Polit-Talk: "Anne Will", "Hart aber fair", "Maischberger" und "Maybrit Illner"

"Anne Will", "Hart aber fair", "Maischberger" und "Maybrit Illner": An vier Tagen die Woche senden ARD und ZDF politische Talkshows. In unserer Rubrik finden Sie Nachberichte und Kritiken zu ausgewählten Sendungen und Themen.

Wie geht es nach dem Brexit mit der Europäischen Union weiter, will Maybrit Illner von ihren Gästen wissen. Während Justizministerin Katarina Barley noch hofft, dass es so weit erst gar nicht kommt, weil ein zweites Referendum den Austritt Großbritanniens abwendet, fordert Historiker Andreas Rödder mehr Freiheit für die Mitgliedsstaaten. Der Ruf nach mehr Europa gefährde Europa. 

Sandra Maischberger macht die Situation auf Deutschlands Straßen zum Thema. Unter den Gästen: Der Sohn eines Unfallopfers und ein Ex-Raser. Letztere berichtet vom Rausch der Geschwindigkeit – und machte sich für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen stark.

Anne Will wollte mit ihren Gästen über die Spaltung Deutschland diskutieren. Doch im Mittelpunkt stand der Auftritt von Friedrich Merz, der Angela Merkel als CDU-Chef beerben will.

Viel Zoff über wenig Neues: In Überlänge diskutiert Maybrit Illner über den "Neustart ohne Merkel". Im Fokus steht AfD-Fraktionschef Gauland – weil er Alice Weidel in der Spendenaffäre in Schutz nimmt und heftig unter Beschuss gerät.

Seit dem 12. November 1918 haben Frauen in Deutschland das Wahlrecht. Und sonst so? Wie steht es 100 Jahre später um die Gleichberechtigung? "Kaum Chefinnen, weniger Geld: Werden Frauen immer noch benachteiligt?", fragt deshalb Sandra Maischberger ihre Gäste.

Sind die Schlagzeilen über die kriminellen Clans gerechtfertigt oder nur aufgebauscht? Wird die Diskussion am Ende rassistisch geführt? Über diese Fragen diskutierte Frank Plasberg mit seinen Gästen bei "Hart aber fair" - mit unbefriedigendem Ergebnis.

SPD und Union kämpfen seit Monaten wenn nicht Jahren mit miesen Umfragewerten und schlechten Wahlergebnissen. Ist der Trend umkehrbar? Ein Journalist sah bei Anne Will den Dauerzustand große Koalition als eine Hauptursache für die Krise. Helfen könne womöglich ein neues altes Gesicht – Friedrich Merz.

Angelas Merkels angekündigter Rückzug als CDU-Chefin hat ein politisches Erdbeben ausgelöst. Ein Publizist sagte, mit Annegret Kramp-Karrenbauer könne die Union die nächste Bundestagswahl nicht gewinnen. Die CDU-Generalsekretärin verblüffte wiederum mit einem überraschenden Geständnis über Merkel.

Bei "Sandra Maischberger" zerbrechen sich Hobbypsychologen und Kalte Krieger die Köpfe über den US-Präsidenten und die Midterms. Immerhin gibt es Antworten auf zwei wichtige Fragen: Was hat Trump bloß so ruiniert? Und was ist ein Trump-Hintern?

Ein AfDler und ein CDU-Mann schließen innige Feindschaft, eine Forscherin irritiert Plasberg – bei "Hart aber Fair" zu Donald Trump und den Wahlen in den USA geht es rund.

Angela Merkels angekündigter Rückzug als CDU-Chefin löste eine lebhafte Debatte bei Maybrit Illner aus. Für die einen war die Entscheidung "souverän", für die anderen "nicht optimal". Journalist Hajo Schumacher hielt eine Grabrede für die SPD und hätte Ex-Innenminister Hans-Peter Friedrich beinahe eine Aussage zu Horst Seehofers Zukunft entlockt.

Frank Plasberg diskutiert mit seinen Gästen bei "Hart aber fair" die Folgen von Angela Merkels Teilrückzug. Der Schlagabtausch des Abends lässt für die Zukunft der GroKo nichts Gutes hoffen. Und dann setzt SPD-Vize Ralf Stegner dem Bündnis auch noch eine überraschend kurze Gnadenfrist. 

Hessen hat gewählt. Während noch die allerletzten Stimmen ausgezählt werden, diskutiert Anne Will mit ihren Gästen, was das Ergebnis für die Bundespolitik bedeutet. Während die Runde übers Regieren und die Regierung spricht, fällt ein Gast besonders unangenehm auf, der einst ebendieses Regieren verweigert hatte.

Bei Maybrit Illner ging es um die Frage, wer für den Diesel-Skandal zahlt. VW-Vorstand Herbert Diess zeigte sich reumütig, wurde aber nicht konkret.

Wie fühlt sich das eigentlich an, Armut? Bei "Maischberger" erzählt ein bemerkenswerter junger Mann vom Flaschen sammeln, stinkenden Klamotten und seinem harten Ausweg. Der Rest der Runde kabbelt sich entlang altbekannter Fronten über Reichtum und Armut im Land.

Ende März 2019 verlässt Großbritannien die EU, aber bisher gibt es keinen Deal über die Austrittsbedingungen. Ein Journalist warnte bei Anne Will vor den dramatischen Folgen des Brexits – und den aktuellen Entwicklungen in Italien. Ex-Außenmister Gabriel übte scharfe Kritik an der politischen Klasse des Inselreiches.

Bei "Maischberger" diskutierten die Gäste über das Thema "Watschn für die Volksparteien: Wer braucht noch Union und SPD?"

Ein bisschen abgestandener Flüchtlingszoff, eine nette Schnurre über das Schein und Sein von Donald Trump – viel mehr kommt nicht rum beim ziellosen Talk von "Maybrit Illner" am Donnerstagabend. Dabei hätten die Gäste Potenzial gehabt.

Ehegattensplitting, Solidaritätszuschlag und Grundfreibetrag - selten wurde in einer Polittalkshow so leidenschaftlich über Steuern gestritten wie in der jüngsten Ausgabe von "Hart, aber fair". Der Erkenntnisgewinn für den Zuschauer ist trotzdem überschaubar. 

Der Streit um den Hambacher Forst sorgt aktuell für hitzige Debatten zwischen Umweltschützern und Braunkohle-Unterstützern. Auch bei Anne Will zofften sich die Gäste emotional. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) platzte nach Vorwürfen einer Aktivistin fast der Kragen.

Drei Jahre nach dem Diesel-Skandal hat die Bundesregierung einen mühsamen Diesel-Kompromiss ausgehandelt. Auch die Talk-Runde um Maybrit Illner produziert eher heiße Luft statt Lösungen.

Im Osten nichts Neues? Am Jahrestag der deutschen Einheit untersucht Dunja Hayali in ihrer gleichnamigen Talkshow den Zustand der deutschen Seele. Wie vereint sind wir? Die Analyse ist ein wilder Ritt durch alles, was dazu gehört: Heimat, Patriotismus, Osten und Westen. Das Fazit: Es ist kompliziert.

Ein treuer Fußsoldat Erdogans und Cem Özdemir bringen die Staatsbesuch-Nachlese bei "Hart aber fair" sofort auf Hochtouren. Neben mächtig Zoff serviert Frank Plasberg aber auch nachdenkliche Töne und ergreifende Geschichten.

Erdogan ist in Deutschland und so disktuierte maybrit Illner mit ihren Gästen über den türkischen Präsidenten. Ein Neustart mit dem bösen Buben? "Gekaufte Freundschaft – müssen wir der Türkei helfen?"

Schwer erträgliche persönliche Schicksale, harte Vorwürfe – und mittendrin ein Kirchenmann, der den Missbrauchsskandal erklären muss. "Maischberger" schafft den schwierigen Spagat zwischen Emotionen und Erkenntnisgewinn.

Frank Plasberg hat am Montagabend im TV den Zustand der Regierungskoalition zum Thema gemacht. Die Vertreter von Union und SPD verstärkten bei "Hart aber fair" den Eindruck, dass es um die GroKo nicht gut bestellt ist. Dass sich die Runde nicht in gegenseitigen Anschuldigungen und Kleinklein verlor, war vor allem dem Poltikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte zu verdanken. 

Wenn es einmal nicht um Horst Seehofer geht, gibt es trotzdem genug Themen, über die man in Talkshows reden kann. Ganz im Gegenteil, es gibt sogar wichtigere. Deshalb diskutierte Maybrit Illner mit ihren Gästen diesmal über die Energiewende. Das wurde zwar bisweilen etwas technisch, vor allem aber wurde klar, worum es dabei eigentlich geht.

Umwelttalk bei Sandra Maischberger: Ein Kunststoff-Lobbyist und eine abwiegelnde CDU-Ministerin bringen Schauspieler Hannes Jaenicke aus der Fassung. Ein Mediziner warnt trotz möglicher Risiken durch Mikroplastik im Körper vor Angstmache.

Mal wieder ein Flüchtlings-Talk, aber anders: Frank Plasberg lässt Praktiker zu Wort kommen und eröffnet viele Perspektiven auf das Thema Abschiebungen. Eine fehlt allerdings.

Auch Anne Will diskutierte mit ihren Gästen über den umstrittenen Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen. Bis auf CDU-Parlamentarier Paul Ziemiak waren sich alle einig: Maaßens Tage im Amt sind gezählt.

Der Chef des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, sorgte mit seinen Äußerungen über die rechten Hetzjagden in Chemnitz mindestens für Irritationen. Am Donnerstagabend sprach Maybrit Illner mit ihren Gästen über die Vorkommnisse in Chemnitz und Köthen, den Verfassungsschutzpräsidenten und seine Aussagen - und deren Folgen für Demokratie und Rechtsstaat. Eine Diskussion mit klaren Worten, aber auch mit Tiefgang.

In immer mehr Städten sind die Mieten auch für Normalverdiener kaum noch erschwinglich. Wie will die Bundesregierung dieses Problem in den Griff kriegen?

Wie gefährlich sind Smartphones? Das wollte Frank Plasberg bei "Hart aber fair" wissen. Die Diskussion war mehr Bauchgefühl als wissenschaftliche Erkenntnis.

2017 wurden in Deutschland so wenig Organe gespendet wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das Bundesgesundheitsministerium bringt deswegen die doppelte Widerspruchslösung ins Gespräch: Demnach wären alle Bundesbürger automatisch Organspender, sofern sie oder ihre Angehörigen dem nicht widersprechen. Bei Anne Will entbrannte darüber eine heftige Auseinandersetzung zwischen Befürworten und Gegnern.

"Das erste, was mein Sohn sah, war eine Waffe und die Mama auf dem Boden liegend": Bei Sandra Maischberger hat Journalistin Mesale Tolu über ihre Festnahme und monatelange Haft in der Türkei gesprochen. Angesichts der schlechten Menschenrechtslage diskutierten die Gäste, ob es richtig ist, Präsident Erdogan beim Staatsbesuch Ende des Monats den roten Teppich auszurollen. 

"Wir Kreuzfahrer und Billigflieger – wer zahlt den Preis für den Massentourismus?": Angesichts überfüllter Urlaubsorte eine mehr als berechtigte Frage - wobei die Antwort aufgrund der Faktenlage eigentlich hinlänglich bekannt ist. Das ist zumindest das Ergebnis des "Hart aber fair"-Talks. Überraschend an der Diskussionsrunde war deshalb in erster Linie die Selbstkritik eines Gastes.

Chemnitz wird zum Talkshow-Dauerbrenner: Wie schon einige ihrer Kollegen diskutierte am Sonntagabend auch Anne Will mit ihren Gästen über die rechten Ausschreitungen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer verteidigte die sächsische Polizei vehement - und untermauerte so letztendlich ausgerechnet die Argumente der Kritiker. 

Was steckt hinter der Gewalt in Chemnitz? Diese Frage stellte Sandra Maischberger in ihrer Polit-Talkshow nach den jüngsten Ausschreitungen. Technische Pannen und ein provozierender Gast machten es der Moderatorin nicht leicht, und doch ließ sich einiges lernen. Etwa, dass es wohl kein Zufall war, dass gerade in Sachsen der rechte Mob aufmarschierte, und diese Tatsache niemand ignorieren sollte.  

Zum Ende der Sommerpause greift Frank Plasberg in "Hart aber Fair" die durch Mesut Özils Rücktritt aus der Fußball-Nationalmannschaft ausgelöste Rassismus-Debatte auf. Die aktuellen Ereignisse im sächsischen Chemnitz zeigen, dass das Thema brandaktuell ist.

Deutsche Unternehmen suchen händeringend nach Fachkräften. Allein in der Alten- und Krankenpflege fehlen 36.000 Beschäftigte. Die Regierung hat nun ein Eckpunktepapier zur Fachkräfteeinwanderung vorgelegt. Doch bis daraus ein Gesetz wird, wird es noch heftige Debatten geben, wie sich am Sonntag in Anne Wills Talkrunde zeigt. 

Maybrit Illner hat mit ihren Gästen zum Ende der Sommerpause über den Klimawandel und seine Folgen diskutiert. Während FDP-Vize Wolfgang Kubicki Zweifel äußerte, ob der Klimawandel tatsächlich menschengemacht ist, schoss sich Grünen-Chef Robert Habeck auf die SPD ein. Ein Klimaforscher übte scharfe Kritik an US-Präsident Donald Trump.

An politischen Talkshows gab es zuletzt ungewohnt heftige Kritik. Der Vorwurf: Die Macher der Sendungen setzten für gute Quoten überwiegend auf populistische Themen. ARD-Moderatorin Anne Will hält im Interview dagegen: Weder setze sie in ihrer Sendung auf Krawall noch hätte das Talkgenre die AfD "groß gemacht".

Beim ZDF-Sommerinterview mit Bettina Schausten übt die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock Selbstkritik, räumt aber gleichzeitig mit Vorurteilen gegenüber ihrer Partei auf. Eine gute Gelegenheit also, einmal darüber zu reden, wie man Politik vermittelt, die kurzfristig wehtut, aber langfristig hilft. Leider blieb diese Gelegenheit ungenutzt.

Horst Seehofer hat für das ARD-Sommerinterview seinen Urlaub unterbrochen. Der Innenminister wehrt sich gegen Kritik an seinen jüngsten Aussagen und macht deutlich: Er bereut nichts - im Gegenteil. 

Asylverfahren, Seenotrettung, die Situation auf dem Mittelmeer und die Integration von Flüchtlingen: Es war ein scheinbares Riesenprogramm, das Dunja Hayali in der Auftaktfolge ihres Politmagazins besprechen wollte. Dass sie sich dabei nicht verhob, lag vor allem am klugen Konzept – und an Hayali selbst.

Zahlt Deutschland zu wenig für Rüstung? Beim Nato-Gipfel in Brüssel wiederholte US-Präsident Donald Trump seine Forderung nach mehr Militär-Ausgaben. Hat er Recht? Eine eindeutige Antwort gab es am Mittwochabend bei Maybrit Illner auf diese Frage nicht. Dafür aber eine Lehrstunde in den Grundfragen internationaler Politik.

Nach wochenlanger Regierungskrise und heftigen Auseinandersetzungen zwischen Horst Seehofer (CSU) und Angela Merkel (CDU) ist plötzlich eine Einigung auf dem Tisch. Doch bleiben am Ende nur Verlierer? Das fragte Maybrit Illner in ihrer Sendung am Donnerstagabend.

Beim ZDF-Sommerinterview dominierte ein Thema: Der Streit der Kanzlerin mit Horst Seehofer. Sind die Ergebnisse des Brüsseler Gipfels wirkungsgleich mit den Plänen Seehofers? Ja, sagt die Kanzlerin. Aber stimmt das? Diese und eine weitere Aussage Merkels im Faktencheck. 

Sind die Ergebnisse des Brüsseler Gipfels wirkungsgleich oder nicht? So schlicht lässt sich der Knackpunkt im Asylstreit zusammenfassen. Für Angela Merkel ist die Antwort eindeutig, sagte sie im traditionellen Sommerinterview mit dem ZDF. Das fand ausgerechnet am Tag des Showdowns zwischen CDU und CSU statt. Eigentlich ein guter Zeitpunkt - eigentlich.

Das Ultimatum von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) an Angela Merkel (CDU) läuft am Sonntag aus. Kann die Kanzlerin in Brüssel eine europäische Lösung in der Flüchtlingsfrage erreichen oder kommt es zum Alleingang Seehofers an der deutschen Grenze? Bei Maybrit Illner sorgten diese Fragen für eine kontroverse Debatte, bei der sich eine Grünen-Politikerin mit einem CSU-Urgestein anlegte.