Besinnlich geht es in der Vorweihnachtszeit zu - nur nicht in der Bundesliga. Da sind die, die unartig waren und nun Angst vor Knecht Ruprecht haben. Die, die sich gegenseitig auf die Fresse hauen wollen. Und die, die über ihr hartes Leben als Fußballprofi motzen. Nur einer, der will einfach nur mal in Ruhe einschlafen. Die etwas andere und nicht ganz ernst gemeinte Vorschau auf den 17. Spieltag der Bundesliga.

Gute Kinder bekommen Geschenke, böse Kinder werden ...

Jedes Kind weiß: Wer nicht brav war, bekommt nichts zu Weihnachten. Beim Hamburger SV haben sie sich in den vergangenen Jahren offenbar einiges zu Schulden kommen lassen. Und jetzt will ihr langjähriger Gönner "Santa" Klaus-Michael Kühne auch noch seine Geschenke wieder haben.

Investor Kühne sorgt für eine finanzielle Schieflage des Vereins.

Mit diesen schlechten Nachrichten sind die Norddeutschen am Samstag ausgerechnet bei Schalke 04 zu Gast. Vielleicht können sie sich dort noch ein paar Tipps holen. In Gelsenkirchen kennt man sich schließlich mit unschönen Geschenken aus. Bei der Champions-League-Auslosung sprang Knecht Ruprecht alias Real Madrid aus dem Sack. Wir erinnern uns: In der vergangenen Saison verpassten die Spanier den Schalkern tüchtig eins mit dem Knüppel.

Bremen und Dortmund steigen in den Ring

Schon lange hat man sich beim BVB nicht mehr so sehnlich die Winterpause herbeigewünscht wie in diesem Jahr. Dann soll die Rückkehr auf die große Bühne vorbereitet werden. Gut, dass wir beim Fußball sind und nicht beim Boxen. Denn hier heißt es ja seit jeher über ehemalige Champions: "They never come back".

Werder-Trainer Viktor Skripnik hält von diesem Spruch offenbar gar nichts - und warnt vor dem Ex-Champion: "Dortmund ist ein angeschlagener Boxer, und die können einem richtig auf die Fresse geben." Jürgen Klitschko, äh Klopp, droht Skripnik und Bremen dann auch gleich mit einem K.o. "Wir werden da hochfahren und noch einmal alles raushauen." Wie ernst Drohungen von Ex-Champions sind, muss aber jeder selbst entscheiden.

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Bayern-Sieg zum Jahresausklang - 2:1 beim FSV Mainz

Ich bin ein Star - lass mich aufs Feld

Salomon Kalou ist auch angeschlagen - weil er fast nie spielen darf. Das findet er gar nicht nett: "Man sollte einen Spieler wie mich besser behandeln", motzt der 29-Jährige. Da Trainer Jos Luhukay wohl gerade nicht zu sprechen war, nahm Kalou den Umweg über die Boulevardzeitung "BZ" und schimpft dort ausführlich über sein hartes Bank-Leben bei der Hertha: "Ich denke, wenn man einen großen Spieler in sein Team holt, dann sollte man sein Team um ihn herum bauen."

Unwahrscheinlich, dass er auf diese Weise endlich auch mal wieder von Beginn an aufs Feld darf. Luhukay wird wohl auch gegen Hoffenheim am Sonntag den neuerdings treffsicheren Julian Schieber aufbieten. Der ist ebenfalls ein Neuzugang - allerdings vom "No-Name-Klub" Borussia Dortmund.

Ich bin ein Star - lass mich wechseln

Und wo wir gerade bei motzenden Spielern sind, erinnern wir uns doch an Aaron Hunt. Sie etwa nicht? Ok, wir klären Sie gerne auf. Hunt ist der Spieler, der vor der Saison von Bremen zum VfL Wolfsburg gewechselt war. Er wollte wohl endlich mal wieder oben mitspielen. Doch jetzt sitzt eher oben herum - und stand in der Bundesliga nur dreimal in der Startelf. Und was macht Hunt nun? Motzen. "Ich habe jetzt hier eine Situation, die nicht zufriedenstellend ist", schimpft er in der "Syker Kreiszeitung"

Offenbar hat Hunt seine Meinung ohnehin längst geändert: Statt oben auf der Bank zu sitzen, will er lieber im Tabellenkeller spielen und am liebsten zurück zu Werder: "Ich weiß, was ich an Werder habe oder hatte. Und es war klar, dass ich so etwas wie in Bremen nicht bei einem anderen Klub wieder kriegen würde. Ich kann mir eine Rückkehr grundsätzlich vorstellen." Wolfsburg-Trainer Hecking findet das nicht so prickelnd und wird ihn wohl auch gegen den 1. FC Köln nicht aufstellen: "Wenn er sich nicht zum VfL bekennt und mit Gedanken woanders ist, muss er damit leben, nicht berücksichtigt zu werden".

Schlaflos in Frankfurt

Ein schier endloses Jahr trainierte Thomas Schaaf kein Team in der Liga. Doch seit Beginn der Saison ist er zurück an der Seitenlinie - und die Liga hat damit eine Attraktion mehr: Die Eintracht aus Frankfurt. Die "launische Diva" ist unter Schaaf das einzige Team, das mit dem FC Bayern mithalten kann. Also fast. Also wenn es darum geht, so viele Tore wie möglich zu schießen. 33-mal hat Eintracht Frankfurt bereits getroffen und damit nur acht Tore weniger als der FC Bayern geschossen. Sie meinen das sei viel? Wir nicht, schließlich hat Frankfurt ja ein Spiel weniger absolviert.

Gut, einholen werden die Frankfurter den FC Bayern München zum Rückrundenabschluss wohl nicht mehr. Aber nach dem 4:4 gegen die Hertha am vergangenen Wochenende ist das dann doch nicht ganz ausgeschlossen. Dennoch: Wir wünschen uns im Spiel gegen Bayer Leverkusen nicht noch so ein Frankfurter Torfestival. Denn schließlich beginnt spätestens morgen die besinnliche Zeit. Und auch Thomas Schaaf hat sich etwas Ruhe verdient. Wie wir darauf kommen, dass er die nicht findet? Nach dem Spiel vergangene Woche konnte der Trainer einfach nicht schlafen: "Es war keine lange Nacht, man findet sehr spät in den Schlaf." Erst gegen vier Uhr morgens sei er eingeschlafen.

Sollte Frankfurt nun tatsächlich acht Tore schießen, müsste Schaaf wohl durchmachen. Dann wohl doch lieber eine Nullnummer, oder?

Die Partien des 17. Spieltags in der Übersicht

Freitag, 19.12.2014:

FSV Mainz 05-Bayern München1:2 (1:1)


Samstag, 20.12.2014:

FC Schalke 04-Hamburger SV15.30 Uhr
Bayer Leverkusen-Eintracht Frankfurt15.30 Uhr
FC Augsburg-Bor. Mönchengladbach15.30 Uhr
Werder Bremen-Borussia Dortmund15.30 Uhr
VfB Stuttgart-SC Paderborn15.30 Uhr
VfL Wolfsburg-1. FC Köln18.30 Uhr


Sonntag, 21.12.2014:

Hertha BSC-1899 Hoffenheim15.30 Uhr
SC Freiburg-Hannover 9617.30 Uhr

Tabelle vor dem 14. Spieltag

RangVereinSp.S.U.N.Diff.TorePunkte
1.Bayern München171430+3741:445
2.VfL Wolfsburg16943+1531:1631
3.Bor. Mönchengladbach16763+1024:1427
4.Bayer Leverkusen16763+827:1927
5.FC Schalke 0416826+728:2126
6.FC Augsburg16808020:2024
7.Hoffenheim16655-124:2523
8.Hannover 9616727-519:2423
9.Eintracht Frankfurt16646033:3322
10.1. FC Köln16547-516:2119
11.FSV Mainz 0517395-419:2318
12.SC Paderborn16466-521:2618
13.Hertha BSC16538-624:3018
14.Hamburger SV16448-109:1916
15.VfB Stuttgart16448-1220:3216
16.Borussia Dortmund16439-717:2415
17.SC Freiburg16286-815:2314
18.Werder Bremen16358-1424:3814