Polit-Talk: "Anne Will", "Hart aber fair", "Maischberger" und "Maybrit Illner"

"Anne Will", "Hart aber fair", "Maischberger" und "Maybrit Illner": An vier Tagen die Woche senden ARD und ZDF politische Talkshows. In unserer Rubrik finden Sie Nachberichte und Kritiken zu ausgewählten Sendungen und Themen. Aktuell: "Maischberger"-Eklat: Wolfgang Bosbach zofft sich mit Jutta Ditfurth wegen G20-Randale - und verlässt TV-Talk. Hier geht es zur Stellungnahme von Sandra Maischberger nach TV-Eklat.

Die CSU fordert in der Flüchtlingskrise strikt einen Kurswechsel der Kanzlerin und verweist vehement auf das Beispiel Österreich. Hat Angela Merkel nun gar keine andere Wahl mehr, als einzuknicken? Maybritt Illner geht dieser Frage mit ihren Gästen nach – und deckt auf, wie schlimm es um das Miteinander von CDU und CSU wirklich bestimmt ist.

Sandra Maischberger diskutiert mit ihren Gästen ein schwieriges Thema. Heraus kommt eine Diskussion, die fesselt – und deren Ergebnisse einen umso fassungsloser zurücklassen.

Schwere Zeiten für Zwischentöne: Köln hat das Vertrauen vieler Menschen in Politik und Medien erschüttert. Frank Plasberg entscheidet sich in seiner Sendung "Hart aber fair" für die Offensive und warnt vor "Parallel-Öffentlichkeiten".

Anne Will ist zurück. Nach vier Jahren übernimmt die Journalistin den Sonntagstalk von Günther Jauch. "Nach Köln – Höchste Zeit für eine neue Flüchtlingspolitik?", möchte Will wissen - und macht sich ihr sonntägliches Comeback damit unnötig schwer.

Wer übt Gewalt aus und warum? Und wie kann sich die Gesellschaft davor schützen? Diese Fragen sollten nach Köln und Istanbul im Vordergrund stehen. Die erstaunlich konstruktive Debatte bei "Maybrit Illner" zeigt: Statt Gespräche über angebliche Problemkulturen zu führen, sollten wir viel eher die Probleme mit unserer Gesprächskultur überdenken.

Sandra Maischberger spricht zwei Wochen nach der Silvesternacht von Köln mit ihren Gästen über die "Angstrepublik Deutschland". Sie will wissen: Was ist berechtigte Sorge, was übertriebene Hysterie? Antworten darauf gibt es aber wenige.

Die "ARD"-Moderatorin Anne Will will sich eigentlich an Debatten über Obergrenzen und Kontingente vorbei zu hangeln. Es gelingt ihr nicht. Gleich vier Gäste vertreten drastische Meinungen. Heraus kommen plausible Antworten zum Thema der Sendung, aber eine noch viel entscheidendere Erkenntnis.

Sandra Maischberger blickt zurück und fragt: Welche Lehren müssen wir aus 2015 ziehen? Ein "Quartett der Querdenker" war angekündigt. Was der Titel versprach, konnte die Runde jedoch nicht einhalten.

Der Jahresrückblick bei "Hart aber fair" sollte eine Debatte über die großen Krisen von 2015 werden, um Flucht, Terror und die Skandale bei VW und beim DFB.  Doch natürlich ging es fast ausschließlich um Flüchtlinge. Bei Frank Plasberg polarisiert das Thema mal wieder – insbesondere zwischen zwei Urgesteinen der bayerischen Politik.

Die "ZDF"-Moderatorin wagt die x-te Sendung zur Flüchtlingskrise und daraus resultierenden Sicherheitsbedenken. Die wohl maßgebliche Antwort wird in der Debatte versteckt. Und bis auf einen Youtber, dessen Clips in die Höhe schießen dürften, profitiert niemand.

Mit vielen Worten nichts gesagt: Auch nach der Erklärung von Beate Zschäpe, der Hauptangeklagten im NSU-Prozess, bleiben viele Fragen offen. "Das Skript einer zweitklassigen Soap", nennt es ein Opferanwalt in der Talksendung von Anne Will. Das Leid der Angehörigen der Opfer hat Zschäpe damit nur vergrößert.

Merkel ein "Betriebsunfall", Merkel als "unpolitischer Mensch": Bei Sandra Maischberger diskutieren Politiker und Journalisten über die Frage: "Scheitert Merkel?"   

Der Moderator wird von einer forschen Kollegin zeitweise bloß gestellt, ein Bundesminister wirkt wenig souverän und ein Star-Koch wählt einen spektakulär lasziven Vergleich. Die Debatte bei Frank Plasberg rund ums Fleisch ist chaotisch und polarisierend zugleich.

Befürworter von Flüchtlingskontingenten fordern, dass eine festgelegte Anzahl an Flüchtlingen organisiert nach Deutschland geholt wird. Ist das die Lösung für einen gesteuerten, menschenwürdigen Zustrom?

Es soll der etwas andere Talk bei Sandra Maischberger werden, ohne große Politiker-Reden, mit viel Authentizität und Erfahrungsschatz. Es kommen interessante Geschichten dabei rüber, doch die Debatte wirkt reichlich ziellos.

Mit der Zahl der Flüchtlinge steigt auch die Zahl der rechtsradikalen Gewalttaten in Deutschland.  Frank Plasbergs Polit-Talk "Hart aber fair" wollte den Ursachen des rechten Hasses auf den Grund gehen, bot dann aber vor allem der Parteichefin der AfD eine Plattform.

Stiller Abgang: Günther Jauch verabschiedet sich von seinem Polit-Talk und er tut es in typischer Jauch-Manier: ohne Blaskapelle, große Gesten und Tamtam. Und leider auch ohne große Erinnerungsmomente. Nur Wolfgang Schäuble durfte als einziger Gast zum Abschied winken.

Mit Luftschlägen soll der IS besiegt werden. Doch reicht das? Nein, meint die Runde in der "ZDF"-Sendung und befürwortet ein unpopuläres Szenario.

Es sollte um die Bundeskanzlerin gehen und um die Frage, wie viel Macht sie im zehnten Jahr ihrer Kanzlerschaft noch hat. Diskutiert hat die Talkrunde bei Anne Will dann aber hauptsächlich über Asylpolitik.

Wie weit darf man gehen, um dem Terror Einhalt zu gebieten? Bei Frank Plasberg wird besonnen und scharf debattiert. Ein IS-Kenner wirft den Moscheengemeinden Versagen vor, der BKA-Chef spricht von ausgereizten Kapazitäten – und eine Islamismus-Expertin schildert vom Kampf gegen die Radikalisierung Jugendlicher.

Wie soll man über Geheimes sprechen? Günther Jauch wollte wissen, wie groß die Terrorgefahr in Deutschland ist. Ein Gast hätte die Frage eigentlich am besten beantworten können. Doch auch von ihm gab es kaum konkrete Antworten.

"Maybritt Illner" will unter dem Eindruck der Anschläge von Paris und des Terror-Alarms von Hannover Vorschläge für die Bekämpfung des IS erörtern. Es gelingt der Runde in bemerkenswerter Eintracht. Die Verteidigungsministerin nennt ungewohnt konkret eine erste Maßnahme der Bundeswehr. 

Am Dienstag wurde das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft abgesagt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière wollte die konkreten Gründen nicht nennen, um die Bevölkerung nicht zu verunsichern. Wie groß aber ist die Terror-Gefahr in Deutschland? Das wollte Anne Will von ihren Gästen wissen. 

Maischberger-Gäste warnen vor "Hysterisierung" und Kriegstreiberei.

Frank Plasberg fragt bei "Hart aber fair", wie die Gesellschaft nach den Attentaten von Paris ihre Werte verteidigen kann. Mit seinen Gästen diskutiert er über strenge Grenzkontrollen und darüber, ob ein Krieg gegen den IS notwendig ist. Ein mögliches Burka-Verbot macht er zum "Kriegsnebenschauplatz".

Frankreich steht nach den Terroranschlägen unter Schock. Die westliche Welt hat ihre Solidarität ausgesprochen, doch was bedeutet das? Diese und andere Fragen diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.

Offenbar hat Angela Merkel kaum noch einen Überblick über Entscheidungen in der Flüchtlingsfrage. Wolfgang Schäuble und Thomas de Maizère begehren vermeintlich auf. Maybritt Illner will deshalb in ihrer Sendung beantworten, ob der Kanzlerin die Kontrolle über die Regierung entgleitet - mit einem unbefriedigenden Ergebnis.   

Sie haben jeden Tag mit den Flüchtlingen zu tun, und doch kommen sie in der öffentlichen Debatte viel zu wenig zu Wort: Die vielen Helfer in Deutschland, die sich beruflich oder ehrenamtlich um die Ankommenden kümmern. Bei "Hart aber fair" sprechen sie über ihre Erlebnisse, zeigen die Probleme auf und widerlegen viele Vorurteile.

Guido Westerwelle ist in der Öffentlichkeit zurück. Nach seiner Leukämie-Diagnose war der ehemalige FDP-Politiker gestern Abend Gast bei "Günther Jauch". Es war ein gleichermaßen lehrreiches wie emotionales Gespräch, das den ehemaligen Außenminister in bisher unbekannter Demut zeigte.

Bei Anne Will vergleichen Hans-Peter Friedrich und Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner Zäune an den EU-Binnengrenzen mit denen, die der deutsche Häuslebauer um sein Anwesen stellt.

In der "ARD" Talk-Show "Menschen bei Maischberger" attackiert der slowakische Spitzenpolitiker Richard Sulik Angela Merkel. Was hinter seinen aggressiven Aussagen steckt.

Es heißt, die Große Koalition sei in der Flüchtlingskrise gemeinsam auf Kurs. Die Gäste bei "ARD"-Moderatorin Sandra Maischberger beweisen das Gegenteil. Die Positionen zwischen SPD und Union liegen entgegen aller Beschwichtigungen weit auseinander.

Am Freitag soll die Sterbehilfe im Bundestag neu geregelt werden. Je nach Umfrage ist die Mehrheit der deutschen Bevölkerung zum Teil deutlich für die Erlaubnis der Sterbehilfe. Doch Sterbehilfe ist nicht gleich Sterbehilfe. Darüber diskutierte am Montagabend Frank Plasberg unter dem Titel "Sterbehilfe - von den Bürgern gewollt, vom Staat verboten."

Entscheidung vertagt. Es sollte die große Aussprache in der Flüchtlingspolitik zwischen Merkel, Gabriel und Seehofer werden, doch die Koalition hat sich auf Donnerstag vertagt. Pech für Günther Jauch, denn mangels Diskussionsgrundlage war die Erkenntnis der gestrigen Talk-Runde entsprechend gering.

In der Politik ist ja gerne einmal von Verantwortung die Rede, wenn eigentlich Macht gemeint ist. Bei Maybrit Illner ging es aber gestern Abend tatsächlich um politische Verantwortung und verantwortungsvoll besonnen lief auch die Diskussion. Nur einmal platzte Ursula von der Leyen der Kragen. So einfach ist es mit der Verantwortung nämlich nicht.

"Kennen Sie den Knopf, den man drücken kann?": Einmal mehr hat die Diskussionsrunde bei Frank Plasberg am Montagabend gezeigt, wie ratlos das Land vor der aktuellen  Flüchtlingssituation steht.

Große Not bei den Flüchtlingen, Überforderung in Europa: Die angespannte Situation lässt derzeit die Emotionen hochkochen, das zeigt sich auch bei der Debatte von "Günther Jauch". Doch hinter den Gefühlen verbirgt sich vor allem eins: Ratlosigkeit.

Darf man einen Rechtspopulisten wie AfD-Politiker Björn Höcke in eine Talkshow einladen? Und wie kann ein Moderator auf dessen Provokationen reagieren? Der Populismus-Experte Marcel Lewandowsky findet: Günther Jauch hat eine schwierige Situation richtig gemeistert.

Bei "Günther Jauch" am Sonntagabend wurde das Thema "Pöbeln, hetzen, drohen - wird der Hass gesellschaftsfähig?" diskutiert. Die Jauch-Redaktion von RTL hatte dazu unter anderem AfD-Politiker Björn Höcke eingeladen.

Die Zeiten, in denen gegen Fremde nur anonym im Internet gepöbelt wurde, sind vorbei. Als Angst getarnte Fremdenfeindlichkeit, Gewaltaufrufe und blanker Hass werden inzwischen ganz offen ausgesprochen. Was und wer steckt dahinter? Darüber diskutierte Günther Jauch mit seinen Gästen. Besonders deutlich wurde dabei Justizminister Heiko Maas.

Polit-Talkshow "Anne Will": Der Islamistische Terrorismus will Angst und Schrecken verbreiten. Wie kann eine Demokratie darauf reagieren? Darf ein Rechtsstaat Grundrechte verletzen, um seine Bürger zu schützen?

Der Umgang mit der Flüchtlingssituation ist eine Bewährungsprobe für die Bundesregierung. Vor allem aus Bayern kommt immer wieder Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrer "Wir schaffen das!"-Politik. Bei "Anne Will" zeigt sich Angela Merkel genauso realistisch wie optimistisch. Und vor allem kämpferisch.

Heute geht es um Betten, morgen um Integration: Was kann die Gesellschaft von den Flüchtlingen fordern, was muss sie selbst leisten? Bei Sandra Maischberger geht es passend zur "Heimat"-Themenwoche um die Frage: "Wie verändern Flüchtlinge unser Land?" Während sich die meisten Gäste in Binsenweisheiten verlieren, macht ausgerechnet ein CDU-Bürgermeister vor, wie Integration funktionieren kann.

Steht Deutschland vor dem Burnout in Sachen Flüchtlinge? So sehen es zumindest einige Politiker, darunter Bundespräsident Joachim Gauck. "Wo liegen unsere Grenzen?", fragt deswegen Günther Jauch am Sonntagabend seine Gäste. Ein zorniger Herbert Grönemeyer und ein enthusiastischer Ranga Yogeshwar stellen klar: Die Gesellschaft ist jetzt gefragt.

Abgewatscht von der CSU, abgestürzt in den Umfragewerten – Angela Merkel bekommt für ihre Haltung in der Flüchtlingskrise viel Gegenwind. Bei "Anne Will" zeigt sich, wie groß die Kluft zwischen CSU und Merkel geworden ist und wie die Angst vor einem Stimmungsumschwung die Politik unter Druck setzt.

Die Frage nach dem Verhältnis von Islam und Deutschland ist vor einigen Jahren im Zuge der Leitkultur-Debatte eigentlich nie wirklich beantwortet worden. Nun wird man angesichts der Flüchtlingswelle von der Aktualität überrannt und die Frage ist drängender denn je. Frank Plasberg wagte bei "Hart aber fair" einen neuen Versuch und fragte: "Merkel bejubeln, an Mohammed glauben: Wie viel Islam gehört zu Deutschland?"

Dicke Luft bei VW: Der Skandal um manipulierte Abgaswerte erschütterte in der vergangenen Woche den Autokonzern. Die Diskussion bei "Günther Jauch" zum Thema  blieb dennoch zu brav - auch weil die wichtigsten Gäste kniffen. Für Spannung sorgten vor allem die Andeutungen von einem der Aufdecker des Skandals.

Volkswagen vor dem Abgrund? Die Autobauer aus Wolfsburg stehen wegen der Abgasmanipulationen vor einem Scherbenhaufen. Über den Schaden für den Konzern, die Branche und die deutsche Industrie diskutierte Anne Will mit ihren Gästen. Ein bisweilen lebhafter Schlagabtausch mit Stimmen aus der Vergangenheit.

Mein Leben, ein Scherbenhaufen: In der Sendung "Menschen bei Maischberger" gewähren die Gäste einen sehr persönlichen Einblick in ihr Leben in der Insolvenz, darunter auch drei Prominente. Der finanzielle Ruin bedeutet für sie Existenzangst, soziale Not und Scham. Ihren Mut haben sie aber trotzdem nicht verloren.

Frank Plasberg und die Angst, Teil 2: Nachdem die Angst angesichts der Flüchtlingslage bereits in der vergangenen Woche Thema bei "Hart aber fair" war, folgte gestern Abend nun der Angst-Bürgercheck. Was nach Sammeln von Tresen-Thesen klingt, entpuppte sich aber als wirklich interessante Sendung, die mit einigen Vorurteilen aufräumte.