsbeschränkungen bis zum 26. April versicherte Finanzministerin und Regierungssprecherin María Jesús Montero am Mittwoch in einem Interview mit dem Sender "Antena 3", dass die Bürger nach diesem Datum langsam "ihr normales Leben zurückgewinnen können". Für Menschen, die Straßen und Plätze bevölkerten, werde es aber "klare Anweisungen" der Regierung geben, so Montero.

In Spanien herrscht seit dem 15. März ein striktes Ausgehverbot, das nun bereits zum zweiten Mal verlängert wird. Das Parlament muss der von Ministerpräsident Pedro Sánchez angekündigten Maßnahme am Donnerstag noch zustimmen. Die knapp 47 Millionen Spanier dürfen nur zum Einkaufen und in Sonderfällen vor die Tür, Spaziergänge oder Sport sind nicht erlaubt.

Die strengen Beschränkungen zeigen jedoch langsam Wirkung: Die Zahl der Neuinfektionen ist mittlerweile deutlich rückläufig. Sánchez hatte vor wenigen Tagen bereits durchblicken lassen, dass es ab Ende April Lockerungen für die Bevölkerung geben werde.

Rund 103.100 Corona-Nachweise in Deutschland - 1.819 Tote

11:20 Uhr: In Deutschland sind bis Mittwochmorgen mindestens 103.100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10:25 Uhr: mehr als 99.700 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Zahlen haben sich seit Dienstagabend kaum verändert, da lediglich aus Berlin und Schleswig-Holstein ein neuer Stand gemeldet wurde.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 1.819 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10:25 Uhr: 1633). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 33.300 Menschen die Infektion überstanden.

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben Bayern mit mehr als 26.500 nachgewiesenen Fällen und mindestens 495 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 21.800 Fällen und mindestens 363 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 20.600 Fällen und mindestens 464 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 203,2 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 124,1. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Covid-19-Verdacht auf französischem Flugzeugträger Charles de Gaulle

10:51 Uhr: Auf dem französischen Flugzeugträger Charles de Gaulle besteht bei rund 40 Seestreitkräften ein Covid-19-Verdacht. Sie stünden unter verstärkter medizinischer Beobachtung und zeigten Symptome, die mit einer möglichen Covid-19-Infektion vereinbar seien, teilte das französische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Diese ersten Symptome traten demnach erst kürzlich auf. Auf dem Flugzeugträger gebe es eine medizinische Station mit Beatmungsgeräten.

Der französische Flugzeugträger "Charles de Gaulle"

"Ab heute wird ein Screening-Team mit Tests an Bord des Flugzeugträgers geschickt, um die aufgetretenen Fälle zu untersuchen und die Ausbreitung des Virus an Bord des Schiffes zu verhindern", hieß es. Das Schiff befindet sich derzeit im Atlantik und ist auf dem Weg zurück ins Mittelmeer. Die betroffenen Seeleute seien als Vorsichtsmaßnahme isoliert untergebracht worden. Als Präventivmaßnahme seien außerdem Masken an alle Mitarbeiter verteilt wurden, die Symptome, insbesondere Husten, aufwiesen, erklärte das Ministerium.

Zuletzt hatten sich auf dem US-Kriegsschiffs "USS Theodore Roosevelt" mehr als 150 Besatzungsmitglieder mit dem Coronavirus infiziert. Daraufhin war US-Marineminister Thomas Modly zurückgetreten.

RKI-Präsident: "Die Leute dürfen das Virus nicht unterschätzen"

10:37 Uhr: Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat vor Nachlässigkeit angesichts des positiven Trends bei den Corona-Zahlen gewarnt. "Die Leute dürfen das Virus nicht unterschätzen", sagte Wieler am Mittwoch im Deutschlandfunk. Er betonte erneut, dass es noch zu früh sei, über Lockerungen der Maßnahmen zu diskutieren. "Wir stehen immer noch am Anfang der Pandemie."

Zwar zeige sich, dass die strengen Einschränkungen des öffentlichen Lebens die Zunahme der Corona-Fallzahlen eindämmen könnten. Die Steigerung der Fallzahlen habe sich abgeflacht. Dies sei aber nur "eine Momentaufnahme". Es dürfe auch nicht vergessen werden, dass "wir auch immer mehr Ausbrüche in Krankenhäusern sehen, auch in Altenheimen oder Pflegeheimen", wo es die besonders anfälligen und gefährdeten Menschen treffe.

Wieler appellierte erneut an die Menschen, sich an die Abstandsregeln und die empfohlene Hygiene zu Halten. Die Ausbreitung des Virus hänge sehr stark vom Verhalten der Bevölkerung ab. "Darum ist es mir lieber, wenn die Menschen vorsichtiger sind, als wenn sie diese Krankheit vielleicht auf die leichte Schulter nehmen", sagte der RKI-Chef.

Angesichts der starken Einschränkungen im Alltag der Menschen äußerte Wieler zugleich Verständnis für die Ungeduld und den "Wunsch nach Lösung und nach Änderung". "Aber ich kann nur noch mal sagen: Wir müssen über dieses Virus und über die Krankheit mehr lernen, und die Leute dürfen das Virus nicht unterschätzen", betonte er. Auch einfache Stoffmasken seien "nur ein kleines Werkzeug" in der Coronakrise. Dies dürfe nicht dazu führen, "dass man denkt, mit solchen Maßnahmen hätte man ein bestimmtes Problem gelöst".

Mit Blick auf eine mögliche Exitstrategie verwies Wieler auf die politischen Entscheider. Persönlich könne er sich jedoch vorstellen, dass es schrittweise bestimmte Änderungen geben werde. Nötig sei es aber nach wie vor, die sogenannte Reproduktionszahl auf einen Wert unter eins zu senken. Das bedeutet, dass ein Infizierter statistisch weniger als einen Menschen ansteckt.

Wirtschaftsforscher erwarten Einbruch der Wirtschaft um 4,2 Prozent

10:22 Uhr: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten wegen der Coronavirus-Pandemie eine "schwerwiegende" Rezession in Deutschland in diesem Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde um 4,2 Prozent schrumpfen, die Arbeitslosenquote in der Spitze 5,9 Prozent erreichen, heißt es im am Mittwoch vorgelegten Frühjahrsgutachten. Im kommenden Jahr werde die Wirtschaft sich aber erholen und um 5,8 Prozent wachsen.

Bereits im ersten Quartal dürfte das BIP um 1,9 Prozent geschrumpft sein, schätzen die Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer Gemeinschaftsprognose. Im zweiten Quartal rechnen sie in Folge des Corona-Shutdowns mit einem Minus von 9,8 Prozent - das wäre der stärkste seit Beginn der Vierteljahresrechnung im Jahr 1970 jemals gemessene Rückgang in Deutschland und mehr als doppelt so groß wie der Rückgang im ersten Quartal während der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Deutschland bringe aber gute Voraussetzungen mit, den wirtschaftlichen Einbruch zu verkraften und mittelfristig wieder das wirtschaftliche Niveau zu erreichen, das sich ohne die Krise ergeben hätte, erklärte der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Timo Wollmershäuser. Die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute legen zwei Mal im Jahr ihre Gemeinschaftsdiagnose vor. Beteiligt sind neben dem Ifo das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sowie das RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen.

Viele Corona-Fälle auf Kreuzfahrtschiff vor Uruguay

10:10 Uhr: Auf einem vor Uruguay festliegenden Kreuzfahrtschiff sind fast 60 Prozent der mehr als 200 Menschen an Bord positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sechs Menschen auf der "Greg Mortimer" seien in Krankenhäuser von Uruguays Hauptstadt Montevideo gebracht worden, ihr Zustand sei aber stabil, teilte die australische Reederei Aurora am Mittwoch mit. Die übrigen der 128 positiv getesteten Menschen zeigten derzeit keine Symptome.

Auf dem Schiff befanden sich ursprünglich etwa 217 Menschen, die meisten Passagiere stammen aus Australien und Neuseeland. Die "Greg Mortimer" selbst habe nicht in dem südamerikanischen Land anlegen dürfen, hieß es in Medienberichten.

Aurora charterte eigenen Angaben zufolge ein mit medizinischem Gerät ausgerüstetes Flugzeug, um die Passagiere aus Australien und Neuseeland zurückzufliegen. Die Kosten hierfür beliefen sich angesichts der derzeit wegen der Coronakrise schwierigen Lage im Luftverkehr auf 15.000 Australische Dollar pro Person (etwa 8500 Euro). Für Passagiere aus Europa und Nordamerika arbeite man ebenfalls an einer Lösung.

Das Schiff war dem australischen Sender ABC zufolge Mitte März für eine Reise in die Antarktis in See gestochen, es liege aber seit dem 21. März nahe Montevideo vor Anker. Fast 100 Passagiere seien Australier, weitere etwa 16 Neuseeländer.

Laschet: Pflegeberufe nach Coronakrise besser bezahlen

10:07 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) fordert eine bessere Bezahlung von Pflegekräften nach der Coronakrise. "Wir setzen jetzt alle auf die Pflegerinnen und Pfleger, die machen einen exzellenten Job - mehr, als sie müssten", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Und das müsse sich nach der Krise auch in der Entlohnung widerspiegeln. Dafür brauche es mehr Tarifverträge. "Die Coronakrise zeigt, wie sehr die Gesellschaft auf diese Leistungsträger angewiesen ist", hatte Laschet auch dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwoch) gesagt.

Nach Laschets Einschätzung könnten darüber hinaus bei einer stufenweisen Rückkehr zur Normalität möglicherweise zunächst kleinere Läden wieder öffnen. Anders als sein bayerischer Kollege Markus Söder (CSU) sieht er außerdem derzeit nicht die Notwendigkeit einer Maskenpflicht. Laschet verwies auf eine Studie, die er im besonders betroffenen Kreis Heinsberg in Auftrag gegeben habe und deren Ergebnisse noch ausstehen: "Und da wird man dann auch sehen können: Wie schützt man sich denn wirklich am besten?"

Laschet sagte im "Morgenmagazin", er rechne im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus mit keiner bundesweiten Maskenpflicht. "Eine Maskenpflicht für ganz Deutschland sehe ich derzeit nicht."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte am Dienstag erklärt, dass er im Zuge der Coronakrise eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken erwarte. "Natürlich wird es am Ende eine Form von Maskenverpflichtung geben."

Deutsche Post sieht keinen Grund für Staatshilfe

09:54 Uhr: Die Deutsche Post sieht trotz der Coronakrise keinen Bedarf für staatliche Finanzhilfen. "Wir sind in einer sehr stabilen Situation", sagte Post-Chef Frank Appel am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Der Konzern sei sehr widerstandsfähig und insbesondere bei der Bilanz sehr gut aufgestellt. Daher gebe es im Unternehmen keinerlei Diskussionen über mögliche staatliche Unterstützung.

Während die Post im Express- und Frachtgeschäft, in der Lieferkettenlogistik und bei Werbepost zuletzt spürbare Rückgänge verbuchte, sei das Paketgeschäft auf ein Niveau gewachsen, wie man es normalerweise nur in der Vorweihnachtszeit sehe, sagte Appel. Daher will die Post jetzt Mitarbeiter aus anderen Bereichen verstärkt im Paketgeschäft einsetzen. Auch Neueinstellungen sind demnach geplant.

Bericht: Boris Johnsons Fieber geht zurück

09:25 Uhr: Dem britischen Premierminister Boris Johnson soll es etwas besser gehen. Sein durch das Coronavirus ausgelöstes hohes Fieber ist zurückgegangen, wie die "Times" berichtete.

Johnson wird nach einem Bericht des "Telegraph" im Krankenhaus von Richard Leach behandelt, der als führender Lungenfacharzt Großbritanniens gelte. Eine Regierungssprecherin wollte die Berichte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch nicht kommentieren.

Johnson liegt auf der Intensivstation des St. Thomas' Hospitals in London. Sein Zustand war am Dienstag nach Regierungsangaben stabil. Der 55-Jährige musste bis dahin auch nicht an eine Beatmungsmaschine angeschlossen werden. Ihm werde zwar Sauerstoff zugeführt, aber er "atmet selbstständig ohne jegliche Unterstützung", hieß es.

Der Premier war am Montag im St. Thomas' Hospital wegen seiner anhaltenden Corona-Beschwerden untersucht worden, als sich plötzlich sein Zustand deutlich verschlechterte. Johnson hatte am 27. März mitgeteilt, dass er sich mit dem Virus angesteckt hat.

Johnson ist der ranghöchste Politiker weltweit, der mit dem neuartigen Coronavirus infiziert ist. Die Verlegung eines Premierministers auf die Intensivstation während eines nationalen Ausnahmezustands ist ein beispielloser Vorgang.

Vertretungsweise führt derzeit Außenminister Dominic Raab die Amtsgeschäfte. Er bezeichnete Johnson als "Kämpfer" und erklärte, der Premier werde "zurückkommen und uns durch diese Krise führen".

Tui: Weg für staatlichen Milliardenkredit ist frei

08:46 Uhr: Der Weg für ein staatliches Hilfspaket an den Tui-Konzern in der Corona-Krise ist frei. Mehrere Banken erklärten ihre Zustimmung zu einem vom Bund in Aussicht gestellten Kredit über 1,8 Milliarden Euro, teilte der weltgrößte Reiseanbieter am Mittwochmorgen in Hannover mit.

Das Geld kommt von der staatlichen Förderbank KfW - wegen gleichzeitiger Änderungen an einem anderen Darlehensprogramm mussten aber noch weitere Institute ihr Einverständnis geben.

Johns Hopkins-Uni: Fast 2.000 Coronavirus-Tote an einem Tag in den USA

07:45 Uhr: In den USA sind an einem Tag fast 2.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Mittwoch kurz vor Mitternacht (Ortszeit) aus den Daten der amerikanischen Universität Johns Hopkins für den Dienstag hervor.

Mit genau 1.921 Toten binnen 24 Stunden war dies der bisher höchste Anstieg innerhalb eines Tages seit Beginn der Krise. Fast 13.000 Menschen starben damit in den USA bisher nach einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2. Die Zahl der bekannten Infektionen lag Johns Hopkins zufolge bei gut 399.000.

Weltweit sind laut Daten der Universität mittlerweile 1,4 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Gut 82.100 Menschen starben demnach, weitere knapp 301.400 erholten sich von einer Infektion mit dem Virus.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

Foodwatch: Lebensmittelkontrollen wegen Coronakrise massiv heruntergefahren

07:27 Uhr: Nach Angaben der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch sind die Lebensmittelkontrollen in Deutschland derzeit massiv eingeschränkt. Routinekontrollen in Unternehmen sowie Probenanalysen seien größtenteils ausgesetzt, da die Laborkapazitäten für Corona-Proben gebraucht würden, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zudem sprängen Lebensmittelkontrolleure als Helfer in Gesundheitsämtern ein.

Zahlreiche Hygienekontrollen sowie Untersuchungen etwa wegen Keimbelastungen von Lebensmitteln fielen damit weg, sagte Rücker. Langfristig sei dies "ein echtes Problem", da die Routinekontrollen notwendig seien, um lebensmittelbedingte Erkrankungen zu vermeiden. Gerade auch während der Coronavirus-Pandemie sei dies wichtig. Die Personalengpässe müssten deshalb wieder beseitigt werden, forderte der Verbraucherschützer.

Die Engpässe sind laut Rücker auch die Folge von Einsparungen in vergangenen Jahren. Den Bundesländern falle derzeit auf die Füße, "dass sie jahrelang bar jeder Vernunft am Personal in den Ämtern und Laboren gespart haben". Die Landesregierungen müssten dringend ein Konzept vorlegen, wie sie die Kontrollen so schnell wie möglich wieder hochfahren wollten, um die Bevölkerung vor zusätzlichen Gesundheitsgefahren zu schützen.

Blutplasma-Therapie soll Corona-Patienten helfen

06:23 Uhr: Therapien mit Blutplasma könnten künftig einmal schwerkranken Corona-Patienten helfen. Die Studienlagen weise darauf hin, dass damit eine deutliche Abschwächung der lebensbedrohlichen Verläufe möglich sei, sagte der Leiter der Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Erlangen, Holger Hackstein.

Dieses ist nach eigenen Angaben eine der ersten Einrichtungen, die eine Erlaubnis für die Herstellung von therapeutischem Plasma erhalten haben. Auch andere Kliniken in Deutschland arbeiten daran.

Menschen mit überstandener Covid-19-Infektion haben spezifische Antikörper gegen das Virus gebildet, die mit einer Maschine aus dem Blut gewonnen werden. Akut erkrankte Patienten sollen diese erhalten.

Die Wirkung dieser Blutplasma-Therapie hat eine Studie aus China an zehn Covid-19-Erkrankten untersucht, die in der Online-Ausgabe des Fachjournals "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlicht wurde.

Danach verbesserte sich der Zustand der Patienten innerhalb von drei Tagen. Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, wertete die Ergebnisse als ermutigend.

Diese seien aber kein Nachweis für die Wirksamkeit, betonte er. In Deutschland sollen nun seinen Angaben nach klinische Prüfungen starteten, deren Ergebnisse in wenigen Monaten vorliegen könnten.

Coronavirus: Südkorea verschärft Einreisekontrolle für Ausländer

06:18 Uhr: Aus Sorge vor einer Zunahme importierter Fälle von Corona-Infektionen will Südkorea die Einreisebestimmungen weiter verschärfen. Premierminister Chung Sye Kyun kündigte am Mittwoch an, sogenannte Visa-Waiver-Programme mit Ländern für ein visumfreies Reisen würden vorläufig auf Eis gelegt.

Auch sollen keine neuen Visa für Staatsbürger aus den Ländern ausgestellt werden, die wegen der Pandemie die Einreise von Besuchern aus Südkorea verbieten. Eine formale Entscheidung darüber sollte später bekanntgegeben werden.

Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 in Südkorea ist in den vergangenen Wochen stark zurückgegangen. Sorgen bereitet den Behörden jedoch weiter neben lokalen Häufungen von Fällen der Zustrom von ankommenden Passagieren aus dem Ausland, die mit dem Virus infiziert sind.

Die Mehrheit von ihnen sind allerdings Südkoreaner, die aus Angst vor einer Ansteckung aus Ländern zurückkehren, in denen sich das Virus rasch ausbreitet. Alle Ankommenden aus den USA und Europa müssen sich in zweiwöchige Quarantäne begeben.

Europäische Corona-Warn-App soll Ende der Osterferien kommen

06:00 Uhr: Die in Europa entwickelte Technologie zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie mit Hilfe von Smartphones wird voraussichtlich bis zum Ende der Osterferien in Deutschland als konkrete App zur Verfügung stehen.

Das kündigte Chris Boos, einer der führenden Forscher des Projektes PEPP-PT in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an. "Ich gehe davon aus, dass wir zwischen 15. und 19. April die erste App tatsächlich live haben", sagte der IT-Unternehmer, der im Digitalrat der Bundesregierung sitzt.

Das Konzept war in den vergangenen Wochen von 130 Experten aus acht europäischen Ländern entwickelt und von Soldaten der Bundeswehr in Berlin getestet worden.

Boos betonte, bislang gebe es noch keine fertige Tracking-App, sondern ein offenes technisches Konzept, das drei Ziele verfolge. Zum einen müsse das System eine saubere Messung ermöglichen. "Wir wollen nicht Äpfel mit Birnen vergleichen."

Einen Mund-Nasen-Schutz selber nähen

Das zweite Ziel sei die Sicherung der Privatsphäre. "Wir verwenden keinerlei Ortungsdaten und auch keine Daten, die einen Menschen identifizieren können."

Dabei setze man auf eine komplette Anonymisierung und reine Freiwilligkeit. Der dritte Punkt sei die Interoperabilität zwischen den Ländern. "Wir haben dann eine Art Roaming, damit man auch wieder wirklich die Grenzen öffnen kann und trotzdem informiert Infektionsketten nachverfolgen kann."

Wer die Anwendung nun konkret in die App-Stores bringe, sei eine politische Entscheidung, betonte Boos. Er persönlich sehe das Robert Koch-Institut (RKI) als "natürliche Quelle für eine App in Deutschland".

Das RKI hatte bereits am Dienstag eine erste Corona-App veröffentlicht, mit der Bürger Gesundheitsdaten aus Fitnesstrackern und Smartwatches spenden können, mit denen Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Verbreitung des Virus ziehen wollen. Das RKI sei auch bei dem PEPP-PT-Projekt von Anfang mit dabei gewesen.

Bund schafft "Luftbrücke" für Schutzmaterial aus China

04:15 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Epidemie hat der Bund eine "Luftbrücke" für Transporte mit dringend benötigter Schutzausrüstung aus China nach Deutschland organisiert.

Damit ist man in der Lage, täglich eine Passagiermaschine der Lufthansa für 25 Tonnen Fracht nach Shanghai zu schicken, wie die Deutsche Presse-Agentur vom Bundesgesundheitsministerium erfuhr.

Hinzu kommen demnach weitere Transport-Optionen über das Verteidigungsministerium. Beide Maßnahmen sollen dazu dienen, flexibel auf Warenströme reagieren zu können.

Schutzausrüstung für medizinisches Personal wie Atemschutzmasken und Anzüge sind derzeit weltweit knapp, der Markt ist außerdem stark umkämpft. Die Bundesregierung ist daher in eine zentrale Beschaffung eingestiegen, um ergänzendes Material zum Weiterverteilen an Praxen, Krankenhäuser und Pflegeheime zu besorgen. Dabei bereiten Einkaufs- und Lieferbedingungen teils Schwierigkeiten - besonders in China, das für den Großteil der globalen Schutzmaskenproduktion steht.

Türkisblaues Wasser: Kolumbiens Karibik atmet wegen Corona-Pause auf

04:00 Uhr: Die strengen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben einen positiven Effekt auf die Umwelt in Kolumbien: In der als Touristenziel beliebten Hafenstadt Cartagena am Karibischen Meer ist das Wasser wieder sauber.

Wie auf Fotos zu sehen ist, hat es sogar innerhalb kurzer Zeit seine türkisblaue Farbe wieder angenommen. Medien berichteten, dass man Fischschwärme beobachten kann.
"Die Veränderung in der Bucht ist Produkt des nicht vorhandenen Verkehrs von Schiffen und Boten", versicherte Natalia Burgos Uribe von dem Ozeanografischen Forschungszentrum der Karibik CIOH, das die Wasserqualität untersucht. "Sie bewegen das Meer sonst permanent und verschmutzen es in vielen Fällen wie in den vergangenen Jahren auch."
Der Bürgermeister von Cartagena, William Dau, hatte am 11. März sämtliche Schiffsaktivitäten eingestellt. Touristen wurde untersagt, die Strände zu nutzen und im Meer zu baden.

Mit der Anordnung wurde auch die Saison der Kreuzfahrtschiffe an einer der berühmtesten Küsten Kolumbiens jäh unterbrochen. Cartagena erwartete bis Mitte des Jahres 45 Ozeanriesen mit insgesamt 150.000 Passagieren.

Ärztepräsident erwartet noch massive Einschränkungen für Sommerurlaub

01:00 Uhr: Der Sommerurlaub wird nach Überzeugung von Ärztepräsident Klaus Reinhardt in Deutschland noch mit massiven Einschränkungen verbunden sein.

"Ich glaube nicht, dass die Deutschen in diesem Sommer schon wieder Urlaubsreisen machen können", sagte der Präsident der Bundesärztekammer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch).

Selbst bei schrittweiser Rückkehr in den Alltag werde die Pandemie das Land noch bis zum Sommer beschäftigen. "Darum glaube ich, dieser Sommer wird anders. Wir werden wohl nicht wie gewohnt ins Auto, in den Zug oder ins Flugzeug steigen und in die Ferien fahren."

Auch würden in Urlaubsländern wie Italien oder Spanien die Probleme noch nicht soweit gelöst haben, dass Tourismus wieder möglich sei. "Ich hoffe aber sehr, dass wir das in Teilen in den Herbstferien machen können - und erst recht im kommenden Jahr", fügte Reinhardt hinzu.

Trump droht WHO mit Einfrieren von Beiträgen der USA

00:36 Uhr: US-Präsident Donald Trump erhöht in der Coronavirus-Krise den Druck auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Trump drohte bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus, Gelder für die WHO einzufrieren.

"Ich sage nicht, dass wir es tun werden, wir werden es untersuchen und die Beendigung der Finanzierung prüfen", sagte Trump. Er revidierte damit eine nur wenige Minuten zuvor getroffene Aussage, wonach US-Gelder für die WHO auf Eis gelegt werden sollten - was nach einer bereits getroffenen Entscheidung klang.

Früher am Dienstag hatte Trump der WHO bereits vorgeworfen, es in der Coronavirus-Pandemie "wirklich vermasselt" zu haben. Am Abend legte er nach und sagte, "wahrscheinlich" habe die Organisation zu Beginn der Pandemie mehr gewusst, als sie offengelegt habe.

Er warf der in Genf ansässigen Organisation zudem vor, "sehr chinazentriert" zu sein, und betonte, dass die USA den "größten Anteil" zum WHO-Budget leisteten.

Müller bedauert "Schärfe" im Streit um Maskenlieferung

00:33 Uhr: Im Streit um eine Lieferung von 200 000 Schutzmasken, die von Bangkok aus statt nach Berlin wohl in die USA ging, schlägt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) nun gemäßigtere Töne an.

"Da ist eine Schärfe reingekommen durch die Stellungnahmen von Herrn Geisel und mir, die bedauere ich. Es tut mir leid", sagte Müller am Dienstag. "Vielleicht sollten wir diese Auseinandersetzung auch mal ruhen lassen."

Als Innensenator Andreas Geisel (SPD) und er sich zu den USA geäußert hätten, habe "große Anspannung" geherrscht, so Müller. "Weil wir nicht sicher waren, wann bekommen wir wieviel Material, und es war knapp."

Geisel hatte am Freitag mitgeteilt, die für die Berliner Polizei bestimmten Masken seien auf Betreiben der USA "konfisziert" worden, er sprach von einem "Akt moderner Piraterie". Auch Müller hatte die USA scharf kritisiert: "Das Handeln des US-Präsidenten ist alles andere als solidarisch und verantwortungsvoll. Es ist unmenschlich und inakzeptabel", hatte er getwittert.

Zu den jüngsten Äußerungen Müllers erklärte die US-Botschaft: "Wir nehmen die Entschuldigung des Bürgermeisters zur Kenntnis. Wir bedauern, dass die Vorwürfe, die wir zurückgewiesen haben, zu weiteren Spannungen geführt haben - und das während einer Krise, die wir alle gemeinsam überwinden wollen."

Nach wie vor ist unklar, warum genau die Masken am Ende in die USA gingen. Zuletzt hieß es aus der Innenverwaltung, nach Angaben des Vertragspartners, einem deutschen Fachhandel, sei die Lieferung aufgrund einer US-Direktive storniert und das Frachtflugzeug in die USA umgeleitet worden.

Coronakrise: Twitter-Chef Dorsey stiftet Milliarden-Aktienpaket

00:01 Uhr: Twitter-Chef Jack Dorsey will Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar (925 Mio Euro) stiften - unter anderem für den Kampf gegen die Coronavirus-Krise.

Der 43-Jährige kündigte am Dienstag (Ortszeit) per Tweet an, 28 Prozent seines Privatvermögens in einen entsprechenden Fonds zu stecken. Bei den Mitteln handelt es sich um Anteile an dem von Dorsey gegründeten und als Vorstandschef geführten Bezahldienst Square.

Die Initiative solle sich zunächst auf die Bewältigung der Corona-Pandemie konzentrieren. Danach werde sich der Fokus des Fonds auf "Gesundheit und Bildung von Mädchen" und ein bedingungsloses Grundeinkommen verlagern, so Dorsey weiter.

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Mit Material von dpa, afp und apa.
Teaserbild: © imago images/Fotoagentur Nordlicht