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30.01.2013, 09:21 Uhr

Fans als Ausbildungsobjekte?

(ska) - Bisher ging man in Deutschland davon aus, dass Gewalt im Fußball von den Fans allein ausgeht. In einem offenen Brief des FC-Augsburg-Präsidenten Walther Seinsch an das bayerische Innenministerium ist jedoch von einem teilweise unverhältnismäßig aggressiven Umgang mit den Anhängern von Fußballklubs die Rede.

Seinsch bezieht sich in seinen Ausführungen auf Erlebnisse der FCA-Fans beim Auswärtsspiel in Fürth. Dabei hatte das Unterstützungskommando der bayerischen Polizei (USK) die Fußballfans eingekesselt und zurück in die Busse getrieben. Im Bericht des Fanbeauftragten der Schwaben zu den Fankontrollen ist von "massiven Beleidigungen gegenüber den Personen" die Rede. Auch Frauen seien gezielt beleidigt und "intensivem Körpereinsatz ausgesetzt" worden. Ein Fan erlitt nach Schlägen durch einen USK-Beamten einen Fingerbruch. Von den Anhängern selbst sei zu keinem Zeitpunkt Gewalt ausgegangen.

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FCA-Präsident Seinsch greift in seinem Schreiben diesen Vorfall auf und rekapituliert auch andere Aufeinandertreffen mit dem USK - mit äußerst drastischen Worten: "Ich komme zu der Erkenntnis, dass die Fußball-Fans und auch normale Zuschauer als Ausbildungsobjekte (Stichwort Terrorbekämpfung) für das USK herhalten müssen und dass die Konfrontationen provoziert werden, um einen Ausbildungseffekt zu erzielen."

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann äußerte sich auf Nachfrage unseres Portals zurückhaltend auf Seinschs Brief: "Ich nehme die Vorwürfe des FC Augsburg zum FCA-Spiel vom 15.12.2012 in Fürth sehr ernst. Ich habe daher vom Polizeipräsidium Mittelfranken umgehend eine Stellungnahme angefordert. Unabhängig davon bin ich vom offenen Brief des FCA-Präsidenten Walther Seinsch überrascht. Bislang ist er in dieser Sache nicht an mich herangetreten. Insoweit ist das schon ein ungewöhnliches Vorgehen, derart schwere Vorwürfe in der Öffentlichkeit zu erheben."

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133 Meinungen zu "Vorwürfe gegen die Polizei"

  • RegionaleSache
    Mittwoch, 30.01.2013, 16:26 Uhr
    @ stepke du machst es dir einfach! Bei den Anti-Worch-demos haben wir sehrwohl die Deeskalierer gesehen, die einen Böller gezündet haben, einen Pflasterstein richtung Kollegen gefeuert haben und dann hinter deren reihen mit den Angreifern abgeklatscht haben!
  • romsch
    Mittwoch, 30.01.2013, 15:24 Uhr
    Ich halts mit Dieter Nuhr: "wenn man keine Ahnung hat, einfach mal FRESSE HALTEN!" Leider kennt die Mehrzahl derer, die sich hier äußern, dieses Zitat nicht. Und unser bayerischer Innenminister steckt den Kopf in den Sand und wundert sich noch über diesen offenen Brief, bei dem nur angesprochen wird, was bei USK-Einsätzen die Regel ist - und das NICHT NUR bei Sportveranstaltungen!
  • Radiodrehknopf
    Mittwoch, 30.01.2013, 13:34 Uhr
    "Vorwürfe gegen Polizei"- Ach so, jetzt sind wohl die Beamten die Bösen, wenn verrückte "Fans" sich wie die Vandalen benehmen - also gehs noch?!! Keine Solidarität mit zerstörungswütigen Irren!!
  • Ballast
    Mittwoch, 30.01.2013, 13:25 Uhr
    Ein Vereinspräsident der die Polizei an den Pranger stellt, statt die eigenen "FANS", in die Schranken zu weisen. Sehr produktiv. In meinem Umfeld sind viele Personen die seit Jahrzehnten in Stadien in ganz Deutschland gehen und noch keiner ist von der Polizei angegangen, oder gar verletzt worden. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir nicht saufend, pöbelnd, grölend und die Leute beleidigend durch die Straßen ziehen. Nur ein kleiner Erklärungsansatz.
  • Stepke
    Mittwoch, 30.01.2013, 12:19 Uhr
    Leppi Das ist bei Demonstrationen doch schon seit Jahren gängige Praxis. Entweder schleusen die Provokateure unter die Demonstranten, damit diese dann die Bolizei angreifen. Damit ist dann ein Argument geboren welches der Staatsmacht endlich einen Grund liefert auf den Bürger einzuschlagen oder, den Leuten die Augen aus dem Kopf zu wasserstrahlen das ist in Stuttgart nachweislich genau so gelaufen. Das ist so in einer Demokratie am Anfang des einundzwanzigsten Jahrhundert. Und über eins sollten wir uns im klaren sein das wird nicht wieder besser werden. -------------------------------------------- @Regionale Sache Ich würde Dich für blöd erklären, wenn ich nicht selbst genau das schon erlebt hätte... Nicht in Stuttgert , dafür in Leipzig und Dresden! -------------------------------------------- Eine harte Anschuldigung. Woran hat man die "Eingeschleusten" erkannt? Werden doch wohl kaum Uniform getragen haben, oder? Und am Ende werden die noch vom Westen gesteuert, um den Ostfußball weiter in Misskredit zu bringen. Ich bitte dich! Ich bin auch zu einigen brisanten Ortsderbys in Leipzig gewesen. Gut, als normaler Fan im Fanblock. Traditionel gabs nach den meisten Zusammentreffen der Leipziger "Traditionsclubs" auf die Mütze. Denen, die von der Polizei in die Schranken gewießen wurden, geschah es recht. Und wer bei so einem Getümmel dabei steht, statt die Beine in die Hand zu nehmen, ist selber schuld. Ich halte es für sehr weit hergeholt, zu behaupten, die Polizei legt es drauf an. Macht man keine Randale, hätte die Staatsmacht gar keinen Anlass dafür. Mal drüber nachgedacht?
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