Der Kracher zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund elektrisiert die Fans: Es ist der spannendste Titelkampf, den die Bundesliga seit Jahren gesehen hat. Aber wer gewinnt das Mega-Duell? Vorab machen wir den Mann-gegen-Mann-Vergleich.

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Manuel Neuer gegen Roman Bürki

Manuel Neuers Formkurve zeigte zuletzt wieder nach oben, der Nationalkeeper hat aber durch eine kleine Verletzung den Rhythmus wieder etwas verloren. Die totale Souveränität, auch mit dem Ball am Fuß, geht ihm immer noch ab.

Roman Bürki hat dem BVB in dieser Saison schon so manchen Punkt festgehalten, sich zuletzt aber auch immer mal wieder einen Bock geleistet. Es deutet sich ein Duell auf Augenhöhe an.

Joshua Kimmich gegen Jacob Bruun Larsen

Joshua Kimmichs Willensstärke und seine Verbissenheit können in diesem Spiel (Anstoß Samstag 18:30 Uhr) ein entscheidender Faktor werden. Schon jetzt ist der Rechtsverteidiger einer der Anführer der Mannschaft und mit seinen offensiven Vorstößen und auch im Torabschluss eine stete Gefahr für den Gegner.

Aber: Mit Jacob Bruun Larsen trifft der Nationalspieler auf einen besonders unangenehmen Gegenspieler. Der Däne ist körperlich robust und laufstark, dazu in der Umschaltbewegung nach vorne exzellent - und da zeigen sich die Bayern in dieser Saison besonders anfällig.

Niklas Süle gegen Paco Alcácer

Niklas Süle wird ziemlich sicher den Vorzug vor Jerome Boateng erhalten und steht vor einer kniffligen Aufgabe. Paco Alcácer ist zwar weder schnell noch trickreich noch wendig noch über die Maßen spielintelligent - aber im Strafraum eine Sensation.

Für einen Innenverteidiger gibt es kaum etwas Unangenehmeres als einen Gegenspieler, der 89 Minuten lang nur lauert und dann auf einmal explodiert.

Im Gegenzug ist Süle bei eigenen Standards ein klarer Zielspieler und muss - je nach Einteilung und Verteidigungsart - dabei von Alcácer erst einmal kontrolliert werden.

Egal, wie das Bundesliga-Spitzenspiel gegen Tabellenführer Borussia Dortmund endet: Jérôme Boateng hat die Münchner Nobel-Disco "P1" bereits für eine anschließende Feier reserviert. Nicht bei jedem Mitspieler kommt er damit gut an. Und erst recht nicht bei seinem Trainer und dem Sportdirektor des FC Bayern.

Mats Hummels gegen Marco Reus

Eines der Schlüsselduelle. Marco Reus wird immer wieder als hängende Spitze weiter weg von Mats Hummels agieren und sich dann zwischen Bayerns Sechser und der Abwehrkette anspielbar machen.

Hummels‘ Timing im Rausrücken wird also von entscheidender Bedeutung sein: Zu wenig Risiko lässt Reus sofort aufdrehen, zu viel Risiko und Dortmunds Kapitän entwischt in die Tiefe. Ein großes Spiel für beide - in dem Hummels aber mehr zu verlieren hat als Reus.

David Alaba gegen Jadon Sancho

Auch hier gilt: Wie viel Risiko verträgt das bayerische Spiel und wie viel Risiko wagt Alaba? Denn Sancho ist kein begnadeter Rückwärtsverteidiger und nicht immer zuverlässig gegen den Ball.

Alabas Offensivpower ist ein klares Plus der Bayern. Allerdings sind die Momente nach möglichen Ballverlusten dann umso prekärer, und im Eins-gegen-Eins dürfte der Österreicher einige Probleme mit Sancho bekommen.

Javi Martinez gegen Axel Witsel

Nach dem Beinahe-Desaster im Pokal gegen Heidenheim und der Flut an Gegentoren ist Martinez die defensivere Variante im Vergleich zu Leon Goretzka und als Abräumer - ähnlich wie in Liverpool - wohl die von Niko Kovac präferierte Lösung.

Martinez wird es auch mit Reus zu tun bekommen, im Pressing ist sein Pendant aber Axel Witsel. Der Belgier ist die große Konstante im Dortmunder Spiel gegen den Ball und dazu noch aufbaustark - Martinez dagegen hat genau da auf diesem Niveau einige Defizite.

Ottmar Hitzfeld: So müssen die Bayern gegen den BVB taktisch agieren

Meistertrainer Ottmar Hitzfeld, der erst in Dortmund und dann in München glänzende Arbeit ablieferte und große Erfolge feierte, rät der Defensive des FC Bayern gegen die schnellen und gefährlichen Spieler von Borussia Dortmund zu einem "hochkonzentrierten" und "aggressiven" Vorgehen. Alle Spieler seien gefordert. © DAZN

Thiago gegen Thomas Delaney

Wenn Martinez beginnt, rückt Thiago entweder daneben oder eher auf die Acht. Der Zauberfuß war zuletzt immer mal wieder auch leichtsinnig unterwegs. Andererseits kreiert er damit die einzigartigen Momente, die auch große Spiele entscheiden können.

Delaney ist wie der komplette Gegenentwurf dazu, sachlich, nüchtern, körperlich robust, ein klassischer Abräumer und Dauerläufer. Es wird spannend zu beobachten sein, wie Thiago mit der gesunden Härte Delaneys umgehen wird.

Serge Gnabry gegen Raphael Guerreiro

Ein klarer Vorteil für die Bayern: Guerreiro wird auf der zuletzt eher ungewohnten Position des Linksverteidigers spielen müssen, war zuletzt als Linksaußen oder im zentralen Mittelfeld unterwegs.

Der Portugiese kann gut anschieben, hat aber im Vergleich zu Gnabry erhebliche Geschwindigkeitsdefizite und wird sich deshalb zunächst wohl eher zurückhalten müssen mit seinen Vorstößen. Gnabry dagegen ist Bayerns Geheimwaffe und derzeit in blendender Verfassung.

Kingsley Coman gegen Marius Wolf

Wie Guerreiro muss auch Wolf auf einer anderen Position spielen, wobei die Umstellung für Wolf noch deutlich größer sein dürfte. Zwar spielt der gelernte Flügelangreifer schon seit ein paar Wochen rechts hinten, zeigt dort aber immer noch teils markante Schwächen und steht jetzt gegen einen der besten Dribbler der Liga vor einer Mammutaufgabe.

Coman in Topform wird alleine von Wolf nicht zu halten sein, es bedarf der raschen Unterstützung des Innenverteidigers und des Sechsers. Ansonsten bekommt der BVB auf der rechten Abwehrseite große Probleme.

Robert Lewandowski gegen Axel Zagadou

Das vielleicht vorentscheidende Spiel um den Titel, in der Allianz Arena, gegen einen der besten Angreifer Europas: Für Axel Zagadou die wohl größte Herausforderung seiner noch jungen Karriere.

Auf der anderen Seite ist Lewandowski gefordert, in einem großen Spiel auch mal Großes zu leisten für die Bayern - zuletzt gegen Liverpool war das einmal mehr nicht der Fall. Und auch in Freiburg in der Vorwoche vergab Lewandowski doppelt für zwei wichtige Punkte - während fast zeitgleich sein Pendant Alcácer Dortmunds Sieg einfuhr.

Die Ergänzungsspieler

Ein großer Faktor könnte die Ersatzbank werden, wobei die der Bayern deutlich besser besetzt ist. Der BVB ist nach den Ausfällen von vier potenziellen Startspielern stark ausgedünnt und kann offensiv nur noch mit Mario Götze nachlegen.

Die Bayern dagegen - abgesehen von den verletzten Corentin Tolisso und Arjen Robben - sitzen in voller Mannstärke auf der Bank: Mit Goretzka, Thomas Müller und Franck Ribéry bieten sich Kovac genug offensive Alternativen.

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